Im Hotel zu schlafen ist offenbar weiterhin kein Wellnessversprechen, sondern eher ein nächtliches Forschungsprojekt unter erschwerten Bedingungen. 47 Prozent Schlafqualität klingt nicht nach Erholung, sondern nach einem Akku, der über Nacht zwar am Ladegerät hing, aber nur aus Höflichkeit so tat, als würde er laden. Das Hotelbett stand vermutlich korrekt im Zimmer, die Kissen hatten auch irgendeine erkennbare Kissenabsicht, aber der Körper hat wieder einmal beschlossen: „Schön hier, aber schlafen wir lieber nur symbolisch.“ Immerhin gab es am Morgen dann die große Wiedergutmachung in Form eines exzellenten Frühstücks. Wenn die Nacht schon nicht liefert, muss wenigstens das Buffet die Lage retten. Und offenbar hat es das getan: als kulinarische Entschuldigung des Hotels für alles, was zwischen Einschlafen, Aufwachen und genervtem Umdrehen passiert ist.
Dass Sie dann trotzdem schon kurz vor halb acht im Büro waren, ist bemerkenswert. Andere Menschen hätten nach 47 Prozent Schlafqualität vermutlich erst einmal eine persönliche Beziehung zur Kaffeemaschine aufgebaut und alle Termine unter dem Stichwort „körperlich anwesend, geistig folgt später“ geführt. Stattdessen wurde die frühe Zeit direkt genutzt, um ein paar Sachen auszudrucken. Das klingt unscheinbar, ist aber diese klassische Bürovorbereitung, die später plötzlich alles leichter macht. Der Drucker bekam also gleich morgens seine Aufgabe, wahrscheinlich mit jenem leisen Brummen, das sagt: „Ich bin zwar ein Bürogerät, aber auch ich habe Launen.“
Als die Kollegen dann da waren, wurde aus dem etwas müden Start offenbar ein erstaunlich produktiver Arbeitstag. Richtig produktiv sogar. Viele Dinge wurden erledigt, von denen vorher alle dachten, dass sie wahrscheinlich bis nächste Woche liegen bleiben würden. Das ist eine der schönsten Formen von Büroeffizienz: Man geht mit einer realistischen Erwartung hinein, rechnet mit zähem Fortschritt, Abstimmungsbedarf und mindestens drei neuen offenen Punkten, und plötzlich läuft es. Sachen werden geklärt, Entscheidungen fallen, Aufgaben verschwinden, und man schaut irgendwann fast misstrauisch auf die Liste, weil sie kürzer ist, als sie es laut Naturgesetz sein dürfte. Solche Tage sind selten, aber wertvoll. Sie beweisen, dass Meetings und gemeinsames Arbeiten nicht zwangsläufig Kalenderdekoration sein müssen, sondern tatsächlich etwas bewegen können, wenn alle im richtigen Moment am richtigen Tisch sitzen.
Um halb sechs ging es dann zurück nach Hause, und diesmal zeigte sich die Straße von ihrer zivilisierten Seite: staufrei. Nach der zähen Hinfahrt am Vortag war das vermutlich fast schon ein verkehrspolitisches Friedensangebot. Keine endlosen Bremslichter, keine Geduldsprüfung bis Leverkusen, keine Autobahn als Charakterseminar, sondern einfach fahren und ankommen. Zu Hause wurde dann direkt der Koffer ausgepackt, was ein unterschätzter Akt von Lebensdisziplin ist. Denn der unausgepackte Koffer ist ja keine Tasche, sondern ein stiller Vorwurf mit Reißverschluss. Wer ihn am selben Abend leert, verhindert, dass er drei Tage lang im Flur steht und so tut, als wäre man noch halb auf Dienstreise.
Dann gab es Abendbrot, und jetzt folgt der sanfte Übergang in den Feierabend: ein wenig Fußball schauen und dabei Unterlagen sortieren. Das ist genau diese Mischform aus Erholung und Restproduktivität, bei der der Körper auf dem Sofa sein darf, während der Kopf noch ein bisschen Ordnung schafft. Fußball läuft, Papier wandert, Stapel werden kleiner, und irgendwo zwischen Abseitslinie und Ablage entsteht das angenehme Gefühl, den Tag nicht einfach auslaufen zu lassen, sondern ihn ordentlich zu landen.
