Mittwoch, 20. Mai 2026

20.5.2026: Der Tag, an dem Leverkusen wieder beschloss, den Verkehr neu zu erfinden

Gestern Abend wurde es nach dem Spieleabend offenbar doch etwas später, also eigentlich genau die Sorte „nur noch eine Runde“, die plötzlich dazu führt, dass man irgendwann auf die Uhr schaut und feststellt, dass der nächste Morgen bereits nervös mit den Autoschlüsseln klimpert. Trotzdem ging es heute kurz vor acht wieder raus, denn der Dienstweg nach Grevenmacher kennt bekanntlich keine Gnade gegenüber Müdigkeit oder Restgeselligkeit.

Und natürlich dauerte die Fahrt erneut 3,5 Stunden. Inzwischen entwickelt sich die Strecke langsam zu einer persönlichen Langzeitbeziehung mit wechselnden Baustellen und konstantem Staupotenzial. Besonders der obligatorische Stau bis Leverkusen gehört mittlerweile offenbar fest zum Reiseprogramm, fast wie ein schlechter Vorfilm, den niemand sehen will, der aber trotzdem immer läuft. 60 Minuten extra nur für diesen Abschnitt – das ist keine Verzögerung mehr, das ist ein eigenes Zeitkonto. Man fährt los und verliert unterwegs erst einmal eine Stunde an die große deutsche Disziplin namens „alle gleichzeitig auf dieselbe Autobahn“.

Im Büro angekommen ging es dann zunächst an das wirklich Wichtige: Mittagessen organisieren. Beim Asiaten wurde bestellt, und offenbar war das eine gute Entscheidung. Nach 3,5 Stunden Autofahrt schmeckt warmes Essen ja ohnehin doppelt gut. Außerdem hat asiatisches Essen im Büro immer etwas leicht Feierliches: Plötzlich riecht alles nach Sojasauce, Ingwer und Produktivität mit Frühlingsrolle. Wahrscheinlich war das Essen nicht nur lecker, sondern auch dringend notwendig, damit Körper und Gehirn nach der Autobahn-Odyssee wieder halbwegs auf Betriebstemperatur kommen konnten.

Der Nachmittag lief dann deutlich besser als die Anfahrt. Viele Sachen wurden erledigt, richtig produktiv sogar. Das ist immer besonders angenehm an Bürotagen: Wenn man trotz langer Fahrt das Gefühl hat, dass der Aufenthalt wirklich etwas gebracht hat. Nicht nur Kalender voll, sondern tatsächlich Dinge abgearbeitet, geklärt, organisiert und vorangebracht. Solche Nachmittage gleichen den Stau wenigstens teilweise wieder aus. Man fährt zwar erschöpft an, aber nicht umsonst.

Und jetzt folgt wieder das bekannte Grevenmacher-Abendprogramm mit fast ritualhaftem Ablauf: erst tanken und einkaufen, dann ins Hotel. Diese Kombination gehört inzwischen wahrscheinlich genauso fest zur Dienstreise wie der Stau vor Leverkusen. Tanken ist dabei nicht nur Pflicht für das Auto, sondern fast symbolisch für den ganzen Tag: irgendwo muss schließlich wieder Energie rein. Danach Hotel, auspacken, kurz das Gefühl erzeugen, dass dieses Zimmer für eine Nacht tatsächlich ein halbwegs normales Zuhause ist, und dann noch Sport.

Dass nach so einem Tag überhaupt noch Fitnessstudio eingeplant wird, ist schon bemerkenswert diszipliniert. Viele würden nach 3,5 Stunden Fahrt, Bürotag und Einkauf höchstens noch sportlich zur Hotelbar gehen. Aber hier wird erst einmal trainiert, vermutlich um den Körper davon zu überzeugen, dass Sitzen im Auto keine ausreichende Bewegungsform ist.

Und danach wartet das Finale der Europa League mit Freiburg. Fußball als Tagesabschluss – und vermutlich auch ein kleiner Blick darauf, was Bayer 04 nächstes Jahr ebenfalls wieder erwartet. Europapokalabende, Spannung, Hoffnung und vermutlich wieder genug Gelegenheiten, sich über verpasste Chancen aufzuregen. Heute allerdings darf Freiburg die Bühne übernehmen, während im Hotelzimmer hoffentlich langsam Ruhe einkehrt.

War der Tag produktiv? Ja, definitiv. Trotz kurzer Nacht, trotz Monsterfahrt, trotz Stauprüfung bis Leverkusen. Sie waren früh unterwegs, haben im Büro viel erledigt, organisatorisch alles im Griff gehalten und ziehen jetzt sogar noch Sport durch. Das ist kein gemütlicher Wohlfühltag gewesen, sondern ein klassischer Arbeitstag mit ordentlich Kilometerleistung – auf der Straße, im Büro und wahrscheinlich auch mental. Jetzt darf das Europa-League-Finale übernehmen. Der Arbeitsteil des Tages hat seinen Sieg jedenfalls schon eingefahren.

Dienstag, 19. Mai 2026

19.5.2026: Der Tag, an dem Edeka zur Netzwerkveranstaltung wurde

Heute begann der Tag erst einmal sehr vernünftig: ausschlafen. Keine hektische Frühschicht, kein dramatischer Sprint in den Alltag, sondern ein kontrollierter Start mit etwas mehr Schlaf. Vermutlich genau richtig, bevor morgen wieder das zweitägige Büroprogramm in Grevenmacher wartet. Danach ging es aber direkt in die moderne Pflichtübung zwischen Öffentlichkeit und Eigenmarketing: Ein LinkedIn-Post beziehungsweise eine Podcast-Bewerbung musste erstellt werden. Podcasts nehmen sich schließlich nicht von allein Reichweite mit. Heute reicht es ja nicht mehr, etwas aufzunehmen – man muss dem Internet auch freundlich zurufen, dass es existiert. Also vermutlich Überschrift formuliert, Bild ausgesucht, Text gebaut, vielleicht noch kurz überlegt, ob das Emoji zu seriös oder zu motiviert wirkt, und dann ab damit in die LinkedIn-Welt.

Anschließend wurden die To-dos abgearbeitet, und zwar in klassischer „Ich fahre mal eben ein paar Sachen erledigen“-Manier, die am Ende meistens nach halber Stadtrundfahrt aussieht. Erst zur Sparkasse Geld holen. Das klingt einfach, ist aber inzwischen fast schon nostalgisch. Bargeld holen hat mittlerweile etwas von „zurück zu den Wurzeln“, bevor man später beim Spieleabend wieder feststellt, dass irgendjemand doch nur Münzen für die Getränkekasse dabeihat.

Danach ging es zum Autofritzen, weil dort vergessen worden war, die Scheibenwischer zu tauschen. Auch schön: Das Auto war offenbar technisch bereit, aber die Scheibenwischer hatten beschlossen, noch einmal in die Verlängerung zu gehen. Immerhin lief alles reibungslos. Keine Diskussionen, kein „das Teil ist leider gerade nicht da“, kein Werkstattdrama. Rein, tauschen, erledigt. Genau so möchte man Werkstatttermine erleben – kurz, schmerzlos und ohne dass am Ende plötzlich noch ein „Wir haben übrigens festgestellt…“ folgt.

Dann ging es weiter zu Aldi, um ein paar Sachen für den heutigen Spieleabend einzukaufen. Das ist die praktische Vorstufe geselliger Abende: Man plant nicht nur Menschen und Spiele, sondern auch Snacks, Getränke und die unausgesprochene Hoffnung, dass niemand am Ende mit leerem Glas und traurigem Blick dasitzt. Anschließend noch zu Edeka für die „Reste“, was im Alltag bedeutet: die Dinge, die Aldi entweder nicht hatte oder bei denen man plötzlich doch Qualitätsansprüche entwickelt hat.

Und genau dort passierte dann das eigentlich Schönste des Einkaufstags: ein alter Kumpane, Erwin, wurde getroffen. Kurz gequatscht zwischen Regalen und Einkaufswagen – diese zufälligen Begegnungen, die den Tag plötzlich menschlicher machen. Supermärkte sind ja manchmal mehr soziale Bühne als Einkaufsort. Man geht eigentlich nur wegen Brot oder Aufschnitt hinein und steht fünf Minuten später zwischen Gemüseabteilung und Kassenband in einer kleinen Zeitreise vergangener Jahre.

