Dienstag, 9. Juni 2026

9.6.2026: Der Tag, an dem ELSTER fast gewann – aber nur fast

Heute war definitiv einer dieser Tage, die auf den ersten Blick völlig unspektakulär wirken, bei denen man abends aber erschöpft auf dem Sofa sitzt und denkt: „Das war anstrengender als ein halber Arbeitstag im Büro.“

Der Gegner des Tages hieß nämlich nicht Autobahn, Hotelbett oder DORA-Richtlinie, sondern: die Steuererklärung 2024.

Und jeder, der schon einmal versucht hat, eine Steuererklärung in ELSTER fertigzustellen, weiß, dass es sich dabei nicht um einen simplen Verwaltungsakt handelt, sondern eher um eine Mischung aus Escape Room, Geduldsspiel und Detektivarbeit. Der Tag begann vermutlich mit der festen Überzeugung: „Das mache ich jetzt eben schnell fertig.“ Wenige Stunden später diskutiert man dann mit kryptischen Fehlermeldungen darüber, warum irgendein Feld zwar korrekt ausgefüllt wurde, aber offenbar dennoch nicht korrekt genug ist.

Fehlermeldung folgt auf Fehlermeldung. Man korrigiert etwas, nur damit an anderer Stelle plötzlich ein neues Problem auftaucht. Man beginnt an sich selbst zu zweifeln, überprüft zum dritten Mal dieselbe Anlage und stellt sich irgendwann die philosophische Frage, ob Steuern vielleicht nur ein soziales Experiment zur Messung menschlicher Belastbarkeit sind.

Aber – und das ist die entscheidende Nachricht des Tages – es hat geklappt.

Die Steuererklärung 2024 wurde abgegeben.

Damit ist ein Projekt abgeschlossen, das vermutlich schon seit Wochen oder Monaten im Hinterkopf herumgegeistert ist. Allein das sorgt für ein enormes Gefühl der Erleichterung. Denn es gibt Aufgaben, die nicht unbedingt schwierig sind, die aber permanent geistige Kapazität blockieren. Die Steuererklärung gehört eindeutig in diese Kategorie.

Zwischendurch gab es noch eine geschäftliche Videokonferenz. Glücklicherweise offenbar eine von der angenehmen Sorte: wenig Aufregung, keine großen zusätzlichen To-dos, keine spontanen Eskalationen. Sozusagen die Büroversion eines ruhigen Sees – man nimmt teil, bringt seine Punkte ein und kommt hinterher nicht mit einer verdoppelten Aufgabenliste heraus.

Der eigentliche Triumphmoment des Tages wartet jetzt aber auf dem Teller.

Currywurst mit Fritten.

Und ehrlich gesagt könnte die Belohnung kaum passender sein.

Nach einem Tag voller Steuerformulare, ELSTER-Meldungen und dem Gefühl, kurz davor zu sein, den Laptop aus dem Fenster zu werfen, braucht es keine Quinoa-Bowl mit Chiasamen. Es braucht etwas Ehrliches. Etwas Bodenständiges. Etwas, das sagt: „Du hast heute genug geleistet.“

Currywurst mit Fritten ist in diesem Zusammenhang weniger ein Abendessen als eine offizielle Auszeichnung für besondere Verdienste im Bereich der deutschen Steuerbürokratie.

War der Tag produktiv?

Absolut.

Die Steuererklärung 2024 ist erledigt. Das allein reicht schon aus, um diesem Tag einen goldenen Stern in der persönlichen Produktivitätsbilanz zu verleihen. Dazu noch die Videokonferenz ohne größeren Nachhall – und damit darf der Arbeitsteil des Tages offiziell beendet werden.

Jetzt heißt es: Currywurst. Fritten. Durchatmen.

Und die beruhigende Gewissheit, dass die nächste Steuererklärung erst wieder in ungefähr einem Jahr anklopft. Bis dahin darf ELSTER gerne schweigen.

