Montag, 18. Mai 2026

18.5.2026: Der Tag, an dem ein AirPod kurz Karriere als Fitnessgerät machte

Heute war wieder einer dieser Tage, die sich erst ein bisschen strecken und dann doch ziemlich ordentlich liefern. Zugegeben, der Start war etwas später, aber nach dem Frühstück ging es direkt in den operativen Alltag. Der Mazda durfte zum Reifenwechsel, was nicht nur saisonale Pflicht ist, sondern auch dieses beruhigende Gefühl erzeugt, dass das Auto wieder passend gekleidet unterwegs ist. Man fährt schließlich ungern mit falschem Schuhwerk durch die Gegend, weder selbst noch motorisiert.

Danach ging es kurz in die Stadt, um einen Geschenkgutschein für den Freund Bernd zu besorgen, der am Freitag Geburtstag hat und abends einlädt. Das ist eine elegante Lösung: persönlich genug, um nicht lieblos zu wirken, und gleichzeitig flexibel genug, damit Bernd sich nicht mit etwas arrangieren muss, das er nur aus Höflichkeit gut findet. Effizient und sozial kompatibel – genau so soll Geschenklogik funktionieren.

Dann kam noch der Friseurtermin, der fast vergessen worden wäre. Aber nicht irgendein Friseur, sondern ein richtiger Barber Shop in der Stadt. Und offenbar hat sich das gelohnt: guter Typ, angenehme Atmosphäre, günstig und das Ergebnis passt. Das ist im Friseurgeschäft fast schon ein Vierfacherfolg, denn normalerweise bekommt man zwei von vier Punkten und diskutiert den Rest innerlich weg. Heute also ein klarer Sieg auf ganzer Linie – optisch aufgewertet und vermutlich mit dem Gefühl aus dem Laden gegangen, dass man sich wieder sehen lassen kann, ohne sich strategisch hinter Sonnenbrillen zu verstecken.

Von dort ging es weiter ins Sportstudio, und dort wartete dann das kleine Tagesdrama: Der AirPod beschloss, ein Eigenleben zu entwickeln und sprang plötzlich aus dem Ohr, um sich unter einem Gerät zu verstecken. Das ist genau die Sorte Moment, in der die Zeit kurz stehen bleibt und man denkt: „Das kann jetzt nicht wahr sein.“ Ein AirPod im Fitnessstudio zu verlieren ist ungefähr so, als würde man eine Kontaktlinse auf einem Kiesweg suchen. Aber mit gemeinschaftlicher Suchaktion, inklusive Trainer auf der Fläche, wurde das Ding nach zehn Minuten tatsächlich wiedergefunden. Im Nachhinein natürlich lustig, in dem Moment eher ein kleiner Herzfrequenztest außerhalb des Trainingsplans.

Der Nachmittag lief dann wieder deutlich strukturierter: an Büchern weitergearbeitet, Termine gemacht, Fußballstatistiken aktualisiert. Das ist die klassische Mischung aus kreativ, organisatorisch und datengetrieben – also genau die Art von Arbeit, die sich nicht immer spektakulär anfühlt, aber langfristig ordentlich Wirkung zeigt. Bücher schreiben und optimieren ist ohnehin ein Prozess mit vielen kleinen Fortschritten, die sich erst am Ende zu einem sichtbaren Ergebnis zusammensetzen. Dazu noch Termine klären und Zahlen pflegen – der Tag hat sich also nicht auf eine Disziplin beschränkt, sondern gleich mehrere Baustellen bedient.

Und jetzt geht es langsam in den Abend, hoffentlich ruhig, wahrscheinlich verdient und mit dem leisen Gefühl, dass dieser Tag mehr war als nur „ein bisschen was gemacht“. Trotz spätem Start wurde einiges erledigt: Auto versorgt, Geschenk organisiert, Erscheinungsbild optimiert, AirPod gerettet, Sport gemacht und an mehreren Projekten gearbeitet.

Unterm Strich: ja, das war ein produktiver Tag. Vielleicht nicht geschniegelt und geschniegelt durchgetaktet, aber genau die Art von Alltag, die funktioniert. Und ganz nebenbei hat ein AirPod gelernt, dass Fluchtversuche im Fitnessstudio zwecklos sind.

