Gestern Abend mit Freunden war so nett, dass ich heute das gemacht habe, was ich am besten kann, wenn der Abend zu gut und das Bett zu gemütlich ist: Ich habe konsequent verschlafen wie ein Profi. Kurz vor Mittag erst aus den Federn zu kommen hat ja immer etwas sehr Würdevolles, weil man dabei so tut, als wäre das ein bewusst gewähltes Lifestyle-Konzept und nicht einfach die Quittung dafür, dass man sich gestern zu lange in gute Gespräche, gutes Essen und dieses warme Gefühl von „Ach komm, einen Moment noch“ hineinfallen ließ. Nach dem Frühstück habe ich dann aber direkt den Schalter umgelegt: 60 Minuten auf dem Hometrainer, also eine Stunde lang in die Pedale getreten, als müsste ich mir meine Ehre zurückerarbeiten. Das Schöne am Hometrainer ist ja, dass er absolut ehrlich ist: Der fährt nirgendwo hin, er verhandelt nicht, er bewundert mich nicht – er zählt nur gnadenlos Minuten und sorgt dafür, dass ich am Ende zumindest körperlich sagen kann: „So, ich habe heute definitiv etwas getan.“
Danach Bundesliga geguckt, also der klassische Übergang von „Sport machen“ zu „Sport bewerten“, weil ich natürlich nach einer Stunde Schwitzen sofort wieder bereit bin, anderen Menschen dabei zuzusehen, wie sie das in deutlich besser können. Und weil mein Tag offenbar beschlossen hatte, nicht nur gemütlich, sondern auch produktiv zu sein, habe ich zwischendurch noch ein Bilanzbuch fertiggestellt. Das ist immer dieser herrliche Moment, in dem man merkt: Ich bin vielleicht spät aufgestanden, aber ich bin nicht untätig. Ich habe nicht nur Zeit vertrödelt, ich habe ein Projekt über die Ziellinie geschoben – und das fühlt sich ungefähr so an, als würde man sich selbst einen kleinen Pokal überreichen, nur ohne Konfetti und mit deutlich mehr Zahlen.
Jetzt läuft der Countdown: Gleich um 18:30 Uhr spielt Bayer 04 in Gladbach. Das ist genau die Art Spiel, die den ganzen Nachmittag in eine Warteschleife verwandelt, in der man alles macht, aber innerlich schon halb im Stadion sitzt. Ich merke dann immer, wie ich plötzlich Dinge „noch schnell“ erledige, als müsste ich vor dem Anpfiff mein Leben sortieren: kurz dies, kurz das, noch ein Schluck, noch ein Blick – und dann ist es so weit. Ich hoffe auf einen Abend, der so läuft, wie ich ihn am liebsten habe: konzentriert, souverän, ohne Drama im Minutentakt und bitte ohne diese Phase, in der ich mir einrede, ich bleibe ganz ruhig, während ich in Wahrheit schon beim Einwurf Puls 180 habe.
Samstag, 7. Februar 2026
7.2.2026: Katerstimmung ohne Kater: Langschläfermodus, Heimtrainerheld und der ganz normale Bayer-Countdown
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
7.2.2026: Katerstimmung ohne Kater: Langschläfermodus, Heimtrainerheld und der ganz normale Bayer-Countdown
Gestern Abend mit Freunden war so nett, dass ich heute das gemacht habe, was ich am besten kann, wenn der Abend zu gut und das Bett zu gemüt...
-
Wenn man um 9:30 Uhr aufsteht, denkt man ja noch: „Ach, entspannter Tag, ich bin ja Rentner.“ Tja. Um 11 Uhr schon die erste Etappe des Tage...
-
Manche Tage sind wie ein Puzzlespiel mit verschwundenem Deckelbild: Man weiß, wie’s ungefähr aussehen soll, aber es dauert eben, bis alles p...
-
Was für eine Nacht. Um 4 Uhr früh ging’s los – und nicht etwa mit Frühstück im Bett, sondern mit Blaulicht-Stimmung. Kerstin ist mit Julia w...
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen