Samstag – und damit erst einmal ausschlafen und anschließend mit Kerstin in Ruhe frühstücken. Viel schöner war heute Morgen allerdings das Telefonat mit Julia und der ganzen Familie. Einfach hören, was es bei ihnen Neues gibt, ein bisschen erzählen und für eine Weile den eigenen Terminkalender vergessen. Solche Gespräche sind mir inzwischen wichtiger als mancher Termin, der im Kalender mit drei Ausrufezeichen versehen ist.
Danach musste Bewegung her. Also rauf aufs Fahrrad und meine Runde um Unterbacher See und Elbsee gefahren. Anschließend folgte die inzwischen obligatorische Podcast-Ruhe: hinlegen, Kopfhörer auf und einfach zuhören. Eine ausgesprochen angenehme Form der Regeneration, bei der ich mir sogar einreden kann, dass sie irgendwie produktiv ist.
Am Nachmittag war es mit der Ruhe allerdings vorbei. Ich habe einige Podcasts vorbereitet, an einem Vortrag gearbeitet und verschiedene Texte fertig gemacht und weggeschickt. Wieder ein paar Dinge weniger auf der Liste, und das ist gerade besonders wichtig. Denn über allem schwebt inzwischen der Montag.
Dann fliegen wir nämlich für eine Woche nach Irland und starten dort zu unserer Rundreise. Darauf freue ich mich richtig. Vorher gibt es allerdings noch einen Gegner, der sich weder durch gute Vorbereitung noch durch sportlichen Ehrgeiz beeindrucken lässt: die Steuererklärung. Die muss bis zum 30. September raus, und da wir dann irgendwo in Irland unterwegs sind, lautet meine heutige Abendunterhaltung folgerichtig nicht Netflix, sondern Finanzamt.
Also jetzt noch einmal konzentrieren, Zahlen zusammensuchen, eintragen, prüfen und hoffentlich einen Haken dahintersetzen. Denn ich möchte am Montag lieber mit Kerstin und einem Koffer nach Irland fliegen als mit dem Gedanken, dass zu Hause eine halb fertige Steuererklärung auf mich wartet.
Guinness statt Steuerformular – für dieses Ziel lohnt sich sogar ein Samstagabend mit dem Finanzamt.
Mein humorvolles Tagebuch
Samstag, 26. September 2026
26.9.2026: Erst die Steuer, dann das Guinness – Irland kann kommen!
Freitag, 25. September 2026
25.9.2026: Podcast erledigt, Fisch in Sicht – Freitag kann ich
Heute war einer dieser Freitage, bei denen ich am Nachmittag das angenehme Gefühl habe, einiges geschafft zu haben, ohne dass der Tag dabei in Arbeit ausgeartet ist. Diese Mischung gefällt mir inzwischen ausgesprochen gut – und dürfte von mir aus gerne häufiger im Kalender stehen.
Angefangen hat alles so, wie ein Freitag beginnen sollte, wenn man morgens keinen zwingenden Termin hat: lange schlafen. Danach haben Kerstin und ich in Ruhe gefrühstückt, und erst dann habe ich mich an die Dinge gemacht, die noch erledigt werden mussten. Ein bisschen Geschäftliches hier, ein paar Kleinigkeiten dort – nichts Spektakuläres, aber am Ende verschwindet doch einiges von der To-do-Liste.
Mittags stand dann der wichtigste Termin des Tages an: eine neue Podcast-Aufzeichnung für die DVFA. Auch die ist gut über die Bühne gegangen. Mikrofon an, Gespräch geführt, Mikrofon aus – und wieder ein Punkt erledigt. So mag ich Termine besonders gerne: Man bereitet sie vor, macht sie und hat anschließend nicht das Gefühl, dass daraus plötzlich sieben neue Aufgaben entstanden sind.
Jetzt muss ich nur noch ein paar Termine für die kommenden Wochen koordinieren. Wobei „nur noch ein paar Termine koordinieren“ bei mir bekanntlich eine gefährliche Formulierung ist. Mein Kalender besitzt die erstaunliche Fähigkeit, aus einer kleinen Terminabstimmung innerhalb kürzester Zeit ein mittleres Logistikprojekt zu machen. Deshalb werde ich versuchen, mich heute rechtzeitig davon loszureißen.