Sonntag, 17. Mai 2026

17.5.2026: Der Tag, an dem der Hometrainer Dienst tat und die Kisten endlich Kellerluft schnupperten

Heute war ein Tag mit angenehm spätem Start und trotzdem erstaunlich viel Bewegung in der Sache. Erst einmal ausschlafen, was nach den letzten Tagen mit Werkstatt, Einkauf, Büro, Sport, Podcasts, Fußballfrust und Möbelaktivitäten auch völlig verdient war. Man kann schließlich nicht jeden Morgen aufspringen, als hätte der Wecker einen Börsengang angekündigt. Danach wurden ein paar Dinge erledigt, also genau diese kleinen Alltagsbausteine, die einzeln unspektakulär wirken, aber zusammengenommen verhindern, dass das Leben irgendwann aussieht wie ein schlecht gepflegter Eingangskorb.

Dann folgte die sportliche Pflichtübung: 60 Minuten zu Hause auf dem Hometrainer. Das ist eine sehr ehrliche Form von Bewegung, weil man eine Stunde strampelt, ohne auch nur einen Meter voranzukommen, und trotzdem hinterher sagen darf: „Ich habe etwas getan.“ Der Hometrainer ist ja im Grunde das perfekte Symbol moderner Selbstdisziplin: Man fährt nirgendwohin, aber immerhin konsequent. Anschließend gab es 60 Minuten Podcast hören, was gewissermaßen die geistige Ergänzung zur körperlichen Pedalarbeit war. Erst die Beine, dann die Ohren. Oder anders gesagt: Der Körper bekam Kreislauf, der Kopf bekam Inhalt.

Danach stand die Zweitliga-Konferenz auf dem Programm, mit dem Abstieg von Fortuna Düsseldorf. Da gibt es tatsächlich schlechtere Nachrichten, zumindest aus einer gewissen rot-schwarzen Leverkusener Betrachtungsrichtung. Fußball ist ja nicht nur Ergebnissport, sondern auch kleine emotionale Buchhaltung: Was der eigene Verein liegen lässt, kann der Fußballgott gelegentlich durch fremdes Unglück leicht abfedern. Nicht schön, nicht edel, aber sehr menschlich. Bayer hat gestern nur 1:1 gespielt und die Champions League verpasst, aber wenn Fortuna gleichzeitig den Fahrstuhl nach unten nimmt, fühlt sich die Fußballwelt immerhin kurz wieder etwas sortierter an.

Zwischendurch wurde dann auch noch der neue Bürostuhl zusammengeschraubt. Das ist keine Nebensache, sondern ein handwerklicher Charaktertest mit Schrauben, Anleitung und vermutlich mindestens einem Moment, in dem man ein Bauteil anschaut und denkt: „Du gehörst hier irgendwohin, aber du sagst mir nicht wohin.“ Wenn der Stuhl jetzt steht, ist das ein echter Fortschritt. Nicht nur, weil man künftig besser sitzt, sondern weil so ein Karton samt Einzelteilen sonst wochenlang in der Wohnung herumsteht und einen jedes Mal stumm beurteilt, wenn man daran vorbeigeht.

Und als wäre das nicht genug, wurden endlich die Kisten in den Keller geschafft. Das ist einer dieser Punkte, die auf To-do-Listen gerne alt werden wie Rotwein, aber deutlich weniger Freude machen. Kisten in den Keller bringen klingt banal, hat aber eine enorme psychologische Wirkung. Plötzlich ist wieder Platz. Plötzlich sieht ein Bereich der Wohnung weniger nach Zwischenlager eines kleinen Umzugsunternehmens aus. Und plötzlich fragt man sich, warum man das nicht schon früher gemacht hat, was allerdings eine gefährliche Frage ist, die man an Sonntagen besser nicht zu gründlich verfolgt.