Wieder zu Hause gab es erst einmal eine Kleinigkeit zu Mittag. Danach wurde der Nachmittag erneut produktiv: ein paar Bücher fertiggestellt, also wieder echte Veröffentlichungsarbeit mit all den letzten Schritten, die dazugehören. Bücher fertig machen ist ja nicht nur Schreiben, sondern auch Kontrollieren, Optimieren, Formatieren und dieses ewige „Ich schaue nur noch einmal kurz drüber“, das selten wirklich nur einmal passiert.

Dazu kamen noch Dinge rund um Erbschein beziehungsweise Erbschaft für den Vater. Auch hier wieder: keine leichte Nebenaufgabe, sondern etwas, das organisatorisch und emotional gleichzeitig arbeitet. Solche Angelegenheiten erledigt man nicht nebenbei, auch wenn sie äußerlich oft nur nach Formularen und Dokumenten aussehen. Jeder Schritt nach vorne ist dort ein echter Fortschritt.

Und jetzt wird der Spieleabend vorbereitet, bevor morgen früh wieder der Arbeitsmodus Richtung Grevenmacher startet. Das ist eigentlich ein ziemlich guter Tagesabschluss: tagsüber organisiert, erledigt, geschrieben, eingekauft und geregelt – und jetzt noch ein Abend mit Spielen, Gesprächen und hoffentlich keiner Diskussion darüber, wer beim letzten Mal die Regeln falsch erklärt hat.

War der Tag produktiv? Ja, eindeutig. Vielleicht nicht spektakulär, aber sehr komplett: Öffentlichkeitsarbeit gemacht, Besorgungen erledigt, Auto finalisiert, soziale Kontakte gepflegt, Bücher abgeschlossen, Erbschaftsthemen bearbeitet und den Abend vorbereitet. Das war kein Tag mit großem Feuerwerk, aber einer mit vielen sauberen Häkchen. Und manchmal sind genau diese Tage die stabilsten überhaupt.

Montag, 18. Mai 2026

18.5.2026: Der Tag, an dem ein AirPod kurz Karriere als Fitnessgerät machte

Heute war wieder einer dieser Tage, die sich erst ein bisschen strecken und dann doch ziemlich ordentlich liefern. Zugegeben, der Start war etwas später, aber nach dem Frühstück ging es direkt in den operativen Alltag. Der Mazda durfte zum Reifenwechsel, was nicht nur saisonale Pflicht ist, sondern auch dieses beruhigende Gefühl erzeugt, dass das Auto wieder passend gekleidet unterwegs ist. Man fährt schließlich ungern mit falschem Schuhwerk durch die Gegend, weder selbst noch motorisiert.

Danach ging es kurz in die Stadt, um einen Geschenkgutschein für den Freund Bernd zu besorgen, der am Freitag Geburtstag hat und abends einlädt. Das ist eine elegante Lösung: persönlich genug, um nicht lieblos zu wirken, und gleichzeitig flexibel genug, damit Bernd sich nicht mit etwas arrangieren muss, das er nur aus Höflichkeit gut findet. Effizient und sozial kompatibel – genau so soll Geschenklogik funktionieren.

Dann kam noch der Friseurtermin, der fast vergessen worden wäre. Aber nicht irgendein Friseur, sondern ein richtiger Barber Shop in der Stadt. Und offenbar hat sich das gelohnt: guter Typ, angenehme Atmosphäre, günstig und das Ergebnis passt. Das ist im Friseurgeschäft fast schon ein Vierfacherfolg, denn normalerweise bekommt man zwei von vier Punkten und diskutiert den Rest innerlich weg. Heute also ein klarer Sieg auf ganzer Linie – optisch aufgewertet und vermutlich mit dem Gefühl aus dem Laden gegangen, dass man sich wieder sehen lassen kann, ohne sich strategisch hinter Sonnenbrillen zu verstecken.

Von dort ging es weiter ins Sportstudio, und dort wartete dann das kleine Tagesdrama: Der AirPod beschloss, ein Eigenleben zu entwickeln und sprang plötzlich aus dem Ohr, um sich unter einem Gerät zu verstecken. Das ist genau die Sorte Moment, in der die Zeit kurz stehen bleibt und man denkt: „Das kann jetzt nicht wahr sein.“ Ein AirPod im Fitnessstudio zu verlieren ist ungefähr so, als würde man eine Kontaktlinse auf einem Kiesweg suchen. Aber mit gemeinschaftlicher Suchaktion, inklusive Trainer auf der Fläche, wurde das Ding nach zehn Minuten tatsächlich wiedergefunden. Im Nachhinein natürlich lustig, in dem Moment eher ein kleiner Herzfrequenztest außerhalb des Trainingsplans.

Der Nachmittag lief dann wieder deutlich strukturierter: an Büchern weitergearbeitet, Termine gemacht, Fußballstatistiken aktualisiert. Das ist die klassische Mischung aus kreativ, organisatorisch und datengetrieben – also genau die Art von Arbeit, die sich nicht immer spektakulär anfühlt, aber langfristig ordentlich Wirkung zeigt. Bücher schreiben und optimieren ist ohnehin ein Prozess mit vielen kleinen Fortschritten, die sich erst am Ende zu einem sichtbaren Ergebnis zusammensetzen. Dazu noch Termine klären und Zahlen pflegen – der Tag hat sich also nicht auf eine Disziplin beschränkt, sondern gleich mehrere Baustellen bedient.

Und jetzt geht es langsam in den Abend, hoffentlich ruhig, wahrscheinlich verdient und mit dem leisen Gefühl, dass dieser Tag mehr war als nur „ein bisschen was gemacht“. Trotz spätem Start wurde einiges erledigt: Auto versorgt, Geschenk organisiert, Erscheinungsbild optimiert, AirPod gerettet, Sport gemacht und an mehreren Projekten gearbeitet.

Unterm Strich: ja, das war ein produktiver Tag. Vielleicht nicht geschniegelt und geschniegelt durchgetaktet, aber genau die Art von Alltag, die funktioniert. Und ganz nebenbei hat ein AirPod gelernt, dass Fluchtversuche im Fitnessstudio zwecklos sind.

Sonntag, 17. Mai 2026

17.5.2026: Der Tag, an dem der Hometrainer Dienst tat und die Kisten endlich Kellerluft schnupperten

Heute war ein Tag mit angenehm spätem Start und trotzdem erstaunlich viel Bewegung in der Sache. Erst einmal ausschlafen, was nach den letzten Tagen mit Werkstatt, Einkauf, Büro, Sport, Podcasts, Fußballfrust und Möbelaktivitäten auch völlig verdient war. Man kann schließlich nicht jeden Morgen aufspringen, als hätte der Wecker einen Börsengang angekündigt. Danach wurden ein paar Dinge erledigt, also genau diese kleinen Alltagsbausteine, die einzeln unspektakulär wirken, aber zusammengenommen verhindern, dass das Leben irgendwann aussieht wie ein schlecht gepflegter Eingangskorb.

Dann folgte die sportliche Pflichtübung: 60 Minuten zu Hause auf dem Hometrainer. Das ist eine sehr ehrliche Form von Bewegung, weil man eine Stunde strampelt, ohne auch nur einen Meter voranzukommen, und trotzdem hinterher sagen darf: „Ich habe etwas getan.“ Der Hometrainer ist ja im Grunde das perfekte Symbol moderner Selbstdisziplin: Man fährt nirgendwohin, aber immerhin konsequent. Anschließend gab es 60 Minuten Podcast hören, was gewissermaßen die geistige Ergänzung zur körperlichen Pedalarbeit war. Erst die Beine, dann die Ohren. Oder anders gesagt: Der Körper bekam Kreislauf, der Kopf bekam Inhalt.

Danach stand die Zweitliga-Konferenz auf dem Programm, mit dem Abstieg von Fortuna Düsseldorf. Da gibt es tatsächlich schlechtere Nachrichten, zumindest aus einer gewissen rot-schwarzen Leverkusener Betrachtungsrichtung. Fußball ist ja nicht nur Ergebnissport, sondern auch kleine emotionale Buchhaltung: Was der eigene Verein liegen lässt, kann der Fußballgott gelegentlich durch fremdes Unglück leicht abfedern. Nicht schön, nicht edel, aber sehr menschlich. Bayer hat gestern nur 1:1 gespielt und die Champions League verpasst, aber wenn Fortuna gleichzeitig den Fahrstuhl nach unten nimmt, fühlt sich die Fußballwelt immerhin kurz wieder etwas sortierter an.

Zwischendurch wurde dann auch noch der neue Bürostuhl zusammengeschraubt. Das ist keine Nebensache, sondern ein handwerklicher Charaktertest mit Schrauben, Anleitung und vermutlich mindestens einem Moment, in dem man ein Bauteil anschaut und denkt: „Du gehörst hier irgendwohin, aber du sagst mir nicht wohin.“ Wenn der Stuhl jetzt steht, ist das ein echter Fortschritt. Nicht nur, weil man künftig besser sitzt, sondern weil so ein Karton samt Einzelteilen sonst wochenlang in der Wohnung herumsteht und einen jedes Mal stumm beurteilt, wenn man daran vorbeigeht.

Und als wäre das nicht genug, wurden endlich die Kisten in den Keller geschafft. Das ist einer dieser Punkte, die auf To-do-Listen gerne alt werden wie Rotwein, aber deutlich weniger Freude machen. Kisten in den Keller bringen klingt banal, hat aber eine enorme psychologische Wirkung. Plötzlich ist wieder Platz. Plötzlich sieht ein Bereich der Wohnung weniger nach Zwischenlager eines kleinen Umzugsunternehmens aus. Und plötzlich fragt man sich, warum man das nicht schon früher gemacht hat, was allerdings eine gefährliche Frage ist, die man an Sonntagen besser nicht zu gründlich verfolgt.

War der Tag produktiv? Ja, eindeutig. Er begann gemütlich, aber er blieb nicht liegen. Es wurde erledigt, trainiert, gehört, Fußball verarbeitet, ein Bürostuhl montiert und Stauraumordnung hergestellt. Das ist eine sehr solide Mischung aus Erholung, Bewegung, Haushalt und kleiner sportlicher Schadenfreude. Kein Tag mit großem Feuerwerk, aber einer mit vielen nützlichen Häkchen. Und manchmal ist genau das die beste Sonntagsbilanz: ausgeschlafen, gestrampelt, aufgeräumt, gesessen wird künftig besser – und die Kisten sind endlich da, wo sie hingehören.

Samstag, 16. Mai 2026

16.5.2026: Der Tag, an dem Bayer 04 höflich an der Champions League vorbeiging

Heute also letzter Bundesligaspieltag. Diese besondere Mischung aus Rechenschieber, Hoffnung, Enttäuschung und „ach, hätten wir doch im Februar nicht diese drei unnötigen Punkte verschenkt“. Bayer 04 ist sicher in der Europa League, und das ist natürlich grundsätzlich ordentlich. International dabei, Donnerstagabend-Flutlicht, Auswärtsfahrten irgendwo zwischen attraktiv und „wo genau liegt das eigentlich?“ – das hat schon seinen Reiz. Aber trotzdem bleibt dieses kleine Kratzen im Fan-Herzen: Da war mehr drin. Und wenn am letzten Spieltag zu Hause gegen Hamburg nur ein 1:1 herauskommt, fühlt sich das nicht wie ein großer Schlussakkord an, sondern eher wie jemand, der am Ende des Konzerts noch einmal versehentlich auf die falsche Taste drückt.

Man kann es drehen und wenden, wie man will: Europa League ist kein Weltuntergang, aber eben auch nicht die Champions-League-Hymne. Es ist ein bisschen wie ein gutes Abendessen ohne Dessert. Man ist satt, aber irgendwo hatte man sich doch noch Tiramisu vorgestellt. Bayer hat es nicht heute allein verspielt, aber heute wurde es eben noch einmal offiziell hübsch verpackt und mit einem Schleifchen der Ernüchterung übergeben. Ein Heimspiel, Hamburg zu Gast, letzter Spieltag – das hätte dramatischer, glanzvoller, entschlossener sein dürfen. Stattdessen: 1:1. Ein Ergebnis, das klingt, als hätten beide Mannschaften zwischendurch mal vorsichtig gefragt, ob man das nicht einfach so stehen lassen kann.