Denn heute Abend wartet eindeutig der angenehmere Teil des Tages. Wir treffen uns mit unseren Bonner Freunden im Fischhaus in Hilden. Darauf freue ich mich. Schön essen, zusammensitzen, erzählen und einen entspannten Abend verbringen – nach einer Woche mit Grevenmacher, Hotel, Sitzungen, Politiken und Podcasts ist das genau das richtige Freitagsprogramm.
Und heute Abend wird garantiert nichts mehr aktualisiert.
Höchstens mein Getränk.
Donnerstag, 24. September 2026
24.9.2026: Zwei Sitzungen, wenig Hausaufgaben – so darf ein Donnerstag laufen
Bislang war das heute tatsächlich ein ziemlich produktiver Tag – und das, obwohl ich mir heute Morgen erst einmal den Luxus gegönnt habe, auszuschlafen. Danach haben Kerstin und ich nur kurz gefrühstückt, bevor ich mich an den Rechner gesetzt und ein paar geschäftliche Dinge erledigt habe.
Vor allem musste ich zwei Sitzungen vorbereiten, die heute Nachmittag auf dem Programm standen. Solche Termine haben ja immer ein gewisses Überraschungspotenzial: Man geht mit einer überschaubaren To-do-Liste hinein und kommt im schlimmsten Fall mit einer komplett neuen Lebensaufgabe wieder heraus. Heute lief es erfreulicherweise anders. Beide Sitzungen waren gut, die Themen konnten vernünftig besprochen werden und – fast noch wichtiger – ich habe relativ wenig neue Hausaufgaben mitbekommen. Das allein macht den Nachmittag schon zu einem Erfolg.
Jetzt nutze ich das gute Wetter. Es ist trocken, vielleicht ein bisschen windig, aber das soll mich nicht davon abhalten, gleich noch meine Runde um den Unterbacher See und den Elbsee zu fahren. Rund 20 Kilometer, einmal den Kopf durchlüften und nach den ganzen Gesprächen ein bisschen Bewegung bekommen. Genau darauf habe ich jetzt Lust.
Wenn ich wieder zu Hause bin, werde ich noch schnell die letzten Kleinigkeiten erledigen. Aber dann ist Schluss für heute. Irgendwann muss schließlich auch einmal Feierabend sein.
Heute Abend wartet dann Fußball. Das erste Länderspiel unter Jürgen Klopp – da bin ich natürlich gespannt, wie sich das Ganze entwickelt. Nach zwei erfolgreichen Sitzungen und hoffentlich 20 trockenen Fahrradkilometern darf der Fußball den Tag dann gerne vernünftig zu Ende bringen.
Und wenn nicht, habe ich wenigstens kaum neue Hausaufgaben bekommen. Man muss seine Erfolge schließlich dort feiern, wo sie auftreten.
Mittwoch, 23. September 2026
23.9.2026: 70 Prozent Schlaf und drei Stunden Lebenszeit zurückgewonnen
Die entscheidende Frage nach einer Nacht in Grevenmacher lautet inzwischen natürlich nicht mehr, was es zum Frühstück gab, sondern: Was sagt die Schlaf-App? Heute Morgen waren es 70 Prozent. Damit lag ich ungefähr auf dem Niveau der vorherigen Hotelnacht, und ehrlich gesagt fühlte es sich sogar besser an. Ich hatte eigentlich ganz ordentlich geschlafen. Für meine Hotelverhältnisse kann man bei 70 Prozent inzwischen vermutlich schon von einer gelungenen Nacht sprechen.
Also aufgestanden, geduscht und runter zum Frühstück. Dort war heute Morgen erstaunlich viel Italienisch zu hören. Gefühlt bestand das halbe Hotel aus Italienern. Keine Ahnung, welcher Reisebus oder welche Veranstaltung sie alle nach Grevenmacher verschlagen hatte, aber beim Frühstück war jedenfalls ordentlich Betrieb.
Danach ging es wie üblich früh ins Büro. Ich mag diese erste Zeit am Morgen inzwischen ganz gerne. Noch ist es ruhig, das Telefon hält sich zurück, und ich kann erst einmal in Ruhe meinen Kaffee trinken, ein paar Dinge erledigen und mich geistig auf das vorbereiten, was ich inzwischen nur noch als den ganz normalen Politik-Wahnsinn bezeichne.
