Montag, 12. Januar 2026

12.1.2026: Der Tag, an dem Ausschlafen keine Option mehr war

Kaum war ich um halb zehn richtig wach, stolperte ich gedanklich schon über den ersten Programmpunkt des Tages: ein verpasster Anruf vom Chef. Zurückgerufen, noch halb im Aufwachmodus, und zack – die Information des Tages: Unsere Geschäftsführerin hat gekündigt. Das ist genau die Sorte Nachricht, die man sich morgens eigentlich nicht wünscht, die aber zuverlässig dafür sorgt, dass der Kreislauf sofort auf Betriebstemperatur kommt. Heißt natürlich: neue Lage, neue To-dos, neue Gespräche. Das geplante Mitarbeitermeeting wurde kurzerhand auf Mittwoch verlegt, Ordnung ins Chaos muss schließlich koordiniert werden.

Zwischendurch habe ich noch meinen alten Vorstandskollegen wegen der Finanzplatzstudie angerufen. Danach, ganz professionell und maximal entspannt, eine leicht pissige Feedback-Mail in die Runde geschrieben. Bisher noch keine Reaktion. Entweder denkt man nach oder man ignoriert mich strategisch – beides ist möglich, Erfahrung vorhanden.

Irgendwann war klar: Jetzt hilft nur Bewegung. Also ab zum Sport, ein bisschen einlaufen, Kopf freikriegen, Gedanken sortieren. Ab morgen bin ich dann für ein paar Tage Strohwitwer, denn Kerstin fährt zu Julia, weil Tim immer noch im Krankenhaus ist. Auch das schwingt den ganzen Tag im Hinterkopf mit, diese Mischung aus Sorge und dem Versuch, den Alltag trotzdem normal weiterlaufen zu lassen.

Wieder zu Hause dann Altglas weggeschafft – sehr befriedigende Tätigkeit – und noch an ein paar Büchern gearbeitet. Ruhige, kontrollierbare Dinge, genau das Richtige nach einem Tag, der inhaltlich eher nach Kontrollverlust schmeckte.

Jetzt geht der PC gleich aus. Ganz bewusst. Stattdessen lese ich noch in Ruhe ein paar Dinge, ohne Bildschirm, ohne Mails, ohne neue Nachrichten. Heute reicht es. Manche Tage darf man auch einfach sauber beenden, ohne sie lösen zu müssen.

Sonntag, 11. Januar 2026

11.1.2026: Niederlagenverarbeitung bei minus fünf Grad

Heute stand erst einmal emotionale Nachsorge auf dem Programm. Die Niederlage von Bayer gestern Abend wollte verdaut werden, und das braucht bekanntlich Zeit, innere Gespräche und gelegentlich auch eine Portion Verdrängung. Das Sonntagsfrühstück musste trotzdem sein – Rituale sind Rituale, selbst wenn die sportliche Großwetterlage unerquicklich ist. Danach ein paar der üblichen Tagesdinge erledigt, eher pflichtbewusst als enthusiastisch.

Bei minus fünf Grad war schnell klar: Das Sportstudio sieht mich heute nicht. Stattdessen eine Stunde auf dem Hometrainer, deutlich vernünftiger und vor allem wärmer. Währenddessen aktuelle Videos zum Thema KI geschaut und erstaunlich viel gelernt. Diese Momente, in denen man merkt, dass man gerade wirklich etwas mitnimmt und nicht nur konsumiert, sind im Sonntagsmodus besonders angenehm.

Anschließend wie üblich die sonntägliche Kernkompetenz gepflegt: 60 Minuten ruhen, Podcast hören, nichts entscheiden müssen. Danach Kaffee trinken und weiter an Büchern und Ideen gearbeitet, ganz entspannt, ohne Deadline-Druck, eher im kreativen Fluss als im Arbeitsmodus.

Gleich gibt es Abendbrot, bodenständig und unkompliziert. Und heute Abend steht noch eine wichtige Aufgabe an, die man gerne aufschiebt: die Zeitungen der letzten Tage lesen. Nachrichten aufholen, Weltlage sortieren, sich wundern, ärgern und gelegentlich nicken. Ein klassischer Sonntag also – zwischen Verarbeitung, Vernunftsport und dem leisen Gefühl, dass morgen wieder alles von vorne losgeht.