Aber der Tag ist ja noch nicht vorbei. Jetzt geht es kegeln, und das ist genau die richtige Anschlussveranstaltung. Wenn Bayer schon nicht alles abräumt, müssen eben gleich die Kegel dran glauben. Der sportliche Ehrgeiz wird vom Rasen auf die Bahn verlagert, und statt Tabellenplatz geht es jetzt um Holz, Kugel und die Frage, wer nach drei Würfen plötzlich behauptet, die Bahn ziehe nach links. Dazu kommt: Hunger. Und Hunger ist bekanntlich kein Nebenthema, sondern eine akute Lagebeschreibung. Kegeln mit Hunger ist gefährlich, denn irgendwann sieht man in der Kugel nicht mehr Sportgerät, sondern eine überdimensionale Frikadelle.

Also: Bayer hat heute nicht geglänzt, Europa League ist es geworden, ein bisschen Wehmut bleibt. Aber jetzt wird der Abend gerettet. Erst kegeln, dann hoffentlich etwas Ordentliches essen. Der Fußball hat nur 1:1 gespielt, aber der Magen fordert eindeutig einen Sieg.

Freitag, 15. Mai 2026

15.5.2026: Der Tag, an dem IKEA länger dauerte und die Couch erst in acht bis zehn Wochen antwortet

Heute war eindeutig Einkaufstag, und zwar nicht die harmlose Variante mit „nur schnell Milch holen“, sondern die große Version mit Möbeln, Smart Home, Blumen, Kaffee-Zwischenstation und finalem Discounter-Nachschlag. Erschwerend kam dazu, dass die Nacht vorher mit 63 Prozent Schlafqualität offenbar eher ein halbherziger Reparaturversuch war als echte Erholung. 63 Prozent klingt nach „irgendwie geschlafen“, aber nicht nach „frisch wie ein junger Bürohengst auf ergonomischem Drehstuhl“. Trotzdem ging es mittags los zu IKEA, also in jenes schwedische Paralleluniversum, in dem man eigentlich nur zielgerichtet einkaufen will und am Ende mit einem Wagen voller Dinge dasteht, von denen man vorher nicht wusste, dass das Leben ohne sie unvollständig war.

Der Einkauf dauerte länger als erwartet, was bei IKEA ungefähr so überraschend ist wie ein Inbusschlüssel in der Verpackung. Ein neuer Bürostuhl wurde gekauft, was allerdings sehr sinnvoll klingt, denn wer viel schreibt, Podcasts vorbereitet, Apps testet und Bücher optimiert, sollte nicht auf einem Sitzmöbel arbeiten, das nach drei Stunden Rückenbeschwerde als stille Nebenfigur im Raum steht. Dazu kamen Smart-Home-Dinge, also kleine technische Helfer, die vermutlich künftig das Zuhause intelligenter machen sollen, sofern sie nicht vorher dreimal gekoppelt, entkoppelt, neu gestartet und mit strengem Blick betrachtet werden müssen. Und einige Blumen durften auch mit, damit zwischen Technik, Möbeln und Alltag noch etwas wächst, das nicht nach Firmware-Update fragt.

Am Molenkotten gab es dann Kaffee, und das klingt nach genau dem richtigen Zwischenhalt. Nach IKEA braucht der Mensch einen Moment, in dem er nicht mehr zwischen Regalen, Kartons, Lagerplatznummern und „Haben wir das jetzt wirklich gebraucht?“ navigieren muss. Kaffee ist in solchen Momenten nicht Getränk, sondern mentale Neuformatierung. Danach ging es weiter nach Haan, wo dann auch noch eine neue Couch gekauft wurde. Das ist kein kleiner Einkauf, sondern eine Wohnentscheidung mit Lieferzeit. Acht bis zehn Wochen heißt: Die Couch existiert jetzt schon als Hoffnung, aber noch nicht als Sitzgelegenheit. Sie ist gewissermaßen ein Möbelversprechen auf Raten, eine Zukunft mit Polsterung, die irgendwo zwischen Produktion, Logistik und Vorfreude unterwegs sein wird.

