Heute war ich auf Tour, und zwar richtig: Nach dem Frühstück ging’s Richtung Montserrat, weil ich offenbar beschlossen habe, dass Urlaub nicht nur aus Baguette und Balkonblick besteht, sondern auch aus Höhenmetern und dem Gefühl, sich das Abendessen irgendwie verdient zu haben. Ich bin mit der Zahnradbahn hochgefahren – schon das ist ja ein kleines Vergnügen, weil man dabei gemütlich sitzt und trotzdem das Gefühl hat, man würde heldenhaft einen Berg bezwingen, obwohl die eigentliche Arbeit eine sehr fleißige Bahn erledigt. Oben angekommen habe ich direkt die nächste Stufe gezündet und bin mit der Bahn weiter hoch auf etwa 970 Meter nach Sant Joan. Da habe ich beim Spaziergang diesen hervorragenden Ausblick genossen, bei dem ich kurz so tue, als wäre ich ein professioneller Landschaftsbewunderer. Schön war’s – aber steil war es auch. So steil, dass meine Beine zwischendurch leise gefragt haben, ob wir nicht einfach wieder runterfahren könnten, während mein Kopf schon wieder „Ach komm, das bisschen!“ gesagt hat, wie er das immer macht, wenn er nicht selbst laufen muss.
Unten, wieder auf ungefähr 700 Metern, war ich dann in Montserrat in der Basilika und habe die Schwarze Madonna besichtigt. Das hatte etwas sehr Besonderes: nach dem ganzen Draußen, Wind, Steigung und Aussicht plötzlich drinnen, ruhig, ehrfürchtig, und ich merke, wie mein Tempo automatisch runtergeht. Das ist dieser Moment, wo ein Ausflug nicht nur „schön“ ist, sondern sich auch ein bisschen nach „bedeutungsvoll“ anfühlt – selbst wenn ich innerlich immer noch mit meinen Waden verhandle.
Auf dem Rückweg habe ich beim Dönermann in Cunit direkt pragmatisch gehandelt und Kebab fürs Abendessen mitgenommen. Ich liebe das: erst Berg und Basilika, dann Kebab. Das ist im Grunde die perfekte Urlaubsmischung aus Kultur, Natur und „ich will jetzt was Leckeres“. Wieder zu Hause habe ich erst mal Podcast gehört und eine Pause gemacht – logisch, ich war ja heute quasi auf Pilgerreise, nur mit Bahn und besserer Verpflegung. Danach habe ich noch Champions League geschaut, auch wenn Bayer 04 erst morgen gegen Arsenal spielt. Heute war also eher der Modus „warmgucken, mental vorbereiten und schon mal so tun, als wäre ich ganz neutral“, was natürlich nie lange hält, sobald Bayer wirklich spielt.
Jetzt lasse ich den Abend ausklingen – und ich finde, nach Zahnradbahn, Sant Joan, steilen Wegen, Basilika, Schwarzer Madonna und Kebab habe ich mir das auch redlich verdien
Mein humorvolles Tagebuch
Dienstag, 10. März 2026
10.3.2026: Montserrat-Expedition: Ich bin heute per Zahnradbahn dem Himmel entgegengekurbelt und habe der Schwarzen Madonna „Hallo“ gesagt
Montag, 9. März 2026
9.3.2026: Mümmelmann-Nachwirkungen, Terramar-Spaziergang und jetzt Park-Video statt Reue
Gestern Abend hatte ich vielleicht einen Mümmelmann zu viel, und mein Körper hat das heute ganz höflich, aber sehr konsequent quittiert: Ich habe länger als üblich geschlafen, und statt mich danach geschniegelt in den Tag zu stürzen, habe ich mir hier unten im Supermarkt erst mal ein Baguette zum Frühstück geholt. Das war kein Gourmet-Statement, das war Schadensbegrenzung in knusprig. Danach habe ich mich dann sogar noch mal eine Stunde hingelegt – was im Urlaub ja grundsätzlich erlaubt ist, aber heute eindeutig auch nötig war. Ich nenne das jetzt einfach „Regeneration nach spiritueller Übermotivation“.
Am frühen Nachmittag bin ich dann nach Sitges gefahren und habe den Park Terramar besucht. Auch wenn nicht alles blüht, war das ganz nett – und ehrlich gesagt ist genau das manchmal der Reiz: weniger Postkarten-Perfektion, mehr echte Atmosphäre. Auf dem Rückweg bin ich noch ein bisschen durch Sitges gefahren, so ein kleines „Ich guck mir das mal an“-Programm, und dann habe ich auch noch eingekauft, damit zu Hause später nicht wieder die große Frage aufkommt, wovon wir eigentlich leben wollen.