Samstag, 10. Januar 2026

10.1.2026: Ausgeschlafen, durchgearbeitet und dann tiefgekühlt worden

Heute war einer dieser Tage, die eigentlich ganz entspannt beginnen und dann am Ende trotzdem ein kleines emotionales Schleudertrauma bereithalten. Erstmal ausgeschlafen, ganz ohne schlechtes Gewissen. Danach den gesamten Vormittag und großen Teil des Tages an Büchern und Social Media gearbeitet. Texte hier, Anpassungen da, ein bisschen Feinschliff, ein bisschen Nachdenken, ein bisschen Verwerfen – produktiv, ruhig, konzentriert. So ein Arbeitstag, bei dem man abends zwar nicht genau sagen kann, *was* man alles gemacht hat, aber sehr genau weiß, dass es nicht wenig war.

Am Nachmittag ging es dann zu Bayer 04. Heimspiel, eigentlich gute Voraussetzungen, zumindest theoretisch. Praktisch wurde es dann ein ernüchterndes 1:4 gegen Stuttgart. Sportlich unerquicklich, emotional überschaubar und klimatisch eine echte Herausforderung. Es war eisig im Stadion, diese Sorte Kälte, die sich langsam von den Füßen nach oben frisst und irgendwann dafür sorgt, dass man Tore auch körperlich spürt. Spätestens nach dem dritten Gegentreffer stand fest: Das wird heute nichts mehr mit innerer Wärme.

Wieder zu Hause dann erstmal auftauen, sowohl physisch als auch mental. Jetzt läuft noch die Pressekonferenz, danach das aktuelle Sportstudio. Analyse statt Hoffnung, Einordnung statt Jubel. Auch das gehört dazu. Ein Tag mit guter Produktivität, schlechter Stadionbilanz und dem klaren Fazit, dass Ausschlafen zwar hilft – aber nicht gegen Gegentore und Minusgrade.

Freitag, 9. Januar 2026

9.1.2026: Sturmtief mit Ankündigung, aber ohne Auftritt

Das groß angekündigte Sturmtief Elli hat sich in Hilden eher wie ein höflicher Gast benommen, der kurz klingelt, einmal winkt und dann doch lieber weiterzieht. Ja, in der Nacht hat es kräftig geregnet, aber bei rund fünf Grad war der Schnee der letzten Tage genauso schnell verschwunden, wie er gekommen war. Von Sturm keine Spur, von Drama erst recht nicht. Trotzdem war heute eindeutig kein Wetter, um freiwillig herauszugehen. Grau, nass, unerquicklich – genau die Sorte Tag, bei der man froh ist, keinen zwingenden Außentermin zu haben.

Nach dem Urlaub stand ohnehin erst einmal die große innere und äußere Rücksortierung an. Geschäftliche Dinge neu ordnen, Mails sichten, To-dos sortieren und sich langsam wieder in den Alltagsmodus einfädeln. Dieses Gefühl, dass alles irgendwie gleichzeitig wichtig ist, aber nichts sofort brennt, kennt man nur zu gut nach ein paar Tagen Insel und Winterluft.

Zwischendurch habe ich dann noch 60 Minuten auf dem Hometrainer verbracht. Nicht aus Euphorie, sondern aus Vernunft – Bewegung gegen Trägheit, Pflicht gegen Sofa. Hat gut getan, auch wenn der Blick dabei eher nach innen als nach draußen ging.

Jetzt bleibt noch die Frage des Abends: Was gibt die Küche an Resten her? Eine kulinarische Überraschungstüte, bei der man nie genau weiß, ob sie eher nach Improvisation oder nach genialer Resteverwertung schmeckt. Aber auch das passt eigentlich ganz gut zu diesem Tag: unspektakulär, bodenständig und völlig in Ordnung.

Donnerstag, 8. Januar 2026

8.1.2026: Heimreise mit Timing-Gefühl und trockenen Füßen

Heute war Heimreisetag, und im Nachhinein war es ganz eindeutig die richtige Entscheidung, einen Tag früher abzureisen. Für morgen sind inzwischen alle Fähren gestrichen, was das eigene Bauchgefühl nachträglich offiziell beglaubigt. Halb acht raus aus den Federn, kurz Brötchen geholt, gefrühstückt und dann ab zum Bahnhof. Alles lief erstaunlich ruhig, fast schon verdächtig reibungslos. Die Überfahrt war entspannt, kein Drama, kein Geschaukel, einfach herüberkommen.