War dieser Tag produktiv? Ja, ziemlich eindeutig. Und zwar trotz miserabler Hotelnacht. Sie haben früh begonnen, die Zeit sinnvoll genutzt, im Büro gemeinsam mit den Kollegen deutlich mehr geschafft als erwartet, die Rückfahrt ohne Stau hinter sich gebracht, den Koffer direkt ausgepackt und sortieren jetzt sogar noch Unterlagen. Das ist kein Tag, der nur irgendwie durchgehalten wurde. Das ist ein Tag, der mit 47 Prozent Schlafqualität gestartet ist und trotzdem so getan hat, als hätte er acht Stunden Tiefschlaf, Rückenwind und eine persönliche Assistenz gehabt.
Mein humorvolles Tagebuch
Donnerstag, 7. Mai 2026
7.5.2026: Der Tag, an dem 47 Prozent Schlaf gegen 100 Prozent Büroeffizienz verloren
Mittwoch, 6. Mai 2026
6.5.2026: Der Tag, an dem die A3 beschloss, ein Charaktertest zu sein
Heute begann der Tag nicht einfach früh, sondern mit jener besonderen Form von Frühe, bei der man um halb acht bereits im Auto sitzt und innerlich noch mit dem eigenen Frühstück verhandelt, ob das wirklich schon alles gewesen sein kann. Eigentlich hätte die Fahrt nach Grevenmacher gut zwei Stunden dauern sollen, also lang genug, um sich beruflich bedeutend zu fühlen, aber noch kurz genug, um nicht über Lebensentscheidungen nachzudenken. Stattdessen wurden daraus 3,5 Stunden, was aus einer Dienstfahrt eine kleine verkehrstechnische Selbstfindungsreise machte. Allein bis Leverkusen 90 Minuten zu brauchen, obwohl das sonst unter einer halben Stunde erledigt ist, klingt nach einer dieser Prüfungen, die niemand bestellt hat, die aber trotzdem auf der Tagesordnung stehen, als hätte die Autobahn persönlich gesagt: „Heute machen wir mal Teambuilding.“
Im Büro angekommen, ging es dann mit den üblichen notwendigen Dingen weiter, also mit all dem, was selten spektakulär klingt, aber den Laden am Laufen hält. Diese Aufgaben haben ja die charmante Eigenschaft, dass sie in keinem Tagebuch besonders glamourös aussehen, aber sofort fehlen würden, wenn sie niemand erledigt. Dazwischen gab es dann immerhin ein kulinarisches Rettungsboot: leckeres Mittagessen vom Chinesen. Nach 3,5 Stunden Autofahrt und dem ersten Büroblock darf so ein bestelltes Mittagessen durchaus als kleine Friedensverhandlung zwischen Körper, Kalender und Stimmung gelten. Man sitzt da, isst etwas Warmes, und für einen kurzen Moment glaubt man wieder an die Ordnung der Welt, auch wenn draußen irgendwo noch immer jemand im Stau steht und leise mit dem Lenkrad spricht.
Der Nachmittag gehörte dann ganz klar der Meeting-Maschine. Ein Termin nach dem anderen, alles vorbereitend, alles notwendig, alles mit dem Hintergrund, dass die Kollegin in vier Wochen in Mutterschutz geht und deshalb jetzt organisatorisch möglichst viele Fäden sortiert werden müssen, bevor der berufliche Alltag plötzlich merkt, dass eine tragende Säule demnächst berechtigterweise andere Prioritäten hat. Solche Vorbereitungsmeetings sind selten glamourös, aber wichtig. Sie sind die unsichtbaren Schrauben im Maschinenraum: Man sieht sie nicht, solange alles funktioniert, aber wehe, sie fehlen. Also wurde abgestimmt, geplant, übergeben, vermutlich erklärt, nachgefragt, festgehalten und innerlich an mindestens drei Stellen gedacht: „Gut, dass wir das jetzt klären und nicht erst dann, wenn alle suchen, wer eigentlich was weiß.“
Und jetzt folgt das Grevenmacher-Abendritual in seiner bewährten Dramaturgie: erst tanken, damit das Auto nicht morgen ebenfalls in Mutterschutz geht, dann ins Hotel, dann eine Stunde Fitnessstudio mit Fahrradfahren. Nach so einem Reisetag ist das fast schon heldenhaft, denn viele Menschen würden nach 3,5 Stunden Fahrt und einem Meeting-Marathon nur noch waagerecht mit Fernbedienung in der Hand kommunizieren. Aber eine Stunde Radfahren im Hotel-Fitnessstudio ist genau diese stille Form von Disziplin, die nicht laut prahlt, sondern einfach die Sporttasche nimmt und macht. Besonders nach einem Tag im Auto und auf Bürostühlen ist das vermutlich weniger Sport als vielmehr eine diplomatische Versöhnung mit der eigenen Wirbelsäule.