War der Tag produktiv? Ja, eindeutig. Er begann gemütlich, aber er blieb nicht liegen. Es wurde erledigt, trainiert, gehört, Fußball verarbeitet, ein Bürostuhl montiert und Stauraumordnung hergestellt. Das ist eine sehr solide Mischung aus Erholung, Bewegung, Haushalt und kleiner sportlicher Schadenfreude. Kein Tag mit großem Feuerwerk, aber einer mit vielen nützlichen Häkchen. Und manchmal ist genau das die beste Sonntagsbilanz: ausgeschlafen, gestrampelt, aufgeräumt, gesessen wird künftig besser – und die Kisten sind endlich da, wo sie hingehören.

Samstag, 16. Mai 2026

16.5.2026: Der Tag, an dem Bayer 04 höflich an der Champions League vorbeiging

Heute also letzter Bundesligaspieltag. Diese besondere Mischung aus Rechenschieber, Hoffnung, Enttäuschung und „ach, hätten wir doch im Februar nicht diese drei unnötigen Punkte verschenkt“. Bayer 04 ist sicher in der Europa League, und das ist natürlich grundsätzlich ordentlich. International dabei, Donnerstagabend-Flutlicht, Auswärtsfahrten irgendwo zwischen attraktiv und „wo genau liegt das eigentlich?“ – das hat schon seinen Reiz. Aber trotzdem bleibt dieses kleine Kratzen im Fan-Herzen: Da war mehr drin. Und wenn am letzten Spieltag zu Hause gegen Hamburg nur ein 1:1 herauskommt, fühlt sich das nicht wie ein großer Schlussakkord an, sondern eher wie jemand, der am Ende des Konzerts noch einmal versehentlich auf die falsche Taste drückt.

Man kann es drehen und wenden, wie man will: Europa League ist kein Weltuntergang, aber eben auch nicht die Champions-League-Hymne. Es ist ein bisschen wie ein gutes Abendessen ohne Dessert. Man ist satt, aber irgendwo hatte man sich doch noch Tiramisu vorgestellt. Bayer hat es nicht heute allein verspielt, aber heute wurde es eben noch einmal offiziell hübsch verpackt und mit einem Schleifchen der Ernüchterung übergeben. Ein Heimspiel, Hamburg zu Gast, letzter Spieltag – das hätte dramatischer, glanzvoller, entschlossener sein dürfen. Stattdessen: 1:1. Ein Ergebnis, das klingt, als hätten beide Mannschaften zwischendurch mal vorsichtig gefragt, ob man das nicht einfach so stehen lassen kann.

Aber der Tag ist ja noch nicht vorbei. Jetzt geht es kegeln, und das ist genau die richtige Anschlussveranstaltung. Wenn Bayer schon nicht alles abräumt, müssen eben gleich die Kegel dran glauben. Der sportliche Ehrgeiz wird vom Rasen auf die Bahn verlagert, und statt Tabellenplatz geht es jetzt um Holz, Kugel und die Frage, wer nach drei Würfen plötzlich behauptet, die Bahn ziehe nach links. Dazu kommt: Hunger. Und Hunger ist bekanntlich kein Nebenthema, sondern eine akute Lagebeschreibung. Kegeln mit Hunger ist gefährlich, denn irgendwann sieht man in der Kugel nicht mehr Sportgerät, sondern eine überdimensionale Frikadelle.

Also: Bayer hat heute nicht geglänzt, Europa League ist es geworden, ein bisschen Wehmut bleibt. Aber jetzt wird der Abend gerettet. Erst kegeln, dann hoffentlich etwas Ordentliches essen. Der Fußball hat nur 1:1 gespielt, aber der Magen fordert eindeutig einen Sieg.

Freitag, 15. Mai 2026

15.5.2026: Der Tag, an dem IKEA länger dauerte und die Couch erst in acht bis zehn Wochen antwortet

Heute war eindeutig Einkaufstag, und zwar nicht die harmlose Variante mit „nur schnell Milch holen“, sondern die große Version mit Möbeln, Smart Home, Blumen, Kaffee-Zwischenstation und finalem Discounter-Nachschlag. Erschwerend kam dazu, dass die Nacht vorher mit 63 Prozent Schlafqualität offenbar eher ein halbherziger Reparaturversuch war als echte Erholung. 63 Prozent klingt nach „irgendwie geschlafen“, aber nicht nach „frisch wie ein junger Bürohengst auf ergonomischem Drehstuhl“. Trotzdem ging es mittags los zu IKEA, also in jenes schwedische Paralleluniversum, in dem man eigentlich nur zielgerichtet einkaufen will und am Ende mit einem Wagen voller Dinge dasteht, von denen man vorher nicht wusste, dass das Leben ohne sie unvollständig war.