Montag, 8. Juni 2026

8.6.2026: Der Tag, an dem die To-do-Liste improvisierte und der Zahnarzt eigene Pläne hatte

Heute war einer dieser Tage, die morgens eher nach gemütlichem Sonntag aussahen und sich dann im Laufe des Tages heimlich in eine Mischung aus Organisation, Büroalltag, Erbschaftsverwaltung und Zahnarztbesuch verwandelten. Nicht spektakulär, nicht weltbewegend, aber durchaus arbeitsreich – nur eben auf eine andere Art, als man es morgens vielleicht erwartet hätte.

Der Tag begann zunächst einmal mit länger schlafen. Nach den letzten Wochen voller Bürofahrten, Hotelnächte, Übergaben, Podcasts, Erbschaftsunterlagen und Autobahnerlebnisse war das wahrscheinlich auch nötig. Nach einem kurzen Frühstück ging es dann mit Kerstin einkaufen. Eigentlich ein überschaubarer Programmpunkt. Eigentlich. Denn kaum ist man unterwegs und denkt, man hätte den Tag halbwegs im Griff, klingelt das Telefon.

Der Kollege meldete sich mit der freundlichen Frage, ob die E-Mails schon geprüft worden seien. Das ist beruflich ungefähr das Äquivalent zu „Hast du kurz Zeit?“ – man weiß sofort, dass die nächsten Minuten anders verlaufen werden als geplant. Also wurden kurzfristig Termine umdisponiert und organisatorische Themen neu sortiert. Immerhin konnte das direkt geklärt werden und musste nicht tagelang im Hinterkopf herumspuken.

Wieder zu Hause angekommen ging es dann weiter mit einigen geschäftlichen Themen. Nichts Spektakuläres, aber genau diese Sorte Arbeit, die dafür sorgt, dass Projekte vorankommen, E-Mails beantwortet werden und man nicht am nächsten Morgen auf eine noch längere Liste schaut.

Der Nachmittag brachte dann den Zahnarzttermin. Und wie so oft bei Zahnärzten verlief die Geschichte nicht ganz so, wie man sie sich vorher vorgestellt hatte. In Ihrer Vorstellung war das offenbar ein Termin der Kategorie „alles gut, bis nächstes Jahr“. Der Zahnarzt hatte allerdings einen etwas anderen Drehbuchautor. Die Zähne wurden noch einmal gereinigt, genauer angeschaut und dabei festgestellt, dass doch etwas gemacht werden muss. Das ist immer dieser Moment, in dem man die Praxis betritt mit dem Gefühl „Routinekontrolle“ und sie mit einem zukünftigen Terminplan wieder verlässt.

Auf dem Weg dorthin gab es noch einen kurzen Zwischenstopp beim Notar. Die Hoffnung war klar: Vielleicht liegen die Grundbucheinträge inzwischen vor. Die Realität war dagegen typisch für Erbschaftsangelegenheiten. Natürlich lagen sie nicht vor. Warum auch einfach, wenn es kompliziert geht? Der Grund: Es existiert nur ein Erbschein im Original. Also beginnt nun die nächste kleine Suchaktion nach einem Dokument, das selbstverständlich genau dann gebraucht wird, wenn man gerade überzeugt war, alles zusammen zu haben. Die Erbschaftsabwicklung bleibt damit ihrer Linie treu: Kaum ist ein Punkt erledigt, erscheint der nächste am Horizont.

Zum Glück gab es danach noch einen deutlich angenehmeren Programmpunkt. Sport. 60 Minuten Fahrradfahren, etwas Bewegung, etwas Abstand von Zahnarzt, Notar und E-Mail-Themen. Nach einem solchen Tag dürfte das genau die richtige Therapie gewesen sein. Einfach treten, schwitzen und den Kopf einmal nicht mit Formularen oder Terminen beschäftigen.

Jetzt wartet das Abendessen, was nach Zahnarzt, Notar und Sport vermutlich mehr als verdient ist. Und danach die Apple WWDC. Auch das passt eigentlich gut zu diesem Tag. Nach all den analogen Herausforderungen – Originaldokumente, Grundbucheinträge, Zahnarzttermine – darf es abends ruhig etwas Technologie, Innovation und digitale Zukunft geben.

