Mittwoch, 23. September 2026

23.9.2026: 70 Prozent Schlaf und drei Stunden Lebenszeit zurückgewonnen

Die entscheidende Frage nach einer Nacht in Grevenmacher lautet inzwischen natürlich nicht mehr, was es zum Frühstück gab, sondern: Was sagt die Schlaf-App? Heute Morgen waren es 70 Prozent. Damit lag ich ungefähr auf dem Niveau der vorherigen Hotelnacht, und ehrlich gesagt fühlte es sich sogar besser an. Ich hatte eigentlich ganz ordentlich geschlafen. Für meine Hotelverhältnisse kann man bei 70 Prozent inzwischen vermutlich schon von einer gelungenen Nacht sprechen.

Also aufgestanden, geduscht und runter zum Frühstück. Dort war heute Morgen erstaunlich viel Italienisch zu hören. Gefühlt bestand das halbe Hotel aus Italienern. Keine Ahnung, welcher Reisebus oder welche Veranstaltung sie alle nach Grevenmacher verschlagen hatte, aber beim Frühstück war jedenfalls ordentlich Betrieb.

Danach ging es wie üblich früh ins Büro. Ich mag diese erste Zeit am Morgen inzwischen ganz gerne. Noch ist es ruhig, das Telefon hält sich zurück, und ich kann erst einmal in Ruhe meinen Kaffee trinken, ein paar Dinge erledigen und mich geistig auf das vorbereiten, was ich inzwischen nur noch als den ganz normalen Politik-Wahnsinn bezeichne.

Am Vormittag stand dann ein Meeting mit unserem Verwaltungsrat an. Im Kalender waren dafür stolze fünf Stunden vorgesehen. Fünf Stunden! Ich hatte allerdings meine Hausaufgaben gemacht und war entsprechend gut vorbereitet. Das zahlte sich aus: Nach zwei Stunden waren wir tatsächlich fertig. Drei Stunden Lebenszeit zurückgewonnen – das müsste eigentlich als persönlicher Tageserfolg in irgendeiner Statistik auftauchen.

Mittags hatte mein Kollege Hamburger und Pommes geholt. Nach dem Meeting genau die richtige Verpflegung. Wir konnten in Ruhe essen und anschließend wieder an die Arbeit gehen. Und was macht man nach zwei Stunden Verwaltungsrat und Hamburgern mit Pommes? Natürlich Politiken aktualisieren. Was sonst?

Damit war auch der Nachmittag gut gefüllt. Formulierungen prüfen, Dinge anpassen, Versionen aktualisieren und versuchen, wieder ein paar Punkte endgültig vom Tisch zu bekommen. Wobei „endgültig“ bei Politiken vermutlich ein ähnlich theoretischer Begriff ist wie „leerer Terminkalender“.

Jetzt reicht es aber auch. Gleich geht es nach Hause, und ich hoffe auf eine schnelle und möglichst staufreie Fahrt. Danach möchte ich eigentlich nur noch ankommen und mit Kerstin einen ruhigen Abend zu Hause verbringen.

Keine Politiken, kein Verwaltungsrat und vor allem kein Hotelbett.

Und morgen früh darf meine Schlaf-App dann hoffentlich endlich wieder eine Zahl anzeigen, die deutlich weiter von 70 als von 60 entfernt ist.
 

Dienstag, 22. September 2026

22.9.2026: Grevenmacher – mein Koffer kennt den Weg inzwischen alleine

Gestern noch Rentnerleben mit Ausschlafen und Sportstudio, heute Morgen um sieben Uhr wieder die Realität: Grevenmacher ruft. Also raus aus dem Bett, die letzten Sachen in den Koffer geworfen und ab auf die Autobahn. Viel nachdenken muss ich bei dieser Tour inzwischen nicht mehr. Mein Koffer kennt den Weg wahrscheinlich genauso gut wie ich.

Natürlich durfte der obligatorische Stau in Leverkusen nicht fehlen. Ich glaube, wenn ich dort irgendwann einmal ohne Verzögerung durchkomme, werde ich mir ernsthaft Sorgen machen, ob ich versehentlich die falsche Strecke genommen habe. Danach lief es aber gut, und ich kam ohne weitere Überraschungen in Grevenmacher an.

Im Büro warteten natürlich sofort die üblichen „kurzfristigen“ Dinge auf mich. Dieses Wort hat im Berufsleben eine erstaunliche Karriere gemacht. Kurzfristig bedeutet meistens nur, dass jemand anderes schon länger davon wusste und ich es jetzt schnell erledigen darf. Also erst einmal die dringendsten Sachen vom Tisch geschafft, bevor sie sich noch vermehren konnten.