Der Abend klingt dann geradezu vernünftig luxuriös: ein selbst mitgebrachter leckerer Salat, Fernsehen, Champions League. Das ist keine Kapitulation, das ist strategisches Runterfahren. Nach Autobahnwahnsinn, Büroalltag, chinesischem Mittagessen, Übergabeplanung, Tanken und Hotelradfahren hat dieser Salat fast etwas Triumphales. Nicht irgendein trauriges Blattwerk aus der Hotelbar, sondern selbst mitgebracht, vorbereitet, kontrolliert und wahrscheinlich deutlich besser als alles, was einem sonst abends müde zwischen Minibar und Lieferdienst einfällt. Dazu Champions League im Fernsehen: Beine hoch, Spiel an, Kopf aus, zumindest soweit der Fußball das zulässt.
War der Tag produktiv? Ja, eindeutig. Vielleicht nicht im glänzenden „Ich habe heute die Welt neu erfunden“-Sinne, aber im realen Erwachsenenleben-Sinne: früh los, lange und nervige Anfahrt überstanden, Büroaufgaben erledigt, Übergaben vorbereitet, Meetings durchgezogen, Versorgung und Mobilität organisiert, Sport eingeplant und sogar ein vernünftiges Abendessen vorbereitet. Das ist kein Tag, der einfach passiert ist. Das ist ein Tag, der sich erst querstellte, dann trotzdem abgearbeitet wurde und am Ende noch genug Disziplin übrigließ, um im Hotel aufs Fahrrad zu steigen. Die Produktivität hatte heute Stau, aber sie ist angekommen.
Dienstag, 5. Mai 2026
5.5.2026: Der Tag, an dem Produktivität erst ausschlief und dann doch noch den Anzug anzog
Ob dieser Tag produktiv war? Nach nüchterner Aktenlage: ja. Nach innerem Gefühl: vermutlich auch ja, nur mit leichtem Tarnanstrich aus spätem Start, Kaffee und organisatorischem Kleinkram. Es war kein Tag, der morgens um sechs Uhr mit heroischem Blick aus dem Fenster begann, während im Hintergrund eine Motivationsmusik lief und irgendwo ein Notizbuch ehrfürchtig aufklappte. Eher begann er menschlich, vernünftig und damit fast schon verdächtig angenehm: ein bisschen ausschlafen, in Ruhe frühstücken, nicht sofort in den Maschinenraum des Lebens stürzen, sondern erstmal ankommen. Allein das ist bereits eine unterschätzte Form von Selbstmanagement, auch wenn es in keiner Produktivitäts-App als „strategische Regeneration mit Frühstückskomponente“ auftaucht.
Dann wurden ein paar Munzees gecaptured und deployed, was für Außenstehende klingt, als hätte man kleine digitale Haustiere durch eine bürokratische Grenzkontrolle geschleust. Aber es zählt. Es wurde etwas erledigt, verschoben, ausgelöst, in Bewegung gebracht. Und dann kam der eigentliche Brocken des Tages: um 13 Uhr die Podcastaufzeichnung mit dem Vorstand von MLP, also genau jenes Gespräch, das schon seit fast einem halben Jahr auf der Warteschleife kreiste wie ein Flugzeug über Frankfurt bei Gewitter. Mehrfach verschoben, neu terminiert, wieder eingeordnet, wahrscheinlich innerlich schon dreimal abgeschrieben und dann doch endlich umgesetzt. Das allein ist produktiv. Nicht nur, weil eine Aufnahme entstanden ist, sondern weil ein lange offener Punkt endlich von der geistigen To-do-Liste verschwunden ist. Solche Dinge haben ja die unangenehme Eigenschaft, im Kopf viel größer zu werden, je länger sie dort herumliegen. Wenn so ein Termin dann endlich stattfindet und der CFO anschließend sagt, es habe Spaß gemacht, darf man das durchaus als beruflichen kleinen Etappensieg verbuchen. Nicht gleich Konfetti aus der Decke, aber mindestens ein inneres Nicken mit leichter Champagner-Andeutung.
