Die erste Nacht in der Ferienwohnung in Segur war irgendwie schlecht, und ich weiß auch nicht warum. Das ist ja typisch: Man ist endlich angekommen, der Urlaub steht geschniegelt vor der Tür und winkt, aber der Kopf denkt sich nachts: „Spannend! Neue Geräusche! Neues Bett! Neue Luft! Lass uns das mal alles gleichzeitig bewerten.“ Vielleicht war’s auch diese Mischung aus Reisetagen im Körper, neuer Umgebung im Ohr und dem Gehirn, das noch nicht entschieden hat, ob es jetzt wirklich abschalten darf. Aber gut: Schlaf hin oder her, der Tag hat dann ziemlich überzeugend gezeigt, dass Urlaub trotzdem funktioniert.
Um 9 Uhr war ich raus und direkt bei meiner Lieblingsbäckerin – Baguette und Croissants holen. Das ist genau das Spanien-Frankreich-Grenzgebiet der Urlaubsglückseligkeit: allein der Geruch, dieses frische Gebäck in der Tüte, und schon fühlt sich alles nach „Hier gehört man hin“ an. Dann ein schönes Urlaubsfrühstück, so wie es sein muss: nicht hastig, nicht zwischen Tür und Angel, sondern mit Zeit und dem Gefühl, dass der Tag nicht gegen mich arbeitet, sondern für mich.
Danach habe ich ein bisschen geschäftlich was erledigt – muss im Urlaub auch sein. Und ganz ehrlich: Wenn man es dosiert macht, ist das sogar okay, weil es den Kopf beruhigt. Lieber einmal kurz Ordnung ins Berufliche bringen, als dass es den ganzen Tag als kleines, nerviges Pop-up im Hinterkopf herumblinkert. Und dann kam der Teil, der endgültig beweist, dass du wirklich in Spanien bist: Nachmittags ein schöner Spaziergang in kurzer Hose nach Cunit. Kurze Hose im Februar/Frühjahr – das ist für meinen inneren Deutschen immer noch eine Art Feiertag, weil es zeigt: Hier sind die Regeln anders. Warm, entspannt, herausgehen ohne Plan, einfach laufen und schauen – das ist genau der Rhythmus, den ich mir für die nächsten Wochen wünsche.
Zu Hause dann Kaffee mit leckerem Salat – perfekter Urlaubs-Snack, weil er gleichzeitig leicht und zufrieden macht. Danach noch ein bisschen an Büchern gearbeitet, eine Stunde Podcasts gehört, und abends sogar selbst gekocht: Hähnchenbrust mit Spaghetti. Das ist so ein herrlich solides Abendessen, das nach „Ich kümmere mich gut um mich“ schmeckt, ohne kompliziert zu werden.
Und heute Abend bleibt ihr mal hier: Bier für mich, Wein für Kerstin kalt gestellt. Das ist der Moment, in dem der Urlaub endgültig die Hand hebt und sagt: „So, jetzt machen wir es gemütlich.“ Kein Programm, kein Muss, nur Balkon-/Wohnungsmodus, ein Glas in der Hand und das Gefühl, dass man angekommen ist.
Sonntag, 22. Februar 2026
22.2.2026: Erste Nacht Spanien: Ich bin schon da – mein Schlaf ist offenbar noch in Frankreich
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