Wieder zu Hause gab’s erst mal Kaffee und eine Ruhepause, also der klassische Reset: Koffein rein, Tempo raus. Jetzt versuche ich, ein YouTube-Video vom Park zu machen – und das ist eigentlich die beste Art, den Tag zu retten: statt nur zu denken „ich bin heute langsam“, mache ich etwas, das am Ende sichtbar ist. Gleich essen wir zu Hause, schön unkompliziert, damit der Abend nicht wieder in Planung ausartet.
Und dann kommt leider noch der Pflichtteil: Heute Abend muss ich noch Jahresberichte schreiben. Das ist natürlich ein harter Kontrast zum Park und zur Urlaubsluft, aber ich kenne mich: Wenn ich es heute sauber in Blöcken durchziehe, habe ich danach den Kopf frei und kann mich wieder besser wie im Urlaub fühlen. Also erst essen, dann Jahresbericht – und am besten mit dem Gedanken, dass der Mümmelmann heute Abend definitiv nicht mehr ins Spiel kommt.
Sonntag, 8. März 2026
8.3.2026: Sonntag im Urlaub: Ich schlafe aus, tanke Sonne und lande am Ende wieder bei Oscar
Heute ist Sonntag, und Sonntag heißt im Urlaub bei mir ganz selbstverständlich: ausschlafen. Ich bin also in aller Ruhe wach geworden, habe mir dann ein langes Frühstück gegönnt und dabei ganz entspannt die Sonne genossen – ohne Plan, ohne Eile, einfach dieses Gefühl, dass der Tag nichts von mir will außer, dass ich ihn angenehm verbringe.
Am frühen Nachmittag bin ich dann wie so oft nach Cunit spaziert. Ich mag diese Strecke, weil sie genau die richtige Mischung aus Bewegung und Urlaub ist: genug Kilometer, um den Kopf frei zu bekommen, aber nicht so viel, dass es sich nach „Training“ anfühlt. Auf dem Rückweg habe ich in einer kleinen Kneipe Kaffee getrunken, und das ist für mich immer ein Highlight: sitzen, schauen, Menschen und Meer-Atmosphäre einsammeln, und dazu ein Kaffee, der automatisch besser schmeckt, weil ich ihn nicht zwischen Terminen trinke.
Wieder zu Hause habe ich erst mal Podcasts gehört und ein wenig an der Umformatierung von Büchern gearbeitet. Das ist bei mir mittlerweile so ein ruhiges Ritual: ein bisschen Input für den Kopf, ein bisschen Ordnung für die Projekte, ohne Stress, eher wie eine kleine kreative Pflegeeinheit. Nach dem Duschen geht’s gleich wieder raus – wir wollen heute mal wieder zu Oscar. Das fühlt sich an wie ein vertrauter Urlaubsanker: hingehen, essen, den Abend langsam werden lassen und dabei merken, dass der Sonntag genau so gelaufen ist, wie er laufen soll.
Samstag, 7. März 2026
7.3.2026: Trockener Start, nasser Rückweg und ein 3:3, das ich im Urlaub gnädiger bewerte als sonst
Heute war ein ruhiger Urlaubstag, und er hat ausnahmsweise mal im Trockenen begonnen – ich bin morgens wieder Baguette und Croissants holen gegangen, ohne dabei das Gefühl zu haben, ich bräuchte gleich noch Taucherflossen. Danach habe ich schön gefrühstückt und dann spontan entschieden, die trockene Phase direkt auszunutzen: Ich bin noch schnell eine Runde nach Cunit gelaufen, Munzee spielen, ein bisschen Strecke machen, Kopf frei pusten. Das sind genau die Momente, in denen ich im Urlaub am zufriedensten bin: nicht lange planen, einfach die Gelegenheit nehmen, solange das Wetter mitspielt.
