Donnerstag, 12. Februar 2026

12.2.2026: Weiberfastnacht, Kabelchaos und Hotelgym: Ich nenne das heute mal „Alltag mit Bonuslevel"

Ich bin heute um halb sieben aus den Federn gefallen, und zwar in dieser eleganten Mischung aus „ich bin wach“ und „mein Körper bestreitet das noch“. Dann Sachen gepackt, kurz geduscht, kurz gefrühstückt, und um halb acht saß ich schon auf der Autobahn – erstaunlicherweise ohne das übliche Gefühl, dass ganz NRW gleichzeitig beschlossen hat, genau jetzt dieselbe Spur zu lieben. Wahrscheinlich lag’s wirklich an Weiberfastnacht: Während viele mit ÖPNV unterwegs sind und sich innerlich schon auf Schunkeln, Konfetti und den ersten „Helau“-Reflex vorbereiten, durfte ich mal eine Autobahn erleben, die nicht wie ein rollendes Stau-Symposium wirkte. Um zehn war ich im Büro und habe erst mal die Verkabelung an meinem PC erneuert, weil offenbar irgendjemand in den letzten vier Wochen umgesteckt hat – und ich sage mal so: Wenn man an einen Arbeitsplatz kommt und die Kabel aussehen, als hätte ein Oktopus im Dunkeln umdekoriert, weiß man, der Tag wird nicht langweilig. Also einmal den inneren IT-Mönch aktiviert, Ordnung hergestellt, Kabel gezähmt, und dabei diese stille Genugtuung gespürt, die man nur kennt, wenn Dinge wieder so sitzen, dass sie nicht bei der kleinsten Mausbewegung beleidigt ausfallen. Mittags dann beim Chinesen bestellt und gemeinsames Mittagessen – dieser Moment, in dem das Büro für kurz auf „Menschlichkeit“ umschaltet, die Gespräche leichter werden und man sich einredet, man hätte gerade eine ausgewogene Mahlzeit gegessen, weil irgendwo Gemüse drin war, wahrscheinlich. Danach ging’s an HV-Stellungnahmen und an die Dinge fürs Home Office – also wieder zurück in den Modus, in dem man Sätze so formuliert, dass sie gleichzeitig korrekt, verbindlich und möglichst unangreifbar sind, während man im Kopf schon den nächsten Punkt abhakt. Gleich geht’s dann ins Hotel, aber natürlich nicht ohne vorher tanken und einkaufen, denn ich bin ja nicht nur unterwegs, ich spiele auch noch Logistikmanager meiner eigenen Versorgungskette. Im Hotel kommt dann wie üblich mein persönliches Ritual: erst 60 Minuten ins Fitnessstudio, damit ich später nicht so tue, als sei Reisen automatisch Bewegung, und danach den mitgebrachten Salat essen – das ist diese besonders erwachsene Form von „Ich habe mich im Griff“, bei der man sich sehr tugendhaft vorkommt, bis man irgendwo am Nebentisch Pommes riecht und kurz über Lebensentscheidungen nachdenkt. Abends ein bisschen Olympia gucken, damit der Kopf auch noch Sport bekommt, ohne dass ich selbst nochmal schwitzen muss, und dann noch am Mac weiter an eigenen Apps bauen – also der perfekte Abschluss: erst Tagesgeschäft, dann Körper, dann Hirn, und am Ende sitze ich da, bastle digital an kleinen Welten herum und fühle mich kurz so, als hätte ich nicht nur einen Tag bewältigt, sondern gleich mehrere Versionen von mir produktiv eingesetzt.

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