Nach dem Download der Daten kam dann nicht etwa der klassische Absturz auf das Sofa mit der Begründung „Ich habe heute schon gesprochen“, sondern der Gang ins Sportstudio. Eine schöne Stunde Sport, davon eine halbe Stunde Fahrradfahren und ein paar Übungen dazu: Das ist die Sorte Produktivität, die sich nicht sofort in E-Mails, Dateien oder Kalendereinträgen zeigt, aber trotzdem wirkt. Der Körper wurde bewegt, der Kopf wahrscheinlich einmal durchgelüftet, und die innere Festplatte konnte nach dem Podcast einmal defragmentieren. Gerade nach einem anspruchsvollen Gespräch ist Sport oft die eleganteste Form, das Gehirn wieder aus dem Konferenzmodus herauszubekommen. Man tritt in die Pedale, schaut irgendwohin, schwitzt ein bisschen und denkt irgendwann: Ja, vielleicht bin ich doch ein Mensch und nicht nur ein Termincontainer mit WLAN.
Zu Hause musste dann natürlich erstmal Kaffee sein. Das ist keine Unterbrechung, das ist ein verfassungsmäßig geschützter Übergangsritus zwischen körperlicher Aktivität und erneuter zivilisatorischer Einsatzfähigkeit. Ohne Kaffee direkt vom Sport in die Terminkoordination zu springen, wäre auch unnötig heldenhaft gewesen. Danach ging es weiter mit dem kleinteiligen, aber erstaunlich energiezehrenden Geschäft des modernen Berufslebens: Termine koordinieren, umlegen, neu ansetzen, abstimmen und vermutlich gedanklich mehrfach leise „warum ist Kalenderlogik eigentlich kein Schulfach?“ murmeln. Das sieht von außen unspektakulär aus, ist aber eine eigene Disziplin zwischen Diplomatie, Tetris und Wettervorhersage. Jeder verschobene Termin zieht drei andere mit sich, jeder freie Slot ist sofort wieder gefährdet, und am Ende fühlt man sich, als hätte man nicht nur Kalender gepflegt, sondern Verkehrsplanung für eine mittlere Großstadt betrieben.
Und dann wartet noch der Koffer. Morgen geht es für zwei Tage ins Büro nach Grevenmacher, also muss der Tag nicht nur abgeschlossen, sondern auch der nächste vorbereitet werden. Kofferpacken ist ja ebenfalls keine reine Haushaltsaufgabe, sondern eine kleine Zukunftswette: Welche Kleidung wird gebraucht? Was wird vergessen? Warum ist genau das Ladekabel verschwunden, das eben noch demonstrativ auf dem Tisch lag? Und braucht man wirklich drei Optionen für zwei Tage, oder ist das bereits textile Übervorsorge mit diplomatischem Einschlag?
In Summe: Ja, dieser Tag war produktiv. Nicht im Sinne eines komplett durchgetakteten Hochleistungsmonsters, das morgens um sieben schon drei Quartalsberichte analysiert, einen Podcast geschnitten und eine Zimmerpflanze strategisch neu ausgerichtet hat. Aber im echten, gelebten Sinne war er produktiv: erholt gestartet, digitale Kleinigkeiten erledigt, ein lange geplantes Vorstandsgespräch endlich aufgezeichnet, positive Rückmeldung bekommen, Sport gemacht, Termine sortiert und die Reise vorbereitet. Das ist kein verlorener Tag. Das ist ein Tag, der erst gemütlich die Schuhe gesucht und dann doch ordentlich Strecke gemacht hat.
Und jetzt darf der Champions-League-Abend kommen. Nach so einem Tagesprofil ist das auch keine Flucht vor der Produktivität, sondern ihr würdiger Ausklang. Der Arbeitstag hat geliefert, der Körper wurde bewegt, der Kalender wurde gezähmt, zumindest vorübergehend, und der Koffer wartet als letzter Endgegner mit Reißverschluss. Danach darf Fußball sein. Verdient ist verdient.
Montag, 4. Mai 2026
4.5.2026: Der Tag, an dem Produktivität einen vollen Einkaufswagen schob
Ob dieser Tag am Ende als produktiv durchgeht oder eher als „solide Anwesenheit mit vereinzelten Leistungsspitzen“ verbucht werden muss, bleibt vorerst eine offene Bewertungsfrage. Gegen neun Uhr begann er jedenfalls mit dem klassischen Aufstehen, also jenem Moment, in dem Körper und Kalender erstmals vorsichtig miteinander verhandeln. Danach wurde ein wenig vorbereitet, was im Rückblick immer deutlich organisierter klingt, als es sich währenddessen anfühlt. Anschließend standen gleich zwei Podcastaufzeichnungen auf dem Programm, womit der Tag zumindest akustisch schon einmal gut ausgelastet war.
Das erste Gespräch hinterließ zunächst den Eindruck, als würden die Antworten nicht nur vorbereitet, sondern möglicherweise mit amtlicher Vorlesegenehmigung direkt vom inneren Teleprompter abgelesen. Ein bisschen klang es nach „Antwort auf Wiedervorlage“, aber wie so oft rettet die Postproduktion, was der Live-Moment noch mit skeptisch hochgezogener Augenbraue betrachtet. Geschnitten, geglättet und ordentlich verpackt klingt das Ganze dann offenbar doch ziemlich gut, was wieder einmal beweist: Auch Podcasts haben eine zweite Chance verdient, besonders wenn jemand mit Schnittsoftware und gutem Willen daran herumfeilt.
Das zweite Thema gehörte dann dem Analystenverband und war, freundlich gesagt, kein leichter Spaziergang durch den Park der Plauderthemen. Eher ein gedanklicher Trimm-dich-Pfad mit Stolperwurzel, Fachbegriff und gelegentlichem Nebel. Trotzdem lief es einigermaßen ordentlich, was bei schwierigen Themen bereits als Erfolg gewertet werden darf. Nicht jede Podcastfolge muss klingen wie ein Aperol Spritz auf der Terrasse; manche dürfen auch ein bisschen nach Arbeitskreis, Tiefenbohrung und konzentriertem Stirnrunzeln schmecken.
Danach ging es kurz einkaufen, wobei „kurz“ in diesem Fall eher eine optimistische Zeitangabe war. Nach zwei Wochen Einkaufspause hatte der Warenkorb offenbar beschlossen, ein eigenes Lebensziel zu verfolgen. Er wurde voller und voller, bis er aussah wie die logistische Antwort auf eine kleinere Versorgungskrise. Dazu kamen noch vier Päckchen Blumenerde, weil offenbar nicht nur der Kühlschrank, sondern auch die Pflanzenwelt Anspruch auf Zukunftssicherung angemeldet hatte. Wer Podcasts aufzeichnet, schwierige Themen bespricht und anschließend Blumenerde kauft, hat jedenfalls ein sehr erwachsenes Level im Spiel des Lebens erreicht.
Jetzt ist der eine Podcast geschnitten, was den Tag in der Produktivitätsbilanz deutlich nach oben zieht. Es wurde gesprochen, aufgenommen, eingekauft, getragen, geschnitten und vermutlich auch innerlich mehrfach geseufzt. Damit darf der Feierabend guten Gewissens kommen. Und als kultureller Abschluss wartet nun das Kino mit „Der Teufel trägt Prada“ beziehungsweise „Prada läuft“, „Prada kennt den Teufel“ oder wie auch immer dieser modische Höllenritt in Teil 2 nun korrekt heißt. Hauptsache, es gibt Popcorn, Sitze, Dunkelheit und für ein paar Stunden niemanden, der eine Antwort vom Blatt abliest.
Sonntag, 3. Mai 2026
3.5.2026: Sonntag zwischen Bonn-Frühstück, Regen-Ausrede und Eishockey-Hoffnung
Heute bin ich gegen 8:30 Uhr aufgestanden, schnell duschen gewesen und einen Kaffee getrunken – eher funktional als gemütlich, weil der Vormittag schon verplant war. Danach ging’s nach Bonn, wo wir uns mit Freunden am Marktplatz zum Frühstück verabredet hatten. Das war wirklich sehr schön, genau die richtige Mischung aus gutem Essen, entspannten Gesprächen und dem Gefühl, den Sonntag sinnvoll begonnen zu haben. Gegen 15 Uhr waren wir wieder zu Hause, also ein halber Tagesausflug mit sehr angenehmem Ausgang.
Danach habe ich erst mal Podcasts gehört, um wieder runterzukommen. Eigentlich hatte ich noch vor, eine Runde Fahrrad zu fahren, aber draußen hat es geregnet – und ich bin ehrlich: Das war dann eine ziemlich gute Ausrede, den Plan elegant zu streichen. Stattdessen habe ich mich an den Schreibtisch gesetzt und die üblichen Sonntagsdinge erledigt: Podcasts nachbereitet, Blogs erstellt und alles ein bisschen sortiert, was sich über die Woche angesammelt hat.