Der Einkauf dauerte länger als erwartet, was bei IKEA ungefähr so überraschend ist wie ein Inbusschlüssel in der Verpackung. Ein neuer Bürostuhl wurde gekauft, was allerdings sehr sinnvoll klingt, denn wer viel schreibt, Podcasts vorbereitet, Apps testet und Bücher optimiert, sollte nicht auf einem Sitzmöbel arbeiten, das nach drei Stunden Rückenbeschwerde als stille Nebenfigur im Raum steht. Dazu kamen Smart-Home-Dinge, also kleine technische Helfer, die vermutlich künftig das Zuhause intelligenter machen sollen, sofern sie nicht vorher dreimal gekoppelt, entkoppelt, neu gestartet und mit strengem Blick betrachtet werden müssen. Und einige Blumen durften auch mit, damit zwischen Technik, Möbeln und Alltag noch etwas wächst, das nicht nach Firmware-Update fragt.

Am Molenkotten gab es dann Kaffee, und das klingt nach genau dem richtigen Zwischenhalt. Nach IKEA braucht der Mensch einen Moment, in dem er nicht mehr zwischen Regalen, Kartons, Lagerplatznummern und „Haben wir das jetzt wirklich gebraucht?“ navigieren muss. Kaffee ist in solchen Momenten nicht Getränk, sondern mentale Neuformatierung. Danach ging es weiter nach Haan, wo dann auch noch eine neue Couch gekauft wurde. Das ist kein kleiner Einkauf, sondern eine Wohnentscheidung mit Lieferzeit. Acht bis zehn Wochen heißt: Die Couch existiert jetzt schon als Hoffnung, aber noch nicht als Sitzgelegenheit. Sie ist gewissermaßen ein Möbelversprechen auf Raten, eine Zukunft mit Polsterung, die irgendwo zwischen Produktion, Logistik und Vorfreude unterwegs sein wird.

Auf dem Heimweg wurden dann noch ein paar Reste bei Aldi und Lidl eingesammelt. Das war die praktische Ergänzung zum großen Möbel- und Einrichtungstag: erst Zukunft kaufen, dann Abendversorgung sichern. Nach IKEA, Kaffee und Couchkauf noch Discounter mitzunehmen, ist allerdings schon eine beachtliche Einkaufs-Etappe. Das ist nicht mehr bloß Besorgung, das ist Dreikampf mit Einkaufswagen, Parkplätzen und Kassenband.

Und als wäre das alles noch nicht genug gewesen, wurden danach noch schnell ein paar geschäftliche Mails erledigt. „Schnell“ ist dabei natürlich wieder dieses freundliche Wort, das Arbeit harmloser erscheinen lässt, als sie ist. Aber immerhin: Auch dieser Punkt wurde noch abgeräumt. Gerade nach einem solchen Einkaufstag zeigt das eine gewisse Restdisziplin, denn viele hätten nach Couchkauf und IKEA nur noch beschlossen, dass die berufliche Welt bis morgen warten darf.

War der Tag produktiv? Ja, eindeutig, nur eben nicht in der klassischen Schreibtischvariante. Er war haushaltsproduktiv, organisatorisch produktiv und am Ende sogar noch beruflich produktiv. Trotz mäßiger Nacht wurden große Dinge erledigt: neuer Bürostuhl, Smart Home, Blumen, Kaffee als Zwischenrettung, neue Couch bestellt, Lieferzeit akzeptiert, Lebensmittelreste ergänzt und geschäftliche Mails beantwortet. Jetzt den PC auszuschalten ist daher keine Kapitulation, sondern eine vernünftige Amtshandlung. Der Tag hat genug geliefert. Ein ruhiger Abend ist jetzt nicht nur verdient, sondern eigentlich Bestandteil des Möbelkauf-Folgeprogramms.