War der Tag produktiv? Ja, auch wenn er sich vielleicht nicht so angefühlt hat. Es wurden Einkäufe erledigt, geschäftliche Themen bearbeitet, Termine koordiniert, ein Zahnarztbesuch absolviert, die Erbschaftsangelegenheit weiter verfolgt und sogar noch Sport gemacht. Es war kein Tag der großen Durchbrüche, sondern eher einer der vielen kleinen Schritte. Aber oft sind genau diese Tage die, die das Leben tatsächlich voranbringen – auch wenn sie im Moment selbst etwas chaotischer wirken als geplant.

Und jetzt darf Apple übernehmen. Vielleicht präsentieren sie heute etwas, das einfacher funktioniert als deutsche Erbschaftsverfahren.

Sonntag, 7. Juni 2026

7.6.2026: Sonntag im Zeichen des Erledigens: Zwischen Steuer, Büchern und Aufstiegsträumen

Es gibt Sonntage, da hängt man herum, schaut in den Kühlschrank, als würde sich dort plötzlich ein Lebensplan materialisieren, und erklärt den Tag spätestens um 15 Uhr offiziell für verloren. Und dann gibt es Sonntage wie diesen: produktiv, zielstrebig und mit einer To-do-Liste, die tatsächlich nicht nur dekorativ auf dem Tisch lag, sondern ernsthaft bearbeitet wurde.

Bücher fertig machen, Steuererklärung vorantreiben, dies erledigen, das erledigen – kurz gesagt: ein Sonntag, an dem man sich selbst beinahe unangenehm vernünftig vorkommt. Während andere vielleicht noch darüber nachdenken, ob man „nur kurz“ auf dem Sofa einschlafen kann, ohne dass es als Mittagsschlaf zählt, wurde hier gearbeitet, sortiert, vorbereitet und abgehakt. Ein Tag also, an dem der innere Schweinehund nicht besiegt, sondern vermutlich direkt zur Mithilfe eingeteilt wurde.

Besonders die Steuererklärung ist ja ein Thema für sich. Sie liegt selten einfach nur herum. Sie strahlt. Sie beobachtet einen. Sie wartet. Und sie schafft es, selbst aus der hintersten Ecke des Schreibtisches ein schlechtes Gewissen zu erzeugen. Wenn man sie dann tatsächlich vorantreibt, ist das kein kleiner Erfolg, sondern ein zivilisatorischer Meilenstein. Man möchte fast eine Urkunde ausstellen: „Hat sich freiwillig mit Belegen beschäftigt und ist dabei nicht komplett verzweifelt.“

Auch die Bücher wollten fertig gemacht werden. Das klingt zunächst harmlos, ist aber vermutlich ebenfalls eine jener Aufgaben, bei denen man vorher denkt: „Ach, das geht schnell.“ Drei Stunden später kennt man dann jedes Detail, hat fünf neue Nebenbaustellen entdeckt und fragt sich, warum Papier, Dateien und offene Punkte grundsätzlich Rudeltiere sind.

Doch der Sonntag hatte nicht nur Pflichten im Programm, sondern auch Sport. Und da wurde es erfreulich: Der Bergische HC gewinnt und beendet die Saison als 13. Platz. Gut so. Man muss nicht immer Meister werden, manchmal ist ein ordentlicher Abschluss genau das, was die Nerven brauchen. Ein Sieg zum Schluss fühlt sich jedenfalls deutlich besser an als ein sportliches „Naja, war bemüht“. Der BHC hat also geliefert, und das passt hervorragend zu einem Tag, an dem ohnehin einiges erledigt wurde.