Parallel läuft Eishockey, und ich hoffe natürlich, dass die Eisbären Berlin das heute schaffen. Das ist genau die richtige Begleitung für so einen Nachmittag: ein bisschen Arbeit, ein bisschen Sport im Hintergrund und dieses Gefühl, dass der Sonntag langsam ausläuft.
Unterm Strich ein runder Tag: erst raus, Leute treffen, dann zu Hause produktiv sein und jetzt entspannt Richtung Abend gehen – auch wenn das Fahrrad heute Pause hatte.
Samstag, 2. Mai 2026
2.5.2026: Frühstart, Pflichtprogramm und jetzt Countdown zum Leipzig-Spiel
Heute bin ich mal etwas früher raus, und direkt ging’s ins praktische Tagesgeschäft: Reifen am Nissan nachgezogen, danach tanken, Brötchen holen und noch schnell Geld gezogen. Das sind genau diese Wege, bei denen ich mich kurz wie ein rollendes Organisationszentrum fühle. Danach gab’s ein ausgiebiges Frühstück, und anschließend habe ich mir ganz bewusst eine Stunde Pause mit Podcasts gegönnt – mein Reset, bevor es weitergeht.
Im Anschluss noch ein paar Mails gecheckt und Termine koordiniert, also den Kopf wieder in den „Alles im Griff“-Modus gebracht. Jetzt geht’s gleich zum Fußball: Bayer 04 Leverkusen spielt um 18:30 Uhr gegen RB Leipzig. Gewinnen ist Pflicht, wenn die Champions League noch drin bleiben soll. Ich bin gespannt, was passiert. In Leipzig hat es zuletzt gut geklappt, aber zu Hause sah es gegen die oft nicht so überzeugend aus.
Ich gehe also mit einer Mischung aus Hoffnung und gesunder Skepsis rein. Wenn die Leistung stimmt, ist alles möglich – und wenn nicht, wird’s ein langer Abend. So oder so: Heute entscheidet sich wieder ein Stück Saison.
Freitag, 1. Mai 2026
1.5.2026: Ruhetag mit Papierkrieg: Ich bleibe vom Sport fern und arbeite mich durch Erbe, Bücher und Podcasts
Heute war ein ganz ruhiger Tag, und ich habe mir bewusst vorgenommen, keinen Sport zu machen. Stattdessen habe ich den ganzen Tag genutzt, um die Erbangelegenheit meines Vaters weiter voranzutreiben. Das ist ja kein Thema, das man mal eben schnell abhakt – eher ein zäher Prozess, bei dem ich Schritt für Schritt Dinge kläre, Anträge vorbereite und versuche, Ordnung in alles zu bringen. Auch wenn es anstrengend ist, fühlt es sich gut an, wenn ich merke, dass es langsam vorangeht.
Parallel habe ich weiter an meinen Büchern gearbeitet und ein paar fertiggestellt. Das ist dann wieder die angenehmere Seite des Tages – etwas Kreatives, bei dem ich direkt sehe, was ich geschafft habe. Dazu habe ich jede Menge Podcasts nachgehört, also den Kopf gleichzeitig beschäftigt und entspannt.
Unterm Strich war das genau so ein Tag, wie ich ihn mir vorgestellt hatte: ruhig, ohne große Ablenkung, aber trotzdem produktiv. Kein Sport, kein großes Programm – einfach Dinge erledigt und dabei den Tag entspannt durchlaufen lassen.
7.5.2026: Der Tag, an dem 47 Prozent Schlaf gegen 100 Prozent Büroeffizienz verloren
Im Hotel zu schlafen ist offenbar weiterhin kein Wellnessversprechen, sondern eher ein nächtliches Forschungsprojekt unter erschwerten Bedin...
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Wenn man um 9:30 Uhr aufsteht, denkt man ja noch: „Ach, entspannter Tag, ich bin ja Rentner.“ Tja. Um 11 Uhr schon die erste Etappe des Tage...
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Manche Tage sind wie ein Puzzlespiel mit verschwundenem Deckelbild: Man weiß, wie’s ungefähr aussehen soll, aber es dauert eben, bis alles p...
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Was für eine Nacht. Um 4 Uhr früh ging’s los – und nicht etwa mit Frühstück im Bett, sondern mit Blaulicht-Stimmung. Kerstin ist mit Julia w...