Donnerstag, 14. Mai 2026

14.5.2026: Der Feiertag, an dem die Produktivität leise hereinkam und sich direkt an den Schreibtisch setzte

Heute war also ein ruhiger Feiertag, aber offenbar keiner von der Sorte, die nur aus Frühstück, Sofa, leichter Müdigkeit und der Frage besteht, ob man wirklich schon wieder Hunger haben darf. Nein, dieser Feiertag hatte zwar gemütliche Außentemperatur im Tagesgefühl, aber innerlich lief er mit erstaunlich hohem Arbeitstakt. Nach dem Frühstück wurden erst einmal die Tagesmails beantwortet, also jene digitale Pflichtgymnastik, bei der man den Posteingang daran erinnert, dass er nicht völlig die Kontrolle übernehmen darf. Feiertag hin oder her: Mails kennen keine Besinnlichkeit. Sie liegen da, blinken innerlich und warten darauf, dass jemand sie sortiert, beantwortet oder zumindest mit strengem Blick in einen späteren Zuständigkeitsbereich verschiebt. Heute wurde aber nicht nur geschaut, sondern erledigt. Schon das war ein sauberer erster Haken auf der Tagesliste.

Danach ging es an den Vortrag für Ende Juni zum Thema „Was machen Analysten mit KI?“ – und der wurde fertiggestellt. Das ist ein ziemlich dicker Produktivitätsbrocken, denn ein Vortrag ist ja nie nur ein Vortrag. Er ist Gedankenarchitektur, roter Faden, Folienlogik, Botschaft, Dramaturgie und die leise Angst, dass irgendwo auf Seite 17 noch eine Grafik lauert, die niemand versteht. Gerade beim Thema Analysten und künstliche Intelligenz kommt noch hinzu, dass es nicht nach Technikspielerei klingen darf, sondern nach echter Veränderung im Analyseprozess: Recherche, Mustererkennung, Red-Flag-Screening, Geschäftsberichte, Datenräume, Zusammenfassungen, Fragenkataloge, Produktivitätsgewinn, aber bitte ohne den Eindruck, dass der Analyst künftig nur noch danebensteht und dem Algorithmus Kaffee bringt. Wenn dieser Vortrag jetzt fertig ist, dann ist das ein echter Fortschritt. Nicht „ein bisschen dran gearbeitet“, sondern fertig. Das Wort hat Gewicht. Fertig ist im Arbeitsleben ja beinahe schon Wellness.

Der nächste produktive Schritt folgte direkt hinterher: die Vorlesungsunterlagen für das zweitägige Seminar Mitte Juni wurden aktualisiert. Auch das klingt harmloser, als es ist. Vorlesungsunterlagen sind wie alte Gärten: Man denkt, man müsse nur kurz ein paar Blätter entfernen, und plötzlich steht man knietief in neuen Beispielen, veralteten Formulierungen, ergänzungsbedürftigen Folien und der Frage, warum diese eine Abbildung beim letzten Mal eigentlich noch völlig ausreichend wirkte. Zwei Tage Seminar bedeuten nicht zwei Stunden nettes Durchblättern, sondern Material, Struktur, Übergänge, Praxisbeispiele, Timing und die stille Hoffnung, dass die Teilnehmer am Ende nicht nur höflich nicken, sondern tatsächlich etwas mitnehmen. Auch hier also: kein Feiertagsgeplänkel, sondern solide inhaltliche Arbeit mit Wirkung über den Tag hinaus.

Und als wäre das noch nicht genug, wurden anschließend noch die Texte für die nächste Ausgabe des AG-Reports vorangetrieben. „Vorangetrieben“ ist dabei ein schönes Wort, weil es genau diese produktive Mittelzone beschreibt: noch nicht unbedingt vollständig abgeschlossen, aber deutlich weitergebracht. Texte für einen Report haben ja die Angewohnheit, nicht einfach geschrieben werden zu wollen. Sie wollen präzise sein, anschlussfähig, lesbar, fachlich belastbar und am besten auch noch so formuliert, dass niemand nach drei Sätzen gedanklich aus dem Fenster steigt. Wenn hier heute Fortschritt erzielt wurde, dann ist das ein weiterer kräftiger Punkt auf der Produktivitätsseite.