Und dann wäre da noch der Fußball. Der VfB Hilden steht vor dem Aufstieg in die 4. Liga. Das ist nicht einfach nur eine sportliche Randnotiz, das ist Stoff für lokale Gänsehaut. Hilden in der Regionalliga – das klingt nach neuen Gegnern, neuen Geschichten und nach der schönen Möglichkeit, dass man künftig auf Fußballplätzen steht und sagt: „Damals, als das alles noch kleiner war …“

Besonders reizvoll wird es, weil dort im nächsten Jahr auch der Bonner SC warten könnte, der alte Jugendverein. Da bekommt der Spielplan plötzlich persönliche Würze. Aus einem normalen Ligaspiel wird dann ein kleines Klassentreffen mit Ball, Bratwurst und erhöhtem Puls. Man verfolgt nicht einfach ein Spiel, man begegnet der eigenen Fußballvergangenheit. Nur dass diesmal hoffentlich Hilden jubelt.

So war dieser Sonntag am Ende eine erstaunlich gelungene Mischung: Belege, Bücher, Bewegung im Kopf, Handballfreude und Fußballhoffnung. Kein spektakulärer Tag im klassischen Sinne, aber einer von denen, die sich abends richtig gut anfühlen. Weil man etwas geschafft hat. Weil der Verein gewonnen hat. Weil der VfB Hilden vielleicht vor einem großen Schritt steht. Und weil man sich für einen kurzen Moment einbilden darf, das eigene Leben sei hervorragend organisiert.

Morgen sieht der Schreibtisch vielleicht wieder anders aus. Aber heute gilt: erledigt ist erledigt. Und das ist manchmal fast so schön wie ein Aufstieg.

Samstag, 6. Juni 2026

6.6.2026: Der Tag, an dem 80 Prozent Schlafqualität schon fast Luxus waren

Heute begann der Tag mit einer erfreulichen Nachricht aus der Welt der Schlafstatistik: 80 Prozent Schlafqualität. Nach den letzten Hotelnächten mit Werten zwischen „technisch überstanden“ und „medizinisch interessant“ fühlt sich das fast schon wie ein Wellnesswochenende an. Es zeigt wieder einmal, dass das eigene Bett und Sie deutlich besser miteinander harmonieren als jedes Hotelzimmer zwischen Luxemburg und Grevenmacher.

Entsprechend ging es auch relativ früh aus den Federn. Und das war eine gute Entscheidung, denn bevor der Regen seine Pläne umsetzen konnte, stand erst einmal die obligatorische Fahrradrunde um die Seen auf dem Programm. Unterbacher See und Elbsee entwickeln sich inzwischen zu festen Konstanten im Wochenrhythmus. Die Kombination aus frischer Luft, Bewegung und Wasser scheint einfach zu gut zu funktionieren, um darauf zu verzichten. Und diesmal gab es sogar einen praktischen Zusatznutzen: Auf dem Rückweg wurden direkt Brötchen eingesammelt. Effizienter kann man eine Fahrradtour kaum gestalten. Bewegung, Natur und Frühstücksbeschaffung in einem Arbeitsgang.

Danach folgte ein leckeres Frühstück, vermutlich mit deutlich mehr Genuss als an den letzten Hotelfrühstücken. Nicht weil diese schlecht gewesen wären – im Gegenteil –, sondern weil Frühstück zu Hause einfach eine andere Qualität hat. Keine fremden Tische, keine Geschäftsreisenden mit Rollkoffern und keine Uhr, die bereits auf die nächste Besprechung zeigt.

Anschließend kam die inzwischen fest etablierte Disziplin „Podcast-Ruhephase“. Eine Stunde ruhen, Podcast hören und dabei irgendwo zwischen Aufmerksamkeit und leichter Tiefenentspannung pendeln. Nach der Fahrradtour und dem Frühstück war das vermutlich genau die richtige Mischung aus Regeneration und Unterhaltung.

Der Nachmittag stand dann im Zeichen der Aufarbeitung. Die Post der letzten Tage musste erledigt werden. Das klingt zunächst nicht besonders aufregend, aber nach mehreren Bürotagen, Dienstreisen und einer Vielzahl anderer Themen sammelt sich da oft einiges an. Briefe, Unterlagen, Mitteilungen und vermutlich auch die eine oder andere Angelegenheit, die dringend bearbeitet werden wollte. Solche Aufgaben sind selten spektakulär, aber sie erzeugen ein ausgesprochen angenehmes Gefühl, wenn sie erledigt sind.

