Freitag, 12. Juni 2026

12.6.2026: Der Tag, an dem Freitag offiziell zu Samstag erklärt wurde

Heute war einer dieser seltenen Tage, an denen die normale Wochenordnung kurzerhand außer Kraft gesetzt wurde. Weil morgen das Munzee-Event ansteht, wurde gemeinsam beschlossen, dass heute einfach schon Samstag ist – unabhängig davon, was der Kalender behauptet. Und ehrlich gesagt klingt das nach einer ausgezeichneten Entscheidung.

Der Tag begann deshalb nicht mit hektischem Frühstück oder schnellen Handgriffen zwischen E-Mails und To-do-Listen, sondern mit einem echten Samstagsfrühstück am Freitag. Brötchen, Ei und alles, was dazugehört. Das ist keine Mahlzeit, sondern eine Haltung. Während andere noch im Arbeitsmodus stecken, wurde hier bereits erfolgreich ins Wochenende hineinverhandelt.

Nach diesem gelungenen Start folgte die inzwischen bewährte Kombination aus kurzer Ruhephase und Podcast. Eine halbe Stunde liegen, den Stimmen anderer Menschen lauschen und einfach einmal die Welt für einen Moment auf Pause stellen. Diese Podcast-Nickerchen entwickeln sich langsam zu einer ganz eigenen Form der Selbstfürsorge.

Am Nachmittag kehrte dann allerdings die Realität zurück – und zwar in Form von Formularen, Banken und Erbschaftsangelegenheiten. Das Thema begleitet Sie nun schon eine ganze Weile und bleibt weiterhin ein Geduldsspiel mit zahlreichen Nebenschauplätzen. Dokumente suchen, Formulare ausfüllen, Rückfragen klären und versuchen, den Überblick zu behalten. Es ist die Art von Arbeit, die wenig sichtbar ist, aber erstaunlich viel Energie kostet. Und trotzdem bringen Sie die Dinge Schritt für Schritt voran.

Zwischendurch wurde dann noch gekocht. Und zwar offenbar etwas, das sprachlich zunächst für Verwirrung sorgen könnte. Denn am Wochenende soll es Schlamm geben. Nun gut – vermutlich ist hier eher Schlemmen gemeint. Wobei die Vorstellung eines festlichen Schlammessens durchaus ihren eigenen Charme hätte. Aber unabhängig von der korrekten Bezeichnung gilt: Gemeinsam etwas vorzubereiten und sich auf das Wochenende zu freuen, gehört eindeutig zu den angenehmen Seiten des Alltags.

Jetzt stehen noch ein paar E-Mails an. Wahrscheinlich die letzten offenen Punkte, die noch erledigt werden sollen, bevor der PC endgültig heruntergefahren wird. Und genau das klingt nach einem sehr vernünftigen Plan: die Dinge abschließen, den Bildschirm ausschalten und den Abend genießen.

War der Tag produktiv?

Ja – allerdings auf eine sehr eigene Weise.

Er war produktiv, weil wichtige Themen rund um die Erbschaft weiterbearbeitet wurden. Gleichzeitig war er bewusst unproduktiv genug, um sich ein ausgedehntes Frühstück und eine Podcast-Pause zu gönnen. Genau diese Mischung macht ihn wahrscheinlich so gelungen. Nicht jeder Tag muss komplett durchgetaktet sein. Manchmal reicht es völlig aus, die richtigen Dinge zu erledigen und sich zwischendurch daran zu erinnern, dass Freitag durchaus auch einmal Samstag sein darf.

Und morgen wartet dann das Munzee-Event. Bis dahin gilt: PC aus, Füße hoch und einen schönen „Freitagssamstagabend“ genießen.

Donnerstag, 11. Juni 2026

11.6.2026: Der Tag, an dem die To-do-Liste ausnahmsweise privat war

Heute war einer dieser seltenen Tage, an denen schon morgens feststand: Keine geschäftlichen Termine. Kein Büro in Grevenmacher, keine Videokonferenzen, keine kurzfristigen E-Mails mit „Hast du das schon gesehen?“, keine Hotelzimmer mit zweifelhafter Schlafqualität. Und trotzdem wurde der Tag keineswegs vertrödelt.

Einigermaßen früh ging es aus dem Bett. Nach einem kurzen Frühstück stand direkt die erste vernünftige Entscheidung des Tages an: Sportstudio statt Sofa. Dort wurde eine ordentliche Runde Fahrrad gefahren, dazu das übliche Programm mit verschiedenen Übungen. Ein wirklich guter Start in den Tag also. Gerade wenn beruflich einmal keine festen Termine im Kalender stehen, ist so eine Sporteinheit ideal. Man hat direkt das Gefühl, schon etwas geschafft zu haben, während andere vielleicht noch überlegen, ob sie die Kaffeemaschine einschalten sollen.

Auf dem Rückweg wurde dann noch ein kurzer Zwischenstopp bei Lidl eingelegt. Schließlich lebt niemand von Hanteln und Heimprojekten allein. Also noch die Einkäufe für das Wochenende erledigt und damit gleich einen weiteren Punkt von der Liste gestrichen. Solche Besorgungen wirken oft nebensächlich, sorgen aber dafür, dass das Wochenende später deutlich entspannter verläuft.

Wieder zu Hause angekommen gab es dann erst einmal einen schönen Kaffee. Das ist ohnehin eine kleine Kunst: nicht einfach Kaffee trinken, sondern bewusst einen Moment daraus machen. Und anschließend folgte die inzwischen fast traditionelle Kombination aus kurzer Ruhepause und Podcast. Eine halbe Stunde liegen, zuhören und einfach einmal nichts müssen. Das klingt nicht nur angenehm – das ist es offensichtlich auch.

Der Nachmittag steht dann ganz im Zeichen der privaten Projekte. Und auch wenn keine geschäftlichen Themen auf dem Programm stehen, bedeutet das keineswegs Untätigkeit. Bücher wollen aktualisiert werden, Podcasts hochgeladen. Das sind zwar keine klassischen Büroaufgaben, aber trotzdem Dinge, die Konzentration und Zeit benötigen. Gleichzeitig sind es genau die Projekte, die besonders viel Freude machen, weil sie unmittelbar mit den eigenen Interessen verbunden sind.

Und heute Abend wartet dann noch Fußball. Die Weltmeisterschaft beginnt, und damit startet wieder diese besondere Zeit, in der plötzlich Spielpläne wichtiger werden als Wetterberichte und jeder zweite Satz mit „Hast du das Spiel gestern gesehen?“ beginnt. Mal sehen, welche Überraschungen, Dramen und Diskussionen die kommenden Wochen bereithalten. Erfahrungsgemäß wird es genug Gesprächsstoff geben – unabhängig davon, ob die eigene Mannschaft gewinnt oder nicht.

War der Tag produktiv?

Auf jeden Fall. Vielleicht sogar besonders produktiv, gerade weil der berufliche Druck einmal außen vor blieb. Sport gemacht, eingekauft, bewusst regeneriert und den Nachmittag den eigenen Projekten gewidmet. Das ist eine andere Form von Produktivität – eine, die weniger von Terminen und mehr von eigenen Prioritäten bestimmt wird.

Und genau solche Tage braucht es manchmal: morgens aktiv, mittags entspannt, nachmittags kreativ und abends Fußball. Viel ausgewogener wird ein Tag eigentlich nicht.

Mittwoch, 10. Juni 2026

10.6.2026: Der Tag, an dem die Erbschaft wieder gewann – aber die Currywurst auch

Heute war wieder einer dieser Tage, die von außen vielleicht unscheinbar wirken, bei denen man abends aber feststellt: Da ist eigentlich eine ganze Menge passiert.

Der Start in den Tag begann direkt mit einem Webinar. Inhaltlich gab es offenbar keine bahnbrechenden neuen Erkenntnisse. Das ist ja manchmal auch ganz angenehm. Nicht jede Veranstaltung muss das berufliche Weltbild erschüttern. Manchmal reicht es völlig aus, festzustellen, dass man auf dem aktuellen Stand ist und sich nicht plötzlich mit zehn neuen Fachbegriffen oder fünf zusätzlichen Projekten auseinandersetzen muss. Insofern konnte das Webinar entspannt nebenherlaufen und erfüllte vor allem seinen Bildungsauftrag.

Danach ging es an die Post – und anschließend direkt wieder an das inzwischen wohl vertrauteste Dauerthema der letzten Monate: die Erbschaftsabwicklung. Zwei Stunden wurden erneut investiert. Und investiert ist hier vermutlich das richtige Wort, denn diese Zeit verschwindet nicht einfach. Sie bringt zwar selten unmittelbare Erfolgserlebnisse mit sich, aber jeder erledigte Brief, jedes eingereichte Dokument und jede geklärte Rückfrage bringt das Ganze ein Stück weiter. Trotzdem bleibt der Eindruck bestehen, dass Erbschaftsangelegenheiten ihre eigene Zeitrechnung besitzen und deutsche Bürokratie gerne in Etappen denkt.

Mittags stand dann ein deutlich spannenderer Termin an: ein Call mit einer Trendforscherin. Gemeinsam wird an einem geschäftlichen Projekt gearbeitet, das Mitte Juli weitergeht. Das klingt nach einer dieser Begegnungen, bei denen man den Blick bewusst nach vorne richtet – weg von Formularen und Nachweisen hin zu Fragen wie: Was kommt als Nächstes? Welche Entwicklungen werden relevant? Und wie lassen sich daraus konkrete Ideen und Projekte ableiten? Nach zwei Stunden Erbschaft dürfte das eine durchaus willkommene gedankliche Abwechslung gewesen sein.

Der Nachmittag stand dann wieder im Zeichen der Texte. Beiträge für eine Zeitschrift wurden fertiggestellt und abgegeben. Auch das ist ein Punkt, den man ruhig würdigen darf. Texte entstehen schließlich nicht einfach nebenbei. Sie müssen recherchiert, formuliert, überarbeitet und termingerecht abgegeben werden. Dass dieser Punkt heute von der Liste verschwunden ist, dürfte für eine gewisse innere Zufriedenheit sorgen.

Anschließend ging es direkt weiter mit den Buchprojekten. Auch hier zeigt sich wieder ein Muster: Selbst an Tagen, die bereits gut gefüllt sind, wird an den eigenen Projekten weitergearbeitet. Bücher schreiben und veröffentlichen scheint inzwischen weniger eine einzelne Tätigkeit als vielmehr ein dauerhafter Begleiter des Alltags zu sein.

Und jetzt wartet die wohlverdiente Belohnung des Tages.D ie restlichen Currywürste und Fritten von gestern. Normalerweise spricht man bei Resten eher von pragmatischer Verwertung. Aber Currywurst und Fritten gehören zu den wenigen Gerichten, die auch am zweiten Tag noch das Potenzial haben, Freude auszulösen. Vor allem dann, wenn man zuvor Webinar, Erbschaft, Trendforschung, Zeitschriftentexte und Buchprojekte unter einen Hut gebracht hat.

War der Tag produktiv? Ganz eindeutig: ja. Ein Webinar absolviert, die Post erledigt, zwei Stunden in die Erbschaft investiert, ein spannendes Projekt mit einer Trendforscherin vorangetrieben, Texte abgegeben und an Büchern gearbeitet. Das ist kein Tag, der durch große Dramatik glänzt, sondern durch konsequentes Vorankommen.

Und manchmal sind genau das die besten Tage: keine spektakulären Durchbrüche, aber viele kleine Schritte, die zusammen eine ziemlich beeindruckende Strecke ergeben.

Jetzt dürfen Currywurst und Fritten übernehmen. Schließlich muss Produktivität auch ordentlich gefeiert werden.

Dienstag, 9. Juni 2026

9.6.2026: Der Tag, an dem ELSTER fast gewann – aber nur fast

Heute war definitiv einer dieser Tage, die auf den ersten Blick völlig unspektakulär wirken, bei denen man abends aber erschöpft auf dem Sofa sitzt und denkt: „Das war anstrengender als ein halber Arbeitstag im Büro.“

Der Gegner des Tages hieß nämlich nicht Autobahn, Hotelbett oder DORA-Richtlinie, sondern: die Steuererklärung 2024.

Und jeder, der schon einmal versucht hat, eine Steuererklärung in ELSTER fertigzustellen, weiß, dass es sich dabei nicht um einen simplen Verwaltungsakt handelt, sondern eher um eine Mischung aus Escape Room, Geduldsspiel und Detektivarbeit. Der Tag begann vermutlich mit der festen Überzeugung: „Das mache ich jetzt eben schnell fertig.“ Wenige Stunden später diskutiert man dann mit kryptischen Fehlermeldungen darüber, warum irgendein Feld zwar korrekt ausgefüllt wurde, aber offenbar dennoch nicht korrekt genug ist.

Fehlermeldung folgt auf Fehlermeldung. Man korrigiert etwas, nur damit an anderer Stelle plötzlich ein neues Problem auftaucht. Man beginnt an sich selbst zu zweifeln, überprüft zum dritten Mal dieselbe Anlage und stellt sich irgendwann die philosophische Frage, ob Steuern vielleicht nur ein soziales Experiment zur Messung menschlicher Belastbarkeit sind.

Aber – und das ist die entscheidende Nachricht des Tages – es hat geklappt.

Die Steuererklärung 2024 wurde abgegeben.

Damit ist ein Projekt abgeschlossen, das vermutlich schon seit Wochen oder Monaten im Hinterkopf herumgegeistert ist. Allein das sorgt für ein enormes Gefühl der Erleichterung. Denn es gibt Aufgaben, die nicht unbedingt schwierig sind, die aber permanent geistige Kapazität blockieren. Die Steuererklärung gehört eindeutig in diese Kategorie.

Zwischendurch gab es noch eine geschäftliche Videokonferenz. Glücklicherweise offenbar eine von der angenehmen Sorte: wenig Aufregung, keine großen zusätzlichen To-dos, keine spontanen Eskalationen. Sozusagen die Büroversion eines ruhigen Sees – man nimmt teil, bringt seine Punkte ein und kommt hinterher nicht mit einer verdoppelten Aufgabenliste heraus.

Der eigentliche Triumphmoment des Tages wartet jetzt aber auf dem Teller.

Currywurst mit Fritten.

Und ehrlich gesagt könnte die Belohnung kaum passender sein.

Nach einem Tag voller Steuerformulare, ELSTER-Meldungen und dem Gefühl, kurz davor zu sein, den Laptop aus dem Fenster zu werfen, braucht es keine Quinoa-Bowl mit Chiasamen. Es braucht etwas Ehrliches. Etwas Bodenständiges. Etwas, das sagt: „Du hast heute genug geleistet.“

Currywurst mit Fritten ist in diesem Zusammenhang weniger ein Abendessen als eine offizielle Auszeichnung für besondere Verdienste im Bereich der deutschen Steuerbürokratie.

War der Tag produktiv?

Absolut.

Die Steuererklärung 2024 ist erledigt. Das allein reicht schon aus, um diesem Tag einen goldenen Stern in der persönlichen Produktivitätsbilanz zu verleihen. Dazu noch die Videokonferenz ohne größeren Nachhall – und damit darf der Arbeitsteil des Tages offiziell beendet werden.

Jetzt heißt es: Currywurst. Fritten. Durchatmen.

Und die beruhigende Gewissheit, dass die nächste Steuererklärung erst wieder in ungefähr einem Jahr anklopft. Bis dahin darf ELSTER gerne schweigen.

Montag, 8. Juni 2026

8.6.2026: Der Tag, an dem die To-do-Liste improvisierte und der Zahnarzt eigene Pläne hatte

Heute war einer dieser Tage, die morgens eher nach gemütlichem Sonntag aussahen und sich dann im Laufe des Tages heimlich in eine Mischung aus Organisation, Büroalltag, Erbschaftsverwaltung und Zahnarztbesuch verwandelten. Nicht spektakulär, nicht weltbewegend, aber durchaus arbeitsreich – nur eben auf eine andere Art, als man es morgens vielleicht erwartet hätte.

Der Tag begann zunächst einmal mit länger schlafen. Nach den letzten Wochen voller Bürofahrten, Hotelnächte, Übergaben, Podcasts, Erbschaftsunterlagen und Autobahnerlebnisse war das wahrscheinlich auch nötig. Nach einem kurzen Frühstück ging es dann mit Kerstin einkaufen. Eigentlich ein überschaubarer Programmpunkt. Eigentlich. Denn kaum ist man unterwegs und denkt, man hätte den Tag halbwegs im Griff, klingelt das Telefon.

Der Kollege meldete sich mit der freundlichen Frage, ob die E-Mails schon geprüft worden seien. Das ist beruflich ungefähr das Äquivalent zu „Hast du kurz Zeit?“ – man weiß sofort, dass die nächsten Minuten anders verlaufen werden als geplant. Also wurden kurzfristig Termine umdisponiert und organisatorische Themen neu sortiert. Immerhin konnte das direkt geklärt werden und musste nicht tagelang im Hinterkopf herumspuken.

Wieder zu Hause angekommen ging es dann weiter mit einigen geschäftlichen Themen. Nichts Spektakuläres, aber genau diese Sorte Arbeit, die dafür sorgt, dass Projekte vorankommen, E-Mails beantwortet werden und man nicht am nächsten Morgen auf eine noch längere Liste schaut.

Der Nachmittag brachte dann den Zahnarzttermin. Und wie so oft bei Zahnärzten verlief die Geschichte nicht ganz so, wie man sie sich vorher vorgestellt hatte. In Ihrer Vorstellung war das offenbar ein Termin der Kategorie „alles gut, bis nächstes Jahr“. Der Zahnarzt hatte allerdings einen etwas anderen Drehbuchautor. Die Zähne wurden noch einmal gereinigt, genauer angeschaut und dabei festgestellt, dass doch etwas gemacht werden muss. Das ist immer dieser Moment, in dem man die Praxis betritt mit dem Gefühl „Routinekontrolle“ und sie mit einem zukünftigen Terminplan wieder verlässt.

Auf dem Weg dorthin gab es noch einen kurzen Zwischenstopp beim Notar. Die Hoffnung war klar: Vielleicht liegen die Grundbucheinträge inzwischen vor. Die Realität war dagegen typisch für Erbschaftsangelegenheiten. Natürlich lagen sie nicht vor. Warum auch einfach, wenn es kompliziert geht? Der Grund: Es existiert nur ein Erbschein im Original. Also beginnt nun die nächste kleine Suchaktion nach einem Dokument, das selbstverständlich genau dann gebraucht wird, wenn man gerade überzeugt war, alles zusammen zu haben. Die Erbschaftsabwicklung bleibt damit ihrer Linie treu: Kaum ist ein Punkt erledigt, erscheint der nächste am Horizont.

Zum Glück gab es danach noch einen deutlich angenehmeren Programmpunkt. Sport. 60 Minuten Fahrradfahren, etwas Bewegung, etwas Abstand von Zahnarzt, Notar und E-Mail-Themen. Nach einem solchen Tag dürfte das genau die richtige Therapie gewesen sein. Einfach treten, schwitzen und den Kopf einmal nicht mit Formularen oder Terminen beschäftigen.

Jetzt wartet das Abendessen, was nach Zahnarzt, Notar und Sport vermutlich mehr als verdient ist. Und danach die Apple WWDC. Auch das passt eigentlich gut zu diesem Tag. Nach all den analogen Herausforderungen – Originaldokumente, Grundbucheinträge, Zahnarzttermine – darf es abends ruhig etwas Technologie, Innovation und digitale Zukunft geben.

War der Tag produktiv? Ja, auch wenn er sich vielleicht nicht so angefühlt hat. Es wurden Einkäufe erledigt, geschäftliche Themen bearbeitet, Termine koordiniert, ein Zahnarztbesuch absolviert, die Erbschaftsangelegenheit weiter verfolgt und sogar noch Sport gemacht. Es war kein Tag der großen Durchbrüche, sondern eher einer der vielen kleinen Schritte. Aber oft sind genau diese Tage die, die das Leben tatsächlich voranbringen – auch wenn sie im Moment selbst etwas chaotischer wirken als geplant.

Und jetzt darf Apple übernehmen. Vielleicht präsentieren sie heute etwas, das einfacher funktioniert als deutsche Erbschaftsverfahren.

Sonntag, 7. Juni 2026

7.6.2026: Sonntag im Zeichen des Erledigens: Zwischen Steuer, Büchern und Aufstiegsträumen

Es gibt Sonntage, da hängt man herum, schaut in den Kühlschrank, als würde sich dort plötzlich ein Lebensplan materialisieren, und erklärt den Tag spätestens um 15 Uhr offiziell für verloren. Und dann gibt es Sonntage wie diesen: produktiv, zielstrebig und mit einer To-do-Liste, die tatsächlich nicht nur dekorativ auf dem Tisch lag, sondern ernsthaft bearbeitet wurde.