Parallel lief dann auch noch Codex mit der Transcriptionsapp mit. Das ist im Grunde die technische Nebenbaustelle mit Eigenleben. Während also Mails, Vortrag, Seminarunterlagen und Reporttexte bearbeitet wurden, wurde gleichzeitig an einer App gebastelt, die künftig Transkriptionen ermöglichen soll. Eine Transcriptionsapp ist genau so ein Projekt, das zunächst nach einer klaren Idee klingt und dann sehr schnell in Fragen hineinläuft wie: Welche Datei? Welches Format? Welche Sprache? Welcher Export? Welche Oberfläche? Warum macht der Button das Gegenteil von dem, was er gestern noch versprach? Aber entscheidend ist: Es geht voran. Und „es geht voran“ ist bei App-Projekten oft schon ein ziemlich guter Satz. Gerade wenn Codex nicht nur dekorativ mitläuft, sondern tatsächlich Schritt für Schritt etwas entsteht, dann darf man das als digitalen Fortschritt mit leichtem Bastelkeller-Charme verbuchen.

War der Feiertag produktiv? Ja, sogar sehr. Er war nicht laut, nicht hektisch, nicht von Termin zu Termin gepeitscht, aber inhaltlich erstaunlich stark: Mails beantwortet, einen KI-Analysten-Vortrag fertiggestellt, zweitägige Seminarunterlagen aktualisiert, AG-Report-Texte weitergebracht und parallel an einer Transcriptionsapp gearbeitet. Das ist kein Feiertag, der sich auf der faulen Haut ausgeruht hat. Das ist ein Feiertag, der erst freundlich gefrühstückt und dann still und effizient mehrere berufliche Baustellen geschlossen oder zumindest kräftig vorangeschoben hat. Ruhig war er vielleicht. Unproduktiv ganz sicher nicht.

Mittwoch, 13. Mai 2026

13.5.2026: Der Tag, an dem Spaghetti recycelt und Apps gezähmt werden sollten

Heute begann der Tag nicht mit langem Warmlaufen, sondern direkt im Betriebsmodus. Nach dem Frühstück ging es im Grunde schon Richtung Sportstudio, allerdings nicht ganz ohne beruflichen kleinen Vorspann: vorher noch ein Telefonat mit dem Kollegen und zwei Mails geschrieben. Das ist diese gefährliche Kategorie „nur kurz“, die im Alltag oft harmlos klingt, aber durchaus schon als produktiver Tagesauftakt gelten darf. Andere Menschen suchen morgens noch ihre Brille, hier wurden bereits Abstimmungen erledigt und schriftliche Botschaften in die Welt geschickt. Der Tag hatte also schon vor dem ersten Trainingsgerät die Ärmel hochgekrempelt.

Im Studio folgte dann das übliche 60-Minuten-Programm. „Wie üblich“ klingt dabei fast zu bescheiden, denn genau darin liegt ja der Wert: hingehen, durchziehen, nicht groß verhandeln. Routine ist manchmal der unauffällige Bodyguard der Disziplin. Es muss nicht jedes Mal ein sportliches Erweckungserlebnis mit dramatischer Musik und Zeitlupenschweiß sein. Eine Stunde Training ist eine Stunde Training. Der Körper wurde bewegt, die Geräte wurden benutzt, und der innere Schweinehund durfte vermutlich irgendwo in der Ecke sitzen und beleidigt an seiner Trinkflasche nuckeln. Anschließend noch Sauna – das ist dann die zivilisierte Form von „gut gemacht“. Erst Anstrengung, dann Hitze, dann dieses leicht benommene Gefühl, als hätte der Körper ein internes Update installiert und müsse jetzt kurz neu starten.

Wieder zu Hause gab es eine Kleinigkeit zu essen: die Spaghetti von gestern Abend. Das ist nicht einfach Resteessen, das ist kulinarische Effizienz mit italienischem Unterton. Spaghetti am Folgetag haben ja oft sogar eine eigene Würde, weil sie bereits wissen, was sie sein wollen, und nicht mehr groß erklärt werden müssen. Ein Teller Restpasta nach Sport und Sauna ist praktisch, lecker und ressourcenschonend – also quasi Nachhaltigkeit mit Gabel.