Am Vormittag stand dann ein Meeting mit unserem Verwaltungsrat an. Im Kalender waren dafür stolze fünf Stunden vorgesehen. Fünf Stunden! Ich hatte allerdings meine Hausaufgaben gemacht und war entsprechend gut vorbereitet. Das zahlte sich aus: Nach zwei Stunden waren wir tatsächlich fertig. Drei Stunden Lebenszeit zurückgewonnen – das müsste eigentlich als persönlicher Tageserfolg in irgendeiner Statistik auftauchen.
Mittags hatte mein Kollege Hamburger und Pommes geholt. Nach dem Meeting genau die richtige Verpflegung. Wir konnten in Ruhe essen und anschließend wieder an die Arbeit gehen. Und was macht man nach zwei Stunden Verwaltungsrat und Hamburgern mit Pommes? Natürlich Politiken aktualisieren. Was sonst?
Damit war auch der Nachmittag gut gefüllt. Formulierungen prüfen, Dinge anpassen, Versionen aktualisieren und versuchen, wieder ein paar Punkte endgültig vom Tisch zu bekommen. Wobei „endgültig“ bei Politiken vermutlich ein ähnlich theoretischer Begriff ist wie „leerer Terminkalender“.
Jetzt reicht es aber auch. Gleich geht es nach Hause, und ich hoffe auf eine schnelle und möglichst staufreie Fahrt. Danach möchte ich eigentlich nur noch ankommen und mit Kerstin einen ruhigen Abend zu Hause verbringen.
Keine Politiken, kein Verwaltungsrat und vor allem kein Hotelbett.
Und morgen früh darf meine Schlaf-App dann hoffentlich endlich wieder eine Zahl anzeigen, die deutlich weiter von 70 als von 60 entfernt ist.
Dienstag, 22. September 2026
22.9.2026: Grevenmacher – mein Koffer kennt den Weg inzwischen alleine
Gestern noch Rentnerleben mit Ausschlafen und Sportstudio, heute Morgen um sieben Uhr wieder die Realität: Grevenmacher ruft. Also raus aus dem Bett, die letzten Sachen in den Koffer geworfen und ab auf die Autobahn. Viel nachdenken muss ich bei dieser Tour inzwischen nicht mehr. Mein Koffer kennt den Weg wahrscheinlich genauso gut wie ich.
Natürlich durfte der obligatorische Stau in Leverkusen nicht fehlen. Ich glaube, wenn ich dort irgendwann einmal ohne Verzögerung durchkomme, werde ich mir ernsthaft Sorgen machen, ob ich versehentlich die falsche Strecke genommen habe. Danach lief es aber gut, und ich kam ohne weitere Überraschungen in Grevenmacher an.
Im Büro warteten natürlich sofort die üblichen „kurzfristigen“ Dinge auf mich. Dieses Wort hat im Berufsleben eine erstaunliche Karriere gemacht. Kurzfristig bedeutet meistens nur, dass jemand anderes schon länger davon wusste und ich es jetzt schnell erledigen darf. Also erst einmal die dringendsten Sachen vom Tisch geschafft, bevor sie sich noch vermehren konnten.
Mittags haben wir beim Chinesen bestellt. Lecker gegessen, kurz durchgeatmet und danach zurück zu meiner momentanen Lieblingsbeschäftigung: Politiken. Schreiben, korrigieren, aktualisieren, wieder verwerfen, neu formulieren und irgendwann überlegen, warum die Version von vor drei Stunden plötzlich gar nicht mehr so schlecht aussieht. Wer glaubt, eine Politik sei irgendwann einfach fertig, hat vermutlich noch nie eine geschrieben.
Heute Abend läuft dann wieder mein inzwischen bestens eingespieltes Grevenmacher-Programm. Erst tanken, noch ein paar Sachen einkaufen, im Hotel einchecken und anschließend direkt in den Fitnessraum. 60 Minuten Fahrrad sind fest eingeplant. Nach Autofahrt und Schreibtisch brauche ich das inzwischen wirklich, um den Kopf wieder freizubekommen.
Danach ist aber Schluss. Füße hoch und möglichst nichts mehr tun, was nach Politik, Richtlinie oder kurzfristiger Erledigung aussieht.
Und morgen früh kommt wieder die wichtigste Kennzahl meines gesamten Hotelaufenthalts: die Schlafqualität. Mal sehen, ob ich diesmal wenigstens die 70-Prozent-Marke knacke – man wird ja noch ambitionierte Ziele haben dürfen.
Montag, 21. September 2026
21.9.2026: Rentnerleben – nur mein Kalender hat die Nachricht noch nicht bekommen
Manchmal gelingt es mir tatsächlich, mich für ein paar Stunden wie ein richtiger Rentner zu benehmen. Heute war so ein Morgen. Ausschlafen, gemütlich frühstücken und anschließend ins Sportstudio – eigentlich fehlten nur noch Zeitung, Parkbank und die ausführliche Beobachtung einer Baustelle. Ich könnte mich durchaus an solche Montage gewöhnen.
Nach dem Sport ging es wieder nach Hause. Dort gab es schnell ein Baguette, und anschließend habe ich mich für eine Weile mit ein paar Podcasts aufs Ohr gelegt. Bis dahin war die Welt noch vollkommen in Ordnung. Kein Stress, keine Hektik und vor allem kein Terminkalender, der irgendwelche Forderungen stellte.
Das änderte sich am Mittag ziemlich gründlich.
Ich habe angefangen, Termine für die kommenden Wochen zu koordinieren. Verschieben, abstimmen, neue Termine finden, Kalender prüfen – und dabei zusehen, wie sich die wenigen freien Stellen nach und nach in Luft auflösten. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, wenn man volle Kalender mag. Ich gehöre momentan eher nicht zu dieser Zielgruppe.
Eigentlich müsste ich inzwischen gelernt haben, freie Tage auch einfach einmal frei zu lassen. Stattdessen scheint bei mir immer noch der alte Reflex zu funktionieren: Da ist eine Lücke im Kalender – da passt doch bestimmt noch etwas rein.
So sind die nächsten Wochen jetzt wieder ziemlich gut gefüllt. Leider.
Immerhin hatte ich heute Morgen für ein paar Stunden eine kleine Kostprobe davon, wie entspannt Rentnerleben sein könnte.
Dann habe ich meinen Kalender geöffnet.
Sonntag, 20. September 2026
20.9.2026: Sonntag, Heimspiel, 2:0 – so darf das Wochenende enden
Sonntag ist bei mir erst einmal Sonntag. Also lange schlafen, anschließend in aller Ruhe frühstücken und den Tag nicht schon morgens mit irgendwelchen großen Plänen überfrachten. Ein bisschen was habe ich danach trotzdem erledigt, aber der eigentliche Termin des Tages stand ohnehin fest: Heimspiel von Bayer 04.
Also irgendwann die Sachen gepackt und ab ins Stadion. Gegner war Leipzig, und ganz ehrlich: Mit einem 2:0 hatte ich vorher nicht unbedingt gerechnet. Umso schöner, wenn man im Stadion sitzt und die eigene Mannschaft einen dann positiv überrascht. Nach dem etwas holprigen Saisonstart tut so ein Sieg natürlich besonders gut. Zwei Tore, kein Gegentor und drei Punkte – da geht man anschließend doch mit einem deutlich breiteren Grinsen aus dem Stadion.
Genau solche Sonntage mag ich. Erst gemütlich in den Tag starten, dann Bayer live im Stadion sehen und am Ende auch noch einen Sieg feiern können. Fußball kann ja manchmal ausgesprochen einfach sein – zumindest an den guten Tagen.
Und damit ist der Sonntag noch nicht einmal vorbei. Jetzt geht es direkt weiter zum Spieleabend. Mal sehen, ob ich dort ähnlich erfolgreich bin wie Bayer heute Nachmittag. Erfahrungsgemäß würde ich mich darauf allerdings nicht verlassen.
Aber egal: Die drei Punkte kann mir beim Spieleabend schon einmal keiner mehr wegnehmen.
26.9.2026: Erst die Steuer, dann das Guinness – Irland kann kommen!
Samstag – und damit erst einmal ausschlafen und anschließend mit Kerstin in Ruhe frühstücken. Viel schöner war heute Morgen allerdings das T...
-
Heute Morgen habe ich erst einmal richtig ausgeschlafen. Nach den beiden Tagen in Hamburg, der Konferenz, der Abendveranstaltung und natürli...
-
Wenn man um 9:30 Uhr aufsteht, denkt man ja noch: „Ach, entspannter Tag, ich bin ja Rentner.“ Tja. Um 11 Uhr schon die erste Etappe des Tage...
-
Was für eine Nacht. Um 4 Uhr früh ging’s los – und nicht etwa mit Frühstück im Bett, sondern mit Blaulicht-Stimmung. Kerstin ist mit Julia w...