Sonntag heißt bei mir ganz klar: lange schlafen. Nicht so ein zufälliges „Ups, schon so spät“, sondern dieses bewusste Ausschlafen, bei dem ich das Bett erst dann verlasse, wenn mein Körper offiziell unterschrieben hat, dass er wieder mit der Welt verhandeln will. Danach folgt das lange Frühstück, und das ist eigentlich der wahre Start in den Tag: nicht hektisch, nicht nebenbei, sondern richtig ausgedehnt, als würde ich den Sonntag langsam anrollen lassen wie einen schweren Koffer, den man nicht tragen, sondern lieber gemütlich schieben möchte. Es ist diese Mischung aus Genuss und Zeitgefühl, bei der die Uhr zwar irgendwo existiert, aber heute keine Führungsposition innehat.
Sport gab’s diesmal zu Hause auf dem Hometrainer, was ich sehr mag, weil das die perfekte Verbindung aus „ich tue etwas Vernünftiges“ und „ich muss dafür weder raus noch Menschen sehen“ ist. Ich setze mich drauf, trete los und tue so, als würde ich irgendwohin fahren, während ich in Wahrheit nur Kilometer sammle und meinem Gewissen zeige: Schau, ich bin noch da, ich bewege mich, alles gut. Danach der kurze Mittagsschlaf mit Podcasts – also diese Premium-Pause, bei der ich gleichzeitig ruhe und trotzdem das Gefühl habe, mein Kopf bekommt noch ein bisschen Futter. Das ist wie ein kleiner Reset-Knopf: kurz weg, dann wieder da, und plötzlich fühlt sich der Nachmittag nicht mehr nach „ich müsste“, sondern nach „ich kann“ an.
Und dann arbeite ich noch ein bisschen weiter an meinen Büchern. Nicht mit dem Anspruch, heute die Weltliteratur neu zu erfinden, sondern so, wie es am Sonntag am besten funktioniert: ruhig, konzentriert, ein Stück nach dem anderen. Genau das ist für mich die ideale Sonntagsformel: erst Zeit, dann Bewegung, dann Ruhe, dann kreativ produktiv sein – und am Ende habe ich das Gefühl, ich habe mich erholt und trotzdem etwas vorangebracht.
Sonntag, 15. Februar 2026
15.2.2026: Sonntag ist das kleine Trainingslager der Gemütlichkeit
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