Am Nachmittag wurde dann weiter versucht, eigene Apps zu bauen. Das klingt nach digitalem Abenteuerland mit gelegentlichen Stolperdrähten. Eigene Apps bauen ist ja keine Tätigkeit, sondern eine Beziehungskrise zwischen Idee, Code, Oberfläche, Fehlermeldung und der hartnäckigen Frage, warum etwas, das in der Vorstellung so elegant funktioniert, in der Praxis plötzlich aussieht wie ein Toaster mit Identitätsproblemen. Aber genau dieses Probieren ist produktiv. Nicht jeder Versuch endet sofort in einer fertigen App mit glänzendem Startbildschirm. Manchmal besteht der Fortschritt darin, besser zu verstehen, warum etwas noch nicht funktioniert, oder an welcher Stelle die Technik beschlossen hat, sich wie ein beleidigter Drucker aufzuführen.

Parallel wurden Bücher veröffentlicht. Das ist ein ziemlich handfester Produktivitätspunkt, denn Veröffentlichen heißt: etwas nicht nur vorbereiten, verschieben, verbessern, optimieren und innerlich dreimal neu sortieren, sondern tatsächlich aus der Werkstatt in die Welt schieben. Bücher zu veröffentlichen ist immer ein kleiner Moment zwischen Erleichterung und Kontrollverlust. Solange ein Buch noch in Bearbeitung ist, gehört es einem. Sobald es veröffentlicht ist, steht es draußen im Schaufenster und sagt: „So, jetzt bin ich da.“ Auch wenn nachher immer noch Optimierungen möglich sind, ist das ein echter Abschlussmoment.

Und jetzt wird der PC ausgeschaltet. Das ist manchmal die wichtigste Entscheidung des Tages, weil Computer die unangenehme Fähigkeit haben, immer noch eine Kleinigkeit anzubieten: noch eine Datei, noch ein Test, noch eine Mail, noch ein Upload, noch ein Blick in irgendein Dashboard. Irgendwann muss man das digitale Tier freundlich, aber bestimmt in den Schlaf schicken. Danach wartet ein ruhiger Abend mit Zeitungen und Zeitschriften. Das klingt nach einer angenehm analogen Landung nach einem digitalen Nachmittag. Papier statt Bildschirm, Blättern statt Klicken, Nachlesen statt Debuggen. Genau die richtige Mischung aus Information, Entspannung und dem leisen Gefühl, wieder etwas Überblick in die Welt zu bekommen.

War der Tag produktiv? Ja, eindeutig. Er hatte Berufliches, Sport, Sauna, Resteverwertung mit Stil, App-Experimente, Buchveröffentlichungen und jetzt sogar noch einen geplanten Medienabend ohne Bildschirmstress. Das ist kein Tag, der laut trompetend durch die Tür kam, aber einer, der viele vernünftige Häkchen gesetzt hat. Ein Tag mit Muskelarbeit, Kopfarbeit, Veröffentlichungsarbeit und am Ende hoffentlich etwas Lesefrieden. Genau so darf ein ruhiger Abend aussehen: PC aus, Zeitung auf, Alltag kurz auf lautlos.

Dienstag, 12. Mai 2026

12.5.2026: Der Tag, an dem Termine jongliert und Garnelen zum Finale eingewechselt wurden

Heute war wieder so ein Tag, der äußerlich gar nicht nach großer Dramatik klingt, aber innerlich ziemlich ordentlich Strecke gemacht hat. Nach dem Frühstück ging es nicht direkt in den gemütlichen Tagesfluss, sondern erst einmal an die geschäftlichen Termine. Koordinieren, abstimmen, verschieben, einordnen – diese Sorte Arbeit, die sich selten heldenhaft anfühlt, aber erstaunlich viel geistige Energie frisst. Kalenderarbeit ist ja im Grunde Tetris für Erwachsene, nur dass die bunten Klötzchen Menschen, Uhrzeiten und unausgesprochene Erwartungen sind. Man denkt, man müsse nur „kurz etwas abstimmen“, und plötzlich steht man mitten in einem diplomatischen Gipfeltreffen zwischen Outlook, Verfügbarkeiten und der Frage, warum ausgerechnet der einzig freie Slot bei allen anderen schon wieder nicht passt.