Auf dem Heimweg wurden dann noch ein paar Reste bei Aldi und Lidl eingesammelt. Das war die praktische Ergänzung zum großen Möbel- und Einrichtungstag: erst Zukunft kaufen, dann Abendversorgung sichern. Nach IKEA, Kaffee und Couchkauf noch Discounter mitzunehmen, ist allerdings schon eine beachtliche Einkaufs-Etappe. Das ist nicht mehr bloß Besorgung, das ist Dreikampf mit Einkaufswagen, Parkplätzen und Kassenband.

Und als wäre das alles noch nicht genug gewesen, wurden danach noch schnell ein paar geschäftliche Mails erledigt. „Schnell“ ist dabei natürlich wieder dieses freundliche Wort, das Arbeit harmloser erscheinen lässt, als sie ist. Aber immerhin: Auch dieser Punkt wurde noch abgeräumt. Gerade nach einem solchen Einkaufstag zeigt das eine gewisse Restdisziplin, denn viele hätten nach Couchkauf und IKEA nur noch beschlossen, dass die berufliche Welt bis morgen warten darf.

War der Tag produktiv? Ja, eindeutig, nur eben nicht in der klassischen Schreibtischvariante. Er war haushaltsproduktiv, organisatorisch produktiv und am Ende sogar noch beruflich produktiv. Trotz mäßiger Nacht wurden große Dinge erledigt: neuer Bürostuhl, Smart Home, Blumen, Kaffee als Zwischenrettung, neue Couch bestellt, Lieferzeit akzeptiert, Lebensmittelreste ergänzt und geschäftliche Mails beantwortet. Jetzt den PC auszuschalten ist daher keine Kapitulation, sondern eine vernünftige Amtshandlung. Der Tag hat genug geliefert. Ein ruhiger Abend ist jetzt nicht nur verdient, sondern eigentlich Bestandteil des Möbelkauf-Folgeprogramms.

Donnerstag, 14. Mai 2026

14.5.2026: Der Feiertag, an dem die Produktivität leise hereinkam und sich direkt an den Schreibtisch setzte

Heute war also ein ruhiger Feiertag, aber offenbar keiner von der Sorte, die nur aus Frühstück, Sofa, leichter Müdigkeit und der Frage besteht, ob man wirklich schon wieder Hunger haben darf. Nein, dieser Feiertag hatte zwar gemütliche Außentemperatur im Tagesgefühl, aber innerlich lief er mit erstaunlich hohem Arbeitstakt. Nach dem Frühstück wurden erst einmal die Tagesmails beantwortet, also jene digitale Pflichtgymnastik, bei der man den Posteingang daran erinnert, dass er nicht völlig die Kontrolle übernehmen darf. Feiertag hin oder her: Mails kennen keine Besinnlichkeit. Sie liegen da, blinken innerlich und warten darauf, dass jemand sie sortiert, beantwortet oder zumindest mit strengem Blick in einen späteren Zuständigkeitsbereich verschiebt. Heute wurde aber nicht nur geschaut, sondern erledigt. Schon das war ein sauberer erster Haken auf der Tagesliste.

Danach ging es an den Vortrag für Ende Juni zum Thema „Was machen Analysten mit KI?“ – und der wurde fertiggestellt. Das ist ein ziemlich dicker Produktivitätsbrocken, denn ein Vortrag ist ja nie nur ein Vortrag. Er ist Gedankenarchitektur, roter Faden, Folienlogik, Botschaft, Dramaturgie und die leise Angst, dass irgendwo auf Seite 17 noch eine Grafik lauert, die niemand versteht. Gerade beim Thema Analysten und künstliche Intelligenz kommt noch hinzu, dass es nicht nach Technikspielerei klingen darf, sondern nach echter Veränderung im Analyseprozess: Recherche, Mustererkennung, Red-Flag-Screening, Geschäftsberichte, Datenräume, Zusammenfassungen, Fragenkataloge, Produktivitätsgewinn, aber bitte ohne den Eindruck, dass der Analyst künftig nur noch danebensteht und dem Algorithmus Kaffee bringt. Wenn dieser Vortrag jetzt fertig ist, dann ist das ein echter Fortschritt. Nicht „ein bisschen dran gearbeitet“, sondern fertig. Das Wort hat Gewicht. Fertig ist im Arbeitsleben ja beinahe schon Wellness.