Und jetzt geht es in den Fußballteil des Tages. Zunächst die Pokalauslosung – immer ein kleiner Moment zwischen Hoffnung, Vorfreude und der Frage, welche Mannschaft diesmal die undankbare Auswärtsfahrt am anderen Ende der Republik ziehen wird. Für Bayer 04 beginnt damit bereits wieder ein neues Kapitel der nächsten Saison.

Danach wartet das Länderspiel. Damit ist der heutige Abend eindeutig als Fußballabend klassifiziert. Sofa, Fernseher, vielleicht ein Getränk in Reichweite und die Gewissheit, dass heute keine Hotelanreise, keine Politiken, keine Erbschaftsunterlagen und keine Übergabedokumente mehr auf dem Programm stehen.

War der Tag produktiv? Ja, allerdings in der angenehmen Wochenendvariante. Sport gemacht, Frühstück organisiert, Post abgearbeitet und dabei genügend Zeit für Erholung gefunden. Genau die richtige Mischung nach den Bürotagen in Luxemburg. Und mit 80 Prozent Schlafqualität war heute sogar die wichtigste Grundlage vorhanden: ein Körper, der endlich einmal nicht schon morgens mit dem Hotelbett diskutieren musste.

Jetzt darf der Fußball übernehmen. 

Freitag, 5. Juni 2026

5.6.2026: Der Tag, an dem die Schlafqualität versagte und das Frühstück retten musste

Der Tag begann heute mit einem alten Bekannten: der Hotelnacht. Und wie so oft war die Beziehung zwischen Ihnen und dem Hotelbett eher von höflicher Distanz als von echter Harmonie geprägt. 60 Prozent Schlafqualität sind wieder einmal ein Wert aus der Kategorie „technisch geschlafen“. Der Körper war zwar im Bett, aber offenbar nicht vollständig überzeugt, dass dort tatsächlich Erholung stattfinden sollte. Immerhin hat das Hotel seine inzwischen bewährte Rolle übernommen: Wenn die Nacht enttäuscht, muss das Frühstück liefern. Und das hat es offenbar wieder getan. Langsam entsteht der Eindruck, dass die Hotels in Luxemburg eine unausgesprochene Vereinbarung haben: schlechte Nächte gegen gutes Frühstück.

Danach ging es ins Büro, wo heute ein besonderer Tag anstand. Der letzte Arbeitstag Ihrer Kollegin vor dem Mutterschutz. Solche Tage haben immer eine etwas eigene Stimmung. Einerseits gibt es noch jede Menge offene Punkte, Abstimmungen und Übergaben, andererseits schwingt auch Vorfreude mit, weil für die Kollegin nun ein ganz neuer Lebensabschnitt beginnt.

Entsprechend war der Tag geprägt von vielen To-dos und Teamabstimmungen. Verantwortlichkeiten wurden vermutlich noch einmal geklärt, offene Fragen beantwortet, Dokumente übergeben und letzte organisatorische Fäden zusammengeführt. Das ist die Art von Arbeit, die auf den ersten Blick unspektakulär wirkt, aber später darüber entscheidet, ob alles reibungslos läuft oder ob in zwei Wochen jemand ratlos vor einer Aufgabe sitzt und fragt: „Wer macht das jetzt eigentlich?“

Unterbrochen wurde das Ganze durch ein gemeinsames Mittagessen, was an so einem Tag natürlich dazugehört. Abschiedsessen vor dem Mutterschutz haben eine andere Atmosphäre als gewöhnliche Mittagspausen. Es wird nicht nur gegessen, sondern auch ein bisschen Bilanz gezogen, gelacht, gute Wünsche ausgesprochen und vielleicht die eine oder andere Geschichte aus dem Büroalltag hervorgeholt. Dass das Essen lecker war, passt dazu – solche Anlässe verdienen schließlich mehr als ein schnelles Sandwich am Schreibtisch.