Kaum war ich wieder zu Hause, fing es natürlich an zu schütten – Timing wie bestellt. Also Kaffee getrunken, gemütlich gemacht und danach Bayer 04 in Freiburg geguckt. Das Spiel endete 3:3, und ich sage mal so: Das ist okay. Im Urlaub kann ich mit solchen Ergebnissen besser leben, weil ich nicht im Stadion stehe und die letzten Minuten als emotionalen Notfall erlebe. Trotzdem nervt es natürlich ein bisschen, wenn der Ausgleich für Freiburg erst spät fällt – das ist genau diese Sorte Gegentor, die sich anfühlt, als hätte jemand kurz vor Schluss noch einmal an der Stimmung gedreht. Aber insgesamt: viele Tore, kein Totalausfall, und ich kann mich zumindest damit trösten, dass es nicht komplett aus der Hand gelaufen ist.
Adriana war zwischendurch zum Putzen da, was ich immer als stille Superkraft empfinde: Man macht nichts, und trotzdem wird alles besser. Jetzt kochen wir gleich selber etwas Leichtes, und ich bin mir ziemlich sicher, dass wir nachher noch die Netflix-Serie zu Ende gucken. Genau so darf ein Urlaubstag ausklingen: kein Drama, kein Zeitdruck, ein bisschen Fußball, ein bisschen Gemütlichkeit – und am Ende ein Sofa, das ruft: „Nur noch eine Folge.“
Freitag, 6. März 2026
6.3.2026: Unwetter-Frühstück, Hafenfenster und jetzt Netflix plus Buchfabrik im Parallelbetrieb
Heute Morgen war richtig Unwetter, so heftig, dass die Straßen teilweise unter Wasser standen. Und trotzdem bin ich Baguette holen gefahren, weil ich offenbar eine sehr klare Prioritätenliste habe: Erst Frühstück, dann Weltuntergang. Auf dem Weg habe ich wahrscheinlich kurz überlegt, ob ich nicht gleich ein Schlauchboot brauche, und zu Hause war dann klar: Das war keine „ein bisschen feucht“-Aktion, ich war komplett nass und musste mich einmal von oben bis unten umziehen. Das ist immer dieser Moment, in dem ich mich frage, wie man es schafft, bei 400 Metern Strecke so auszusehen, als hätte man eine mehrstündige Atlantiküberquerung hinter sich.
Mittags habe ich schon mal ein paar Apple Podcasts gehört – das ist bei so einem Wetter die perfekte Beschäftigung, weil ich dabei gemütlich im Trockenen sitze und trotzdem das Gefühl habe, mein Kopf bekommt etwas Input. Und dann kam die Gunst der Stunde: Das Wetter riss auf, und wir haben sofort reagiert, wie man es in solchen Situationen tun muss – nicht diskutieren, nicht zögern, einfach raus. Also einen Spaziergang im Hafen gemacht, die Luft eingesammelt, die Stimmung mitgenommen, und bei Paco Kaffee getrunken. Das ist genau dieser kleine Luxus, der sich nach einem Unwetter doppelt gut anfühlt, weil man ihn sich irgendwie erkämpft hat.
Zu Hause habe ich dann wieder relaxt, also den Tag elegant zurück in den Urlaubsmodus überführt. Nach dem Abendessen gibt’s jetzt ein wenig Netflix, und parallel schreibe ich noch ein bisschen an meinen Unnützes-Wissen-Büchern. Ich liebe diese Kombination: ein Auge auf Unterhaltung, ein Auge auf Produktion – quasi Erholung mit Nebenjob, nur dass ich mir den Nebenjob selbst ausgesucht habe und er mir sogar Spaß macht.
Donnerstag, 5. März 2026
5.3.2026: Regen deluxe: Ich fahre 400 Meter Auto, rette das Frühstück und schreibe den Jahresbericht weg
Heute hält der Regen leider weiter an, und ich habe mir einen kleinen Luxus erlaubt, der eigentlich eine Mischung aus Bequemlichkeit und Überlebensstrategie ist: Ich bin im strömenden Regen die 400 Meter zu meiner Lieblingsbäckerei tatsächlich mit dem Auto gefahren. Vierhundert Meter sind normalerweise ein Spaziergang, heute waren sie eher eine Wassersportdisziplin, und ich hatte schlicht keine Lust, schon vor dem ersten Kaffee so auszusehen, als hätte ich einen Tauchkurs absolviert. Also Auto. Punkt. Im Urlaub darf ich das.