Der nächste produktive Schritt folgte direkt hinterher: die Vorlesungsunterlagen für das zweitägige Seminar Mitte Juni wurden aktualisiert. Auch das klingt harmloser, als es ist. Vorlesungsunterlagen sind wie alte Gärten: Man denkt, man müsse nur kurz ein paar Blätter entfernen, und plötzlich steht man knietief in neuen Beispielen, veralteten Formulierungen, ergänzungsbedürftigen Folien und der Frage, warum diese eine Abbildung beim letzten Mal eigentlich noch völlig ausreichend wirkte. Zwei Tage Seminar bedeuten nicht zwei Stunden nettes Durchblättern, sondern Material, Struktur, Übergänge, Praxisbeispiele, Timing und die stille Hoffnung, dass die Teilnehmer am Ende nicht nur höflich nicken, sondern tatsächlich etwas mitnehmen. Auch hier also: kein Feiertagsgeplänkel, sondern solide inhaltliche Arbeit mit Wirkung über den Tag hinaus.

Und als wäre das noch nicht genug, wurden anschließend noch die Texte für die nächste Ausgabe des AG-Reports vorangetrieben. „Vorangetrieben“ ist dabei ein schönes Wort, weil es genau diese produktive Mittelzone beschreibt: noch nicht unbedingt vollständig abgeschlossen, aber deutlich weitergebracht. Texte für einen Report haben ja die Angewohnheit, nicht einfach geschrieben werden zu wollen. Sie wollen präzise sein, anschlussfähig, lesbar, fachlich belastbar und am besten auch noch so formuliert, dass niemand nach drei Sätzen gedanklich aus dem Fenster steigt. Wenn hier heute Fortschritt erzielt wurde, dann ist das ein weiterer kräftiger Punkt auf der Produktivitätsseite.

Parallel lief dann auch noch Codex mit der Transcriptionsapp mit. Das ist im Grunde die technische Nebenbaustelle mit Eigenleben. Während also Mails, Vortrag, Seminarunterlagen und Reporttexte bearbeitet wurden, wurde gleichzeitig an einer App gebastelt, die künftig Transkriptionen ermöglichen soll. Eine Transcriptionsapp ist genau so ein Projekt, das zunächst nach einer klaren Idee klingt und dann sehr schnell in Fragen hineinläuft wie: Welche Datei? Welches Format? Welche Sprache? Welcher Export? Welche Oberfläche? Warum macht der Button das Gegenteil von dem, was er gestern noch versprach? Aber entscheidend ist: Es geht voran. Und „es geht voran“ ist bei App-Projekten oft schon ein ziemlich guter Satz. Gerade wenn Codex nicht nur dekorativ mitläuft, sondern tatsächlich Schritt für Schritt etwas entsteht, dann darf man das als digitalen Fortschritt mit leichtem Bastelkeller-Charme verbuchen.

War der Feiertag produktiv? Ja, sogar sehr. Er war nicht laut, nicht hektisch, nicht von Termin zu Termin gepeitscht, aber inhaltlich erstaunlich stark: Mails beantwortet, einen KI-Analysten-Vortrag fertiggestellt, zweitägige Seminarunterlagen aktualisiert, AG-Report-Texte weitergebracht und parallel an einer Transcriptionsapp gearbeitet. Das ist kein Feiertag, der sich auf der faulen Haut ausgeruht hat. Das ist ein Feiertag, der erst freundlich gefrühstückt und dann still und effizient mehrere berufliche Baustellen geschlossen oder zumindest kräftig vorangeschoben hat. Ruhig war er vielleicht. Unproduktiv ganz sicher nicht.

20.5.2026: Der Tag, an dem Leverkusen wieder beschloss, den Verkehr neu zu erfinden

Gestern Abend wurde es nach dem Spieleabend offenbar doch etwas später, also eigentlich genau die Sorte „nur noch eine Runde“, die plötzlich...