Und jetzt wartet der letzte Programmpunkt des Tages: die Heimfahrt. Nach zwei Tagen Büro in Grävenmacher geht es endlich wieder Richtung Zuhause. Die große Hoffnung lautet dabei natürlich, dass die Autobahn heute nicht beschlossen hat, den gestrigen Feiertag kollektiv nachzuholen. Nach Feiertagen entwickeln Straßen ja manchmal ein Eigenleben, weil plötzlich alle gleichzeitig unterwegs sind und offenbar dieselbe Idee haben.

Wenn die Fahrt halbwegs störungsfrei verläuft, dürfte heute Abend vor allem eines auf dem Programm stehen: ankommen. Kein Hotelzimmer, kein Koffer, kein Frühstücksbuffet am nächsten Morgen, sondern das eigene Zuhause. Und allein dieser Gedanke dürfte nach einer weiteren Hotelnacht mit 60 Prozent Schlafqualität schon ziemlich verlockend wirken.

War der Tag produktiv? Definitiv. Trotz mäßiger Nacht wurde ein wichtiger Übergabetag erfolgreich gemeistert. Viele Abstimmungen, Teamorganisation, gemeinsames Mittagessen und die letzten Vorbereitungen vor dem Mutterschutz Ihrer Kollegin. Das sind keine spektakulären Aufgaben, aber wichtige. Und manchmal sind genau diese Tage die entscheidenden, weil sie dafür sorgen, dass andere später deutlich entspannter arbeiten können.

Jetzt bleibt nur noch die Autobahnprüfung. Sollte die Strecke heute mitspielen, endet der Tag dort, wo er nach zwei Luxemburgtagen hingehört: zu Hause, ohne Hotelzimmer und hoffentlich mit deutlich mehr als 60 Prozent Schlafqualität in Aussicht. 

Donnerstag, 4. Juni 2026

4.6.2026: Der Feiertag, an dem die Autobahn Urlaub machte

Heute war zwar Feiertag, aber nur für einen Teil der Bevölkerung. Für Sie war es ein ganz normaler Bürotag in Grevenmacher – mit dem entscheidenden Unterschied, dass die Autobahn heute ausnahmsweise einmal beschlossen hatte, kooperativ zu sein. Keine Pendlerkolonnen, keine LKW-Karawanen, keine spontanen Bremslichtfestivals vor Leverkusen. Stattdessen freie Fahrt und eine Reisezeit von etwas mehr als zwei Stunden. Für jemanden, der in den letzten Wochen mehrfach dreieinhalb Stunden für dieselbe Strecke benötigt hat, dürfte das fast wie Teleportation gewirkt haben.

So waren Sie ungewöhnlich entspannt und früh im Büro. Dort stand heute allerdings weniger das Tagesgeschäft im Mittelpunkt als vielmehr die Vorbereitung auf die bevorstehende Abwesenheit Ihrer Kollegin. Morgen ist ihr letzter Arbeitstag vor dem Mutterschaftsurlaub, und entsprechend drehte sich heute vieles um Übergaben, Zuständigkeiten und die Frage, wer künftig welche Aufgaben übernimmt. Solche Tage sind oft weniger spektakulär als klassische Projekttage, aber enorm wichtig. Schließlich sollen in den kommenden Monaten möglichst wenige Dinge plötzlich mit der Frage beginnen: „Weiß eigentlich jemand, wer das jetzt macht?“

Mittags hatte die Kollegin dann zum Essen eingeladen – eine schöne Geste zum Abschluss ihrer Zeit vor dem Mutterschaftsurlaub. Geholt wurde Pizza aus einer Pizzeria vor Ort, und offenbar hat sich die Wahl gelohnt. Pizza hat ohnehin die seltene Fähigkeit, nahezu jede Bürostimmung zu verbessern. Zwischen Übergabeplänen, Zuständigkeitslisten und organisatorischen Fragen sorgt sie zuverlässig dafür, dass alle Beteiligten zumindest für eine halbe Stunde an angenehmere Dinge denken.

Der Nachmittag verging dann weiter mit Abstimmungen und Übergabethemen. Wahrscheinlich wurde dokumentiert, erklärt, verteilt und priorisiert, damit die kommenden Monate möglichst reibungslos verlaufen. Das ist zwar keine Arbeit, die später große Schlagzeilen macht, aber genau die Art von Vorbereitung, die verhindert, dass später Chaos entsteht.