Danach habe ich schön gefrühstückt, und das war dann auch genau das Richtige, weil bei dem Wetter an „raus“ wirklich nicht zu denken war. Regen ist ja okay, aber wenn er so konsequent herunterkommt, dass selbst die Palmen aussehen, als würden sie innerlich seufzen, dann gewinnt bei mir das Drinnen-Programm. Langsam scheint der Regen jetzt aber aufzuhören, und ich habe die Zeit sinnvoll genutzt: Ich habe den ersten Teil des Jahresberichts für die Firma fertiggestellt. Das ist so ein typischer Urlaubsmove bei mir: Wenn draußen nichts geht, mache ich drinnen etwas, das mir später den Kopf frei macht. Und es fühlt sich überraschend gut an, wenn so ein Brocken Arbeit weg ist, während ich gleichzeitig noch offiziell im Urlaubsmodus bleibe.
Nebenbei habe ich ein wenig Netflix geguckt, was perfekt dazu passt: erst Pflicht, dann kleine Belohnung, und zwischendurch immer wieder das hoffnungsvolle Prüfen, ob der Himmel schon auf „freundlich“ umgestellt hat. Wenn der Regen wirklich aufhört, fühlt sich der erste kleine Spaziergang danach gleich doppelt gut an – als hätte man sich das Wetter quasi verdient.
Mittwoch, 4. März 2026
4.3.2026: Sturm-Urlaubstag mit Keramik-Ritual, Schnäppchenjagd und Sky in Stellung
Heute ist ein stürmischer Urlaubstag, also genau die Sorte Wetter, bei der ich beim Blick aus dem Fenster sofort weiß: Heute wird kein „Wir schlendern mal eben gemütlich am Meer entlang“, heute wird eher „Wir machen das Beste draus – drinnen“. Nach dem Frühstück haben wir trotzdem unser jährliches Ritual durchgezogen und der Keramikbude in El Vendrell einen Besuch abgestattet. Das gehört bei mir mittlerweile so fest dazu, dass es sich fast wie ein Feiertag anfühlt: einmal gucken, einmal anfassen, einmal kurz überlegen, ob ich wirklich noch eine Schale brauche, die ich dann zu Hause ganz bestimmt nicht nur „für Gäste“ benutze. Diesmal haben wir nicht viel gekauft, weil wir irgendwie schon alles haben – was gleichzeitig beruhigend und ein kleines bisschen enttäuschend ist, weil ich diese Ausrede „Das brauchen wir unbedingt“ eigentlich ganz gern verwende.
Auf dem Rückweg war ich dann noch bei Rossmann und Caprabo und habe ein paar Sonderangebote eingesackt. Das ist im Urlaub meine Variante von Sport: nicht laufen, sondern clever zuschlagen. Und wenn das Wetter eh nicht zum Spazieren einlädt, fühlt sich so eine kleine Schnäppchenrunde sogar richtig sinnvoll an, als hätte ich den Sturm persönlich ausgetrickst.
Weil draußen heute wirklich keine Einladung zum Flanieren ausgesprochen wurde, habe ich mittags einen Mittagsschlaf gemacht – natürlich mit Podcast im Ohr, weil ich selbst beim Ruhen gern so tue, als wäre es eine produktive Maßnahme. Danach Kaffee, damit der Tag nicht komplett in „Sofa und Decke“ versinkt, und jetzt erledige ich noch ein paar Dinge, damit mein Kopf nicht voller offener Tabs bleibt.
Und heute Abend ist ja schon wieder Fußball: Bayer spielt ein Nachholspiel in Hamburg. Ich bin vorbereitet wie ein Profi – das MacBook mit Sky steht schon bereit, als wäre es ein kleiner Fernsehsender nur für mich. Jetzt fehlt nur noch ein überzeugender Auftritt von Bayer, damit der stürmische Tag wenigstens sportlich einen guten Abschluss bekommt.
10.3.2026: Montserrat-Expedition: Ich bin heute per Zahnradbahn dem Himmel entgegengekurbelt und habe der Schwarzen Madonna „Hallo“ gesagt
Heute war ich auf Tour, und zwar richtig: Nach dem Frühstück ging’s Richtung Montserrat, weil ich offenbar beschlossen habe, dass Urlaub nic...
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Wenn man um 9:30 Uhr aufsteht, denkt man ja noch: „Ach, entspannter Tag, ich bin ja Rentner.“ Tja. Um 11 Uhr schon die erste Etappe des Tage...
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Manche Tage sind wie ein Puzzlespiel mit verschwundenem Deckelbild: Man weiß, wie’s ungefähr aussehen soll, aber es dauert eben, bis alles p...
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Was für eine Nacht. Um 4 Uhr früh ging’s los – und nicht etwa mit Frühstück im Bett, sondern mit Blaulicht-Stimmung. Kerstin ist mit Julia w...