Mittags haben wir beim Chinesen bestellt. Lecker gegessen, kurz durchgeatmet und danach zurück zu meiner momentanen Lieblingsbeschäftigung: Politiken. Schreiben, korrigieren, aktualisieren, wieder verwerfen, neu formulieren und irgendwann überlegen, warum die Version von vor drei Stunden plötzlich gar nicht mehr so schlecht aussieht. Wer glaubt, eine Politik sei irgendwann einfach fertig, hat vermutlich noch nie eine geschrieben.

Heute Abend läuft dann wieder mein inzwischen bestens eingespieltes Grevenmacher-Programm. Erst tanken, noch ein paar Sachen einkaufen, im Hotel einchecken und anschließend direkt in den Fitnessraum. 60 Minuten Fahrrad sind fest eingeplant. Nach Autofahrt und Schreibtisch brauche ich das inzwischen wirklich, um den Kopf wieder freizubekommen.

Danach ist aber Schluss. Füße hoch und möglichst nichts mehr tun, was nach Politik, Richtlinie oder kurzfristiger Erledigung aussieht.

Und morgen früh kommt wieder die wichtigste Kennzahl meines gesamten Hotelaufenthalts: die Schlafqualität. Mal sehen, ob ich diesmal wenigstens die 70-Prozent-Marke knacke – man wird ja noch ambitionierte Ziele haben dürfen.

Montag, 21. September 2026

21.9.2026: Rentnerleben – nur mein Kalender hat die Nachricht noch nicht bekommen

Manchmal gelingt es mir tatsächlich, mich für ein paar Stunden wie ein richtiger Rentner zu benehmen. Heute war so ein Morgen. Ausschlafen, gemütlich frühstücken und anschließend ins Sportstudio – eigentlich fehlten nur noch Zeitung, Parkbank und die ausführliche Beobachtung einer Baustelle. Ich könnte mich durchaus an solche Montage gewöhnen.

Nach dem Sport ging es wieder nach Hause. Dort gab es schnell ein Baguette, und anschließend habe ich mich für eine Weile mit ein paar Podcasts aufs Ohr gelegt. Bis dahin war die Welt noch vollkommen in Ordnung. Kein Stress, keine Hektik und vor allem kein Terminkalender, der irgendwelche Forderungen stellte.

Das änderte sich am Mittag ziemlich gründlich.

Ich habe angefangen, Termine für die kommenden Wochen zu koordinieren. Verschieben, abstimmen, neue Termine finden, Kalender prüfen – und dabei zusehen, wie sich die wenigen freien Stellen nach und nach in Luft auflösten. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, wenn man volle Kalender mag. Ich gehöre momentan eher nicht zu dieser Zielgruppe.

Eigentlich müsste ich inzwischen gelernt haben, freie Tage auch einfach einmal frei zu lassen. Stattdessen scheint bei mir immer noch der alte Reflex zu funktionieren: Da ist eine Lücke im Kalender – da passt doch bestimmt noch etwas rein.

So sind die nächsten Wochen jetzt wieder ziemlich gut gefüllt. Leider.

Immerhin hatte ich heute Morgen für ein paar Stunden eine kleine Kostprobe davon, wie entspannt Rentnerleben sein könnte.

Dann habe ich meinen Kalender geöffnet.

Sonntag, 20. September 2026

20.9.2026: Sonntag, Heimspiel, 2:0 – so darf das Wochenende enden

Sonntag ist bei mir erst einmal Sonntag. Also lange schlafen, anschließend in aller Ruhe frühstücken und den Tag nicht schon morgens mit irgendwelchen großen Plänen überfrachten. Ein bisschen was habe ich danach trotzdem erledigt, aber der eigentliche Termin des Tages stand ohnehin fest: Heimspiel von Bayer 04.

Also irgendwann die Sachen gepackt und ab ins Stadion. Gegner war Leipzig, und ganz ehrlich: Mit einem 2:0 hatte ich vorher nicht unbedingt gerechnet. Umso schöner, wenn man im Stadion sitzt und die eigene Mannschaft einen dann positiv überrascht. Nach dem etwas holprigen Saisonstart tut so ein Sieg natürlich besonders gut. Zwei Tore, kein Gegentor und drei Punkte – da geht man anschließend doch mit einem deutlich breiteren Grinsen aus dem Stadion.

Genau solche Sonntage mag ich. Erst gemütlich in den Tag starten, dann Bayer live im Stadion sehen und am Ende auch noch einen Sieg feiern können. Fußball kann ja manchmal ausgesprochen einfach sein – zumindest an den guten Tagen.