Bücher fertig machen, Steuererklärung vorantreiben, dies erledigen, das erledigen – kurz gesagt: ein Sonntag, an dem man sich selbst beinahe unangenehm vernünftig vorkommt. Während andere vielleicht noch darüber nachdenken, ob man „nur kurz“ auf dem Sofa einschlafen kann, ohne dass es als Mittagsschlaf zählt, wurde hier gearbeitet, sortiert, vorbereitet und abgehakt. Ein Tag also, an dem der innere Schweinehund nicht besiegt, sondern vermutlich direkt zur Mithilfe eingeteilt wurde.

Besonders die Steuererklärung ist ja ein Thema für sich. Sie liegt selten einfach nur herum. Sie strahlt. Sie beobachtet einen. Sie wartet. Und sie schafft es, selbst aus der hintersten Ecke des Schreibtisches ein schlechtes Gewissen zu erzeugen. Wenn man sie dann tatsächlich vorantreibt, ist das kein kleiner Erfolg, sondern ein zivilisatorischer Meilenstein. Man möchte fast eine Urkunde ausstellen: „Hat sich freiwillig mit Belegen beschäftigt und ist dabei nicht komplett verzweifelt.“

Auch die Bücher wollten fertig gemacht werden. Das klingt zunächst harmlos, ist aber vermutlich ebenfalls eine jener Aufgaben, bei denen man vorher denkt: „Ach, das geht schnell.“ Drei Stunden später kennt man dann jedes Detail, hat fünf neue Nebenbaustellen entdeckt und fragt sich, warum Papier, Dateien und offene Punkte grundsätzlich Rudeltiere sind.

Doch der Sonntag hatte nicht nur Pflichten im Programm, sondern auch Sport. Und da wurde es erfreulich: Der Bergische HC gewinnt und beendet die Saison als 13. Platz. Gut so. Man muss nicht immer Meister werden, manchmal ist ein ordentlicher Abschluss genau das, was die Nerven brauchen. Ein Sieg zum Schluss fühlt sich jedenfalls deutlich besser an als ein sportliches „Naja, war bemüht“. Der BHC hat also geliefert, und das passt hervorragend zu einem Tag, an dem ohnehin einiges erledigt wurde.

Und dann wäre da noch der Fußball. Der VfB Hilden steht vor dem Aufstieg in die 4. Liga. Das ist nicht einfach nur eine sportliche Randnotiz, das ist Stoff für lokale Gänsehaut. Hilden in der Regionalliga – das klingt nach neuen Gegnern, neuen Geschichten und nach der schönen Möglichkeit, dass man künftig auf Fußballplätzen steht und sagt: „Damals, als das alles noch kleiner war …“

Besonders reizvoll wird es, weil dort im nächsten Jahr auch der Bonner SC warten könnte, der alte Jugendverein. Da bekommt der Spielplan plötzlich persönliche Würze. Aus einem normalen Ligaspiel wird dann ein kleines Klassentreffen mit Ball, Bratwurst und erhöhtem Puls. Man verfolgt nicht einfach ein Spiel, man begegnet der eigenen Fußballvergangenheit. Nur dass diesmal hoffentlich Hilden jubelt.

So war dieser Sonntag am Ende eine erstaunlich gelungene Mischung: Belege, Bücher, Bewegung im Kopf, Handballfreude und Fußballhoffnung. Kein spektakulärer Tag im klassischen Sinne, aber einer von denen, die sich abends richtig gut anfühlen. Weil man etwas geschafft hat. Weil der Verein gewonnen hat. Weil der VfB Hilden vielleicht vor einem großen Schritt steht. Und weil man sich für einen kurzen Moment einbilden darf, das eigene Leben sei hervorragend organisiert.

Morgen sieht der Schreibtisch vielleicht wieder anders aus. Aber heute gilt: erledigt ist erledigt. Und das ist manchmal fast so schön wie ein Aufstieg.