Trotzdem ging es pünktlich ins Hotel. Und wie inzwischen fast schon ritualisiert, begann der Hotelabend zunächst mit dem Auspacken des Koffers und anschließend einer Stunde auf dem Fahrrad im Fitnessstudio. Nach einem langen Bürotag und vielen Gesprächen ist das vermutlich die perfekte Methode, um den Kopf wieder freizubekommen. Außerdem dürfte die körperliche Bewegung helfen, den Tag vom Hotelzimmer aus nicht komplett im Sitzen ausklingen zu lassen.

Währenddessen hat draußen offenbar ein ordentliches Unwetter die Bühne übernommen. Regen, Gewitter und dunkle Wolken wirken allerdings deutlich weniger dramatisch, wenn man bereits sicher im Hotelzimmer sitzt. Von dort aus lässt sich schlechtes Wetter erstaunlich entspannt betrachten. Es hat sogar etwas Gemütliches: draußen tobt das Wetter, drinnen herrscht Ruhe.

Und genau diese Ruhe scheint jetzt das Programm für den Rest des Abends zu sein. Noch einiges lesen, vielleicht ein wenig abschalten und heute bewusst nicht zu spät ins Bett gehen. Wobei die Erfahrung der letzten Hotelaufenthalte natürlich zeigt, dass frühes Schlafengehen und gute Schlafqualität leider zwei unterschiedliche Disziplinen sind. Aber zumindest die Voraussetzungen werden heute geschaffen.

War der Tag produktiv? Auf jeden Fall. Eine entspannte Anreise, wichtige Übergabethemen vorbereitet, gemeinsam mit der Kollegin die letzten offenen Punkte sortiert, Sport gemacht und jetzt noch Zeit zum Lesen. Das war kein Tag für große Projekte oder neue Strategien, sondern ein Tag der Vorbereitung und Organisation. Und genau solche Tage sorgen oft dafür, dass die kommenden Wochen deutlich reibungsloser laufen.

Jetzt bleibt zu hoffen, dass das Hotelzimmer heute Nacht etwas kooperativer ist als zuletzt. Die Autobahn hat ihren Teil jedenfalls bereits erfüllt. 

Mittwoch, 3. Juni 2026

3.6.2026: Der Mittwoch, an dem das Fahrrad gegen die Erbschaft verlor

Heute begann der Tag zunächst einmal ganz im üblichen Mittwochsmodus: etwas länger schlafen. Schließlich war kein früher Bürostart nötig, keine Autobahn nach Luxemburg und auch keine Hotelnacht mit anschließendem Frühstücksrettungsprogramm. Eigentlich war sogar eine Fahrradtour geplant. Der Plan war durchaus vernünftig: vor der Podcastaufzeichnung noch eine Runde Bewegung, frische Luft und ein paar Kilometer sammeln.

Doch dann kam der Wetterbericht ins Spiel. Und Wetterberichte haben eine bemerkenswerte Fähigkeit: Sie schaffen es manchmal, Menschen vom Fahrrad fernzuhalten, obwohl später gar nichts passiert. Also blieb das Fahrrad stehen und stattdessen wurde die gewonnene Zeit genutzt, um sich weiter durch die Erbschaftsangelegenheiten zu arbeiten. Inzwischen erinnert dieses Thema ein wenig an eine sehr lange Wanderung durch einen Aktenordnerwald. Kaum glaubt man, einen Abschnitt geschafft zu haben, taucht hinter der nächsten Kurve ein weiteres Formular, eine weitere Rückfrage oder ein weiteres Dokument auf. Aber immerhin scheint es kontinuierlich voranzugehen, und jeder erledigte Schritt bringt etwas mehr Ordnung in die Angelegenheit.