Danach ging es ins Sportstudio, und das übliche Programm wurde abgespult. Das klingt fast beiläufig, ist aber genau die Art von Routine, die im Alltag sehr viel wert ist. Nicht jedes Training muss sich anfühlen wie ein olympisches Comeback mit dramatischer Musik und Schweiß in Zeitlupe. Manchmal ist es einfach gut, hinzugehen, das Programm zu machen und wieder rauszukommen mit dem Gefühl: erledigt, Körper bewegt, innerer Schweinehund zumindest für heute ordnungsgemäß an die Leine genommen. Gerade nach Terminkoordination ist Sport eine gute Gegenmaßnahme, weil dort wenigstens die Geräte meistens klarer kommunizieren als Menschen mit Kalendern.

Wieder zu Hause gab es eine Kleinigkeit zu essen, also vermutlich die vernünftige Zwischenlösung zwischen „ich habe Sport gemacht, jetzt brauche ich Nahrung“ und „bitte noch nicht das Abendessen ruinieren“. Danach wurde weiter an ein paar Projekten gearbeitet. Auch das klingt nach klassischer Christoph-Produktivität: nicht eine Sache machen und dann Feierabend rufen, sondern mehrere Fäden gleichzeitig in der Hand halten und schauen, welcher davon heute ein Stück weitergezogen werden kann. Projekte haben ja die Eigenschaft, sich nie vollständig erledigt zu fühlen. Sie stehen eher im Raum wie höfliche, aber hartnäckige Gäste und sagen: „Nur noch eine Kleinigkeit.“ Und diese Kleinigkeit bringt dann meistens drei neue Kleinigkeiten mit.

Besonders wichtig: In Sachen Erbschaft sind Sie heute vorangekommen. Das ist kein kleiner Punkt, sondern einer dieser Fortschritte, die vermutlich sowohl organisatorisch als auch emotional Gewicht haben. Erbschaftsangelegenheiten bestehen selten nur aus Zahlen, Unterlagen und Formalitäten. Da hängen Erinnerungen, Verantwortung, Abstimmungen und manchmal auch ziemlich zähe Verwaltungsdetails dran. Wenn man dort einen Schritt weiterkommt, ist das nicht einfach Büroarbeit, sondern echtes Aufräumen in einem Bereich, der gleichzeitig sachlich und persönlich ist. Das darf man ruhig als deutlichen Produktivitätspunkt verbuchen.

Und jetzt ist es absolut Zeit für ein leckeres Abendessen. Kerstin macht gerade Spaghetti mit Garnelen, und das klingt nach einem würdigen kulinarischen Schlusspunkt. Nach Terminen, Sport, Projektarbeit und Erbschaftsfortschritt ist so ein Teller Pasta nicht einfach Essen, sondern eine kleine Belohnung mit Meeresnote. Spaghetti mit Garnelen haben ja diesen angenehmen Effekt, dass sie nach Urlaub klingen, selbst wenn man vorher nur zwischen Kalender, Sporttasche und Unterlagen unterwegs war. Ein bisschen italienisches Restaurantgefühl in der eigenen Küche – ohne Parkplatzsuche, ohne Speisekarte und hoffentlich ohne die Frage, ob noch jemand Parmesan „extra“ berechnet.

War der Tag produktiv? Ja, eindeutig. Nicht laut, nicht spektakulär, aber sehr solide: geschäftliche Termine koordiniert, Sport gemacht, an Projekten gearbeitet, in einer wichtigen Erbschaftsangelegenheit weitergekommen und jetzt ein gutes Abendessen vor Augen. Das ist ein Tag, der nicht mit Trompeten durchs Ziel läuft, aber mit ruhiger Zufriedenheit die Schuhe auszieht und sagt: „Doch, das war ordentlich.“

18.5.2026: Der Tag, an dem ein AirPod kurz Karriere als Fitnessgerät machte

Heute war wieder einer dieser Tage, die sich erst ein bisschen strecken und dann doch ziemlich ordentlich liefern. Zugegeben, der Start war ...