Gestern Abend wurde es nach dem Pokalspiel natürlich länger, weil man nach so einem 3:0 gegen St. Pauli nicht einfach geschniegelt nach Hause schleicht wie nach einem Zahnarzttermin. Ich war erst kurz vor 12 wieder daheim, und dann kam dieser Klassiker: Eigentlich bin ich müde, aber mein Kopf ist noch im Stadionmodus und tut so, als müsste er das Spiel jetzt in 12 Varianten nach analysieren. Also erst mal ein Bier – nicht zur Eskalation, eher zur feierlichen Runterfahrhilfe. Halb eins lag ich dann im Bett, und um 7 Uhr klingelte der Wecker. Genau genommen war ich sogar schon um Viertel vor sieben raus aus den Federn, mit diesem ganz speziellen Gefühl, das sich anfühlt wie „Ich stehe auf“, aber innerlich steht noch jemand anders auf und winkt mir aus dem Bett hinterher.
Die Anreise war dann wieder einmal Bahn-Romantik in ihrer reinsten Form: Zu Hause los, in Solingen noch pünktlich – kurz dachte ich schon, heute wird einer dieser magischen Tage, an denen alles klappt. Und dann in Solingen plötzlich: 35 Minuten Verspätung. Aus 35 wurden am Ende irgendwie 50, weil Verspätungen ja gerne wachsen wie Hefeteig, sobald man sie nur kurz aus den Augen lässt. Irgendwann kam ich dann doch in Hamburg an, leicht durchgeschüttelt, aber immerhin angekommen. Und Hamburg präsentierte sich direkt standesgemäß mit echtem Winterwetter – dieses „Willkommen im Norden“, bei dem man sich fragt, ob die Luft hier nicht generell ein bisschen schärfer ist als anderswo.
Im Hotel konnte ich immerhin schon einchecken, was in solchen Momenten wirkt wie ein kleiner Lottogewinn: Tasche aufs Zimmer, Klamotten ablegen, einmal kurz so tun, als hätte man alles im Griff. Danach ging’s zur Investorenkonferenz, wo ich mir ein paar Meetings mit Vorständen von börsennotierten Gesellschaften angeschaut habe. Das ist ja immer diese eigene Welt: viel Business-Deutsch, viel „strategische Initiativen“, viel „wir sehen uns gut positioniert“, und zwischendurch diese Momente, in denen man wirklich etwas Spannendes herauszieht – wenn man zwischen den Folien und Floskeln die echten Signale entdeckt.
Jetzt bin ich gerade wieder auf dem Hotelzimmer, mache mich irgendwie frisch – also das klassische „aus dem Tag kurz raus, einmal neu starten“ – und gleich geht’s zur Abendveranstaltung in Tim Mälzers Bullerei. Angeblich soll es da leckere Steaks geben, und ganz ehrlich: Nach Pokalnacht, Frühaufstehen, Bahnverspätung und Konferenztaktung klingt „Steak“ nicht nach Essen, sondern nach Belohnung. Ich freue mich drauf, weil es genau diese Art Abschluss ist, die den Tag wieder rund macht: erst Pflicht, dann Genuss – und wenn das Steak so gut ist, wie alle behaupten, werde ich vermutlich kurz vergessen, dass mein Schlafkonto gerade tiefrot ist.
Wenn du willst, erzähl mir später: War’s wirklich Steak-Himmel – oder eher „lecker, aber ich hatte größere Träume“?
Mittwoch, 4. Februar 2026
4.2.2026: Hamburg-Tag: Pokalnacht, Bahnlotterie und Steak-Hoffnung in der Bullerei
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4.2.2026: Hamburg-Tag: Pokalnacht, Bahnlotterie und Steak-Hoffnung in der Bullerei
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