Heute stand der erste von zwei Vorlesungstagen an der Frankfurt School auf dem Programm. Und bevor überhaupt über Vorlesungen, Teilnehmer oder Inhalte gesprochen wird, muss natürlich zunächst die wichtigste Kennzahl des Morgens bewertet werden: die Schlafqualität. 71 Prozent.
Unter normalen Umständen wäre das wahrscheinlich kein Wert, der Begeisterungsstürme auslöst. Nach den letzten Hotelnächten in Luxemburg wirkt das allerdings beinahe wie ein Wellnessurlaub. Die Hotelrangliste bekommt damit einen neuen Spitzenreiter. Der Hamburger Hof scheint zumindest in der Disziplin Schlafqualität deutlich besser abzuschneiden als die zuletzt besuchten Häuser in Luxemburg. Zwar kommt auch Frankfurt noch nicht an die legendären 100 Prozent des heimischen Bettes heran, aber 71 Prozent sind zumindest ein Ergebnis, mit dem man morgens halbwegs versöhnt in den Tag starten kann.
Was hingegen unverändert bleibt, ist die ungeliebte Begleiterscheinung solcher Vorlesungstage: das frühe Aufstehen. Der Wecker war auf halb sieben gestellt, wobei der Körper offenbar schon kurz vorher beschlossen hatte, die Nacht für beendet zu erklären. Also raus, duschen und bereits um Viertel vor sieben beim Frühstück sitzen. Immerhin scheint das Frühstück im Hamburger Hof durchaus akzeptabel zu sein. Nicht die ganz große kulinarische Offenbarung, aber solide genug, um einen langen Vorlesungstag zu überstehen.
Anschließend lief die Logistik erfreulich reibungslos. Viertel vor acht Richtung Frankfurt School, direkt eine passende Bahn erwischt und kurz nach acht bereits vor Ort gewesen. Das ist in Frankfurt keineswegs selbstverständlich und darf durchaus als kleiner Erfolg verbucht werden.
Die Zeit bis zum offiziellen Start wurde genutzt, um noch einige Vorbereitungen zu unterstützen. Und pünktlich um neun Uhr begann dann der eigentliche Arbeitstag. Solche Vorlesungstage sind immer etwas Besonderes. Man steht nicht einfach vor einer Gruppe und liest Folien vor, sondern versucht Inhalte zu vermitteln, Diskussionen anzustoßen und die Teilnehmer durch Themen zu führen, die oft deutlich komplexer sind als sie auf den ersten Blick wirken.
Und offenbar ist das heute ziemlich gut gelungen. Zumindest klingt die Bilanz des Tages danach. Die Veranstaltung lief bis kurz nach 17 Uhr, also ein langer, intensiver Tag mit vielen Stunden Konzentration, Aufmerksamkeit und Austausch.
Danach stand noch eine kleine Abendveranstaltung an. Das gehört bei solchen Formaten oft dazu. Netzwerken, Gespräche, Austausch und die Möglichkeit, Themen außerhalb des offiziellen Programms weiterzuführen. Trotzdem war irgendwann der Punkt erreicht, an dem das Hotel deutlich attraktiver erschien als weitere Fachgespräche. Gegen 20 Uhr ging es daher zurück.
Jetzt sitzen Sie wieder im Hotelzimmer. Die Arbeit des Tages ist erledigt. Das Bier steht bereit, eine Kleinigkeit zu essen ebenfalls. Und nach einem langen Tag voller Vorträge, Gespräche und Organisation klingt das nach einem ziemlich gelungenen Ausklang.
Vielleicht läuft nebenbei noch die Fußball-Weltmeisterschaft. Das ist genau die richtige Mischung: etwas abschalten, den Kopf von Vorlesungsfolien auf Fußball umstellen und langsam den Tag ausklingen lassen.
War der Tag produktiv? Absolut.
Früh gestartet, einen kompletten Vorlesungstag erfolgreich absolviert, die Teilnehmer begleitet, eine Abendveranstaltung mitgenommen und dabei offenbar einen guten Eindruck hinterlassen. Dazu eine Hotelnacht, die zumindest deutlich besser war als zuletzt in Luxemburg.
Für heute darf deshalb gelten: Bier aufmachen, Essen genießen, Fußball schauen und den Abend ruhig auslaufen lassen. Morgen wartet schließlich noch Tag zwei der Vorlesungen.
Und vielleicht schafft die Schlaf-App heute Nacht ja sogar die magische 75-Prozent-Marke. Das wäre für ein Hotelzimmer in diesem Tagebuch ja beinahe schon Champions-League-Niveau.