Auch die Heimfahrt selbst verlief genau so, wie man es sich wünscht: trocken, zügig, ohne nervige Überraschungen. Kein Winterchaos auf der Straße, kein Stop-and-Go, sondern dieses angenehme Gefühl, dass heute mal alles mitspielt. Zu Hause angekommen direkt die Koffer ausgepackt, damit sich das Urlaubsgefühl nicht unnötig in Form von offenen Taschen im Flur festsetzt. Kurz noch bei Edeka gewesen, um den Kühlschrank wieder auf Alltagsbetrieb umzustellen, und jetzt werden nach und nach die restlichen Sachen sortiert.

Heute Abend wird ganz bewusst zu Hause gegessen. Kein Herausgehen, kein Programm, kein Muss. Einfach ankommen, herunterfahren und den Tag ausklingen lassen. Nach Insel, Schnee, Fähre und Heimfahrt ist genau das die perfekte Landung im Alltag.

Mittwoch, 7. Januar 2026

7.1.2026: Winter bleibt hartnäckig – Abreise mit Vorverlegung

Das Winterwetter hält sich auf Langeoog so zuverlässig wie schlechte Witze über Inselstürme. Schnee fällt immer wieder, der Wind legt nach, und langsam merkt man: Das hier ist kein romantisches „ach, wie hübsch“, sondern eher die norddeutsche Version von „wir meinen das ernst“. Eigentlich war geplant, erst am Freitag nach Hause zu fahren, ganz entspannt, ohne Eile, mit dem guten Gefühl, noch einen Puffertag zu haben. Tja, der Wetterbericht hatte andere Ideen. Unsichere Fährverbindungen, für Freitag ein angekündigter Schneesturm in Norddeutschland, und plötzlich wird aus Gelassenheit Pragmatismus. Also entschieden: Wir reisen schon morgen ab.

Die Fähre habe ich heute Mittag am Bahnhof umgebucht, was erstaunlich unkompliziert ging und mir dieses beruhigende Gefühl gegeben hat, zumindest logistisch wieder Herr der Lage zu sein, während draußen der Schnee macht, was er will.

Jetzt geht es gleich nochmal in den Dwarslooper – ein letztes Mal essen und trinken, ein würdiger Abschied von Langeoogs bester Kneipe. Aber diesmal nicht bis in die Puppen. Kein langer Abend, kein „ach komm, eins noch“. Der Wecker klingelt morgen schon um 7:30 Uhr, und Inselromantik hin oder her: Schneesturm besiegt man besser ausgeschlafen.

Dienstag, 6. Januar 2026

6.1.2026: Dienstag im Schneegestöber und mit griechischem Endspurt

Dienstag bleibt konsequent Wintertag auf Langeoog. Es schneit immer mal wieder richtig stark, so ein Schnee, der nicht fragt, ob man ihn gebrauchen kann, sondern einfach da ist und die Insel noch leiser macht, als sie ohnehin schon ist. Nach dem Frühstück und einer kleinen Podcast-Runde habe ich die nächste Schneepause genutzt und bin eine gute Stunde durch den Ort spaziert. Alles gedämpft, alles weiß, kaum Menschen unterwegs, nur dieses leise Knirschen unter den Schuhen und der Wind, der zuverlässig daran erinnert, dass man auf einer Nordseeinsel ist und nicht im romantischen Schneekugel-Prospekt.

Der Nachmittag verlief dann wieder ganz ruhig in der Ferienwohnung. Ein paar Termine in den Kalender eingetragen, damit die Realität nach dem Urlaub nicht ganz so überraschend zuschlägt, und an ein paar Büchern gearbeitet. Genau dieses entspannte Vor-sich-hin-Arbeiten, bei dem man merkt, dass Urlaub nicht unbedingt Nichtstun heißt, sondern eher Nicht-Müssen.

Gleich geht es nochmal raus zum Abendessen. Wir wollen noch einmal zum Griechen, bevor der morgen gefühlt in den Winterschlaf geht. Wer weiß, wie viele Lokale dann noch offen sind, wenn der Schnee weiter so macht. Also lieber jetzt nochmal gutes Essen, warme Atmosphäre und das Gefühl, den Tag genau richtig ausklingen zu lassen.

12.1.2026: Der Tag, an dem Ausschlafen keine Option mehr war

Kaum war ich um halb zehn richtig wach, stolperte ich gedanklich schon über den ersten Programmpunkt des Tages: ein verpasster Anruf vom Che...