Und damit ist der Sonntag noch nicht einmal vorbei. Jetzt geht es direkt weiter zum Spieleabend. Mal sehen, ob ich dort ähnlich erfolgreich bin wie Bayer heute Nachmittag. Erfahrungsgemäß würde ich mich darauf allerdings nicht verlassen.

Aber egal: Die drei Punkte kann mir beim Spieleabend schon einmal keiner mehr wegnehmen.

Samstag, 19. September 2026

19.9.2026: Produktiv trotz Akku-Panne – und am Ende warten Thüringer

Heute habe ich erst einmal etwas länger geschlafen. Warum auch nicht? Nach den letzten Tagen hatte ich darauf ehrlich gesagt auch Lust. Danach ausgiebig gefrühstückt und irgendwann beschlossen, dass ein bisschen Bewegung nicht schaden könnte. Also rauf aufs Fahrrad und meine übliche Runde drehen.

Dachte ich zumindest.

Leider hatte ich vergessen, den Akku meines E-Bikes vollständig aufzuladen. Das merkte ich natürlich erst, als ich schon unterwegs war. Also wurde aus der großen Runde eine etwas kleinere. Bevor ich irgendwann mit leerem Akku ein ziemlich schweres Fahrrad aus eigener Kraft nach Hause bewegen muss, drehe ich lieber rechtzeitig um. Bewegung hatte ich trotzdem, frische Luft auch – Auftrag im Prinzip erfüllt.

Wieder zu Hause habe ich mich erst einmal ein bisschen hingelegt und Podcasts gehört. Danach war ich erstaunlicherweise richtig im Arbeitsmodus. Zuerst habe ich den gestern aufgenommenen Podcast bearbeitet und komplett für die Veröffentlichung fertig gemacht. Das fühlt sich immer gut an: aufnehmen ist die eine Sache, aber erst wenn alles geschnitten und fertig ist, kann ich gedanklich wirklich einen Haken dahinter machen.

Danach habe ich mich wieder meinem derzeitigen Dauerprojekt Erbschaftsteuer gewidmet. Mit KI-Unterstützung habe ich die Erklärung weiter vorbereitet. Ganz ehrlich: Ohne diese Hilfe hätte ich inzwischen wahrscheinlich deutlich weniger Haare. So ist das Thema zwar immer noch nicht vergnügungssteuerpflichtig, aber zumindest deutlich erträglicher.

Und weil ich gerade so schön dabei war, habe ich gleich noch eine Präsentation für meinen Vortrag am 9. Oktober gedraftet. Da muss natürlich noch einiges dran gemacht werden, aber der Anfang ist gemacht. Das ist bei solchen Sachen für mich sowieso immer der wichtigste Schritt: Erst einmal etwas auf dem Bildschirm haben. Verbessern kann man anschließend immer.

Zwischendurch lief natürlich Bundesliga. Samstag ohne Bundesliga wäre schließlich auch irgendwie falsch. Ich kann ja schlecht den ganzen Tag nur Erbschaftsteuererklärungen und Präsentationen anschauen.

Jetzt muss ich mich noch einmal kurz zusammenreißen und die Nebenkostenabrechnung für eine Wohnung vorbereiten. Danach ist aber wirklich Schluss mit Produktivität.

Dann gibt es Nudelsalat mit Thüringern, und ich freue mich auf einen gemütlichen Abend. Eigentlich gar nicht schlecht für einen Samstag, der mit längerem Schlafen angefangen hat.

Und bevor ich es wieder vergesse: Der E-Bike-Akku kommt heute noch ans Ladegerät.

Freitag, 18. September 2026

18.9.2026: Zwei Podcasts, ein Fitnessstudio und erstaunlich viel Freitag

Heute Morgen durfte ich erst einmal bis zehn Uhr schlafen. Mein erster Termin war gestrichen worden, und nach den vielen Reisen und Terminen der vergangenen Tage habe ich diese unerwartete Verlängerung der Nacht gerne mitgenommen. Manchmal ist ein abgesagter Termin eben auch einfach ein kleines Geschenk.

Nach einem kurzen Frühstück ging es dann aber ziemlich schnell wieder in den normalen Modus. Zunächst standen die inzwischen obligatorischen Terminkoordinationen auf dem Programm. Irgendetwas muss schließlich immer verschoben, abgestimmt oder neu sortiert werden. Mein Kalender scheint inzwischen ein Eigenleben zu führen.