Samstag, 6. Juni 2026

6.6.2026: Der Tag, an dem 80 Prozent Schlafqualität schon fast Luxus waren

Heute begann der Tag mit einer erfreulichen Nachricht aus der Welt der Schlafstatistik: 80 Prozent Schlafqualität. Nach den letzten Hotelnächten mit Werten zwischen „technisch überstanden“ und „medizinisch interessant“ fühlt sich das fast schon wie ein Wellnesswochenende an. Es zeigt wieder einmal, dass das eigene Bett und Sie deutlich besser miteinander harmonieren als jedes Hotelzimmer zwischen Luxemburg und Grevenmacher.

Entsprechend ging es auch relativ früh aus den Federn. Und das war eine gute Entscheidung, denn bevor der Regen seine Pläne umsetzen konnte, stand erst einmal die obligatorische Fahrradrunde um die Seen auf dem Programm. Unterbacher See und Elbsee entwickeln sich inzwischen zu festen Konstanten im Wochenrhythmus. Die Kombination aus frischer Luft, Bewegung und Wasser scheint einfach zu gut zu funktionieren, um darauf zu verzichten. Und diesmal gab es sogar einen praktischen Zusatznutzen: Auf dem Rückweg wurden direkt Brötchen eingesammelt. Effizienter kann man eine Fahrradtour kaum gestalten. Bewegung, Natur und Frühstücksbeschaffung in einem Arbeitsgang.

Danach folgte ein leckeres Frühstück, vermutlich mit deutlich mehr Genuss als an den letzten Hotelfrühstücken. Nicht weil diese schlecht gewesen wären – im Gegenteil –, sondern weil Frühstück zu Hause einfach eine andere Qualität hat. Keine fremden Tische, keine Geschäftsreisenden mit Rollkoffern und keine Uhr, die bereits auf die nächste Besprechung zeigt.

Anschließend kam die inzwischen fest etablierte Disziplin „Podcast-Ruhephase“. Eine Stunde ruhen, Podcast hören und dabei irgendwo zwischen Aufmerksamkeit und leichter Tiefenentspannung pendeln. Nach der Fahrradtour und dem Frühstück war das vermutlich genau die richtige Mischung aus Regeneration und Unterhaltung.

Der Nachmittag stand dann im Zeichen der Aufarbeitung. Die Post der letzten Tage musste erledigt werden. Das klingt zunächst nicht besonders aufregend, aber nach mehreren Bürotagen, Dienstreisen und einer Vielzahl anderer Themen sammelt sich da oft einiges an. Briefe, Unterlagen, Mitteilungen und vermutlich auch die eine oder andere Angelegenheit, die dringend bearbeitet werden wollte. Solche Aufgaben sind selten spektakulär, aber sie erzeugen ein ausgesprochen angenehmes Gefühl, wenn sie erledigt sind.

Und jetzt geht es in den Fußballteil des Tages. Zunächst die Pokalauslosung – immer ein kleiner Moment zwischen Hoffnung, Vorfreude und der Frage, welche Mannschaft diesmal die undankbare Auswärtsfahrt am anderen Ende der Republik ziehen wird. Für Bayer 04 beginnt damit bereits wieder ein neues Kapitel der nächsten Saison.

Danach wartet das Länderspiel. Damit ist der heutige Abend eindeutig als Fußballabend klassifiziert. Sofa, Fernseher, vielleicht ein Getränk in Reichweite und die Gewissheit, dass heute keine Hotelanreise, keine Politiken, keine Erbschaftsunterlagen und keine Übergabedokumente mehr auf dem Programm stehen.

War der Tag produktiv? Ja, allerdings in der angenehmen Wochenendvariante. Sport gemacht, Frühstück organisiert, Post abgearbeitet und dabei genügend Zeit für Erholung gefunden. Genau die richtige Mischung nach den Bürotagen in Luxemburg. Und mit 80 Prozent Schlafqualität war heute sogar die wichtigste Grundlage vorhanden: ein Körper, der endlich einmal nicht schon morgens mit dem Hotelbett diskutieren musste.

Jetzt darf der Fußball übernehmen. 

12.6.2026: Der Tag, an dem Freitag offiziell zu Samstag erklärt wurde

Heute war einer dieser seltenen Tage, an denen die normale Wochenordnung kurzerhand außer Kraft gesetzt wurde. Weil morgen das Munzee-Event ...