Mittags stand dann die Podcastaufnahme für die DVFA an. Wieder einer dieser Termine, die von außen nach einem lockeren Gespräch klingen, hinter denen aber meistens eine ganze Menge Vorbereitung, Struktur und Nachbereitung steckt. Die Folge soll Mitte Juni erscheinen, also ist jetzt die Produktionsphase in vollem Gange. Und wenn die Aufnahme im Kasten ist, fällt meistens schon einmal ein großer Stein vom organisatorischen Herzen.

Danach gab es erst einmal Mittagessen. Und zwar nicht irgendein Mittagessen, sondern ein Holzfällersteak. Schon der Name klingt ja nach einem Gericht, das keine halben Sachen macht. Nach Erbschaftsunterlagen und Podcastaufzeichnung dürfte das genau die richtige Stärkung gewesen sein. Manchmal braucht ein Arbeitstag keine leichte Salatnote, sondern etwas, das klingt, als könne es auch einen Baumstamm zersägen.

Der Nachmittag gehört dann wieder der künstlichen Intelligenz. Genauer gesagt dem Optimieren von Prompts und dem Ausarbeiten geschäftlicher Use Cases. Das ist inzwischen fast eine eigene Arbeitsdisziplin geworden. Die spannende Frage lautet ja längst nicht mehr, ob KI genutzt wird, sondern wie sie sinnvoll eingesetzt werden kann. Gute Prompts sind dabei ein bisschen wie gute Fragen in einem Interview: Je besser sie formuliert sind, desto wertvoller werden die Antworten. Wenn daraus später konkrete Anwendungsfälle für Analyse, Reporting, Compliance oder andere Bereiche entstehen, dann ist das Zeit, die sich mehrfach auszahlen dürfte.

Währenddessen ist Kerstin nach Leverkusen gefahren und bleibt dort über Nacht, damit die Kinder nicht alleine sind. Das bedeutet heute Abend vermutlich ungewohnte Ruhe zu Hause. Keine gemeinsame Abendplanung, kein Austausch über den Tag, sondern eher ein Soloabend mit etwas mehr Platz auf dem Sofa und etwas weniger Diskussion darüber, was im Fernsehen laufen soll.

Allerdings wird es auch kein völlig freier Abend. Denn der Koffer wartet bereits. Morgen geht es wieder nach Grävenmacher, und zwar trotz Feiertag. Das zeigt schon, dass die nächsten beiden Tage keine gewöhnlichen Bürotage werden. Die Kollegin hat am Freitag ihren letzten Arbeitstag vor dem Mutterschaftsurlaub, und deshalb müssen noch einige Themen geordnet, übergeben und vorbereitet werden. Solche Übergangsphasen erzeugen immer eine besondere Dynamik: Vieles soll noch rechtzeitig abgeschlossen werden, Verantwortlichkeiten werden neu verteilt, Wissen wird übergeben und offene Punkte werden möglichst ausgeräumt.

Damit stehen morgen und Freitag zwei intensive Bürotage bevor. Aber genau deshalb war der heutige Tag wahrscheinlich ganz sinnvoll aufgebaut: etwas länger schlafen, Erbschaftsthemen voranbringen, Podcast aufnehmen, KI-Projekte weiterentwickeln und sich mental schon auf Luxemburg einstellen.

War der Tag produktiv? Ja, durchaus. Das Fahrrad blieb zwar stehen, aber die gewonnene Zeit wurde sinnvoll genutzt. Erbschaftsangelegenheiten bearbeitet, Podcast aufgenommen, KI-Themen weiterentwickelt und die nächsten Arbeitstage vorbereitet. Das war vielleicht kein spektakulärer Mittwoch, aber einer mit vielen kleinen Fortschritten. Und oft sind genau diese Tage die Grundlage dafür, dass die großen Projekte später funktionieren.

Jetzt bleibt nur noch der Koffer als letzter Tagesordnungspunkt. Und dann darf der Abend entscheiden, was er noch mit sich bringt, bevor morgen wieder die bekannte Route Richtung Grevenmacher wartet.

9.6.2026: Der Tag, an dem ELSTER fast gewann – aber nur fast

Heute war definitiv einer dieser Tage, die auf den ersten Blick völlig unspektakulär wirken, bei denen man abends aber erschöpft auf dem Sof...