Um 13 Uhr wurde dann Podcast Nummer eins aufgezeichnet, und direkt um 14 Uhr folgte Podcast Nummer zwei. Beide Aufzeichnungen liefen gut, wobei der zweite Podcast noch ein bisschen Arbeit braucht. Den muss ich noch schneiden und bearbeiten, aber zum Glück besteht kein Grund zur Hektik: Er soll erst am Mittwoch erscheinen. Also darf die Nachbearbeitung zumindest noch ein paar Tage auf meiner To-do-Liste wohnen bleiben.

Nach den beiden Aufzeichnungen hatte ich genug vom Sitzen und Reden und bin direkt ins Sportstudio gefahren. Ein bisschen auspowern war nach den vergangenen Tagen genau das Richtige. Kopf aus, Körper an – zumindest für eine Weile.

Wieder zu Hause war mit Feierabend allerdings noch nichts. Ich habe an verschiedenen privaten und geschäftlichen Dingen weitergearbeitet und versucht, wieder ein paar Punkte von den diversen Listen zu bekommen. Nach einem leckeren Abendessen habe ich mich dann tatsächlich noch einmal an den Rechner gesetzt, einige Texte fertiggestellt und direkt weggeschickt. Damit sind zumindest diese Sachen aus dem Kopf und müssen mich am Wochenende nicht mehr verfolgen.

Jetzt reicht es aber auch. Zwei Podcasts aufgezeichnet, Sport gemacht, private und geschäftliche Dinge erledigt und zum Schluss noch Texte verschickt – aus dem durch den gestrichenen Termin zunächst so gemütlich aussehenden Freitag ist am Ende doch wieder ein ziemlich voller Tag geworden.

Aber immerhin begann er mit Ausschlafen. Man muss die kleinen Erfolge schließlich würdigen.

Donnerstag, 17. September 2026

17.9.2026: 86 Prozent Schlaf – Frankfurt kann offenbar auch Hotel

Heute Morgen gab es tatsächlich eine kleine Sensation. Ich habe im Hotel geschlafen – und zwar richtig gut. Meine Schlaf-App zeigte unglaubliche 86 Prozent Schlafqualität an. Nach meinen üblichen Hotelwerten irgendwo in den Sechzigern musste ich wahrscheinlich zweimal hinschauen. Offenbar liegt es also doch nicht grundsätzlich an Hotelbetten. Frankfurt und ich scheinen zumindest schlaftechnisch ganz gut miteinander klarzukommen.

Entsprechend vernünftig konnte ich in den Seminartag starten. Heute stand meine ganztägige Veranstaltung auf dem Programm, und die lief richtig gut. Mit zehn Teilnehmern war gleichzeitig die vorgesehene Maximalzahl erreicht. Das ist natürlich angenehm, weil man bei einer solchen Gruppengröße nicht einfach nur seinen Stoff heruntererzählt, sondern viel intensiver miteinander arbeiten kann.

Genau das hat heute auch funktioniert. Es gab viele Fragen und Diskussionen, und vor allem blieb genügend Zeit für den persönlichen Austausch. Gerade dieses Networking finde ich bei solchen Veranstaltungen mindestens genauso wichtig wie die eigentlichen Inhalte. Man erfährt, womit sich die Teilnehmer beschäftigen, welche Fragen sie aus ihrer Praxis mitbringen und kommt dabei immer wieder auf Themen, die in keinem vorbereiteten Foliensatz stehen.

Nach einem ganzen Seminartag war ich dann allerdings auch froh, als es Richtung Heimat ging. Am Frankfurter Hauptbahnhof habe ich nicht lange taktiert, sondern einfach den nächsten Zug genommen, der Richtung Heimat passte. Wenn ein Zug schon am Bahnsteig steht, sollte man sein Glück bei der Deutschen Bahn schließlich nicht unnötig herausfordern.

Jetzt freue ich mich auf einen ausgesprochen bodenständigen Abschluss des Tages. In Solingen wird noch ein Döner geholt, und zu Hause muss definitiv ein kaltes Bier dazu sein. Nach einem erfolgreichen Seminartag habe ich mir beides verdient.

86 Prozent Schlaf, ein gutes Seminar, intensive Gespräche und zum Abschluss Döner und Bier – manchmal braucht ein gelungener Arbeitstag gar keine kompliziertere Dramaturgie.

23.9.2026: 70 Prozent Schlaf und drei Stunden Lebenszeit zurückgewonnen

Die entscheidende Frage nach einer Nacht in Grevenmacher lautet inzwischen natürlich nicht mehr, was es zum Frühstück gab, sondern: Was sagt...