Heute bin ich um 9 Uhr aus den Federn, so geschniegelt, wie man halt geschniegelt sein kann, wenn der Körper eigentlich noch „fünf Minuten“ in Dauerschleife laufen lassen würde. Kurz gefrühstückt, eher so ein funktionales „Ich werfe was rein, damit ich nicht beim ersten Schritt ins Leere laufe“, und dann direkt ab ins Sportstudio. Dort habe ich 30 Minuten Rad gefahren, schön stumpf und sauber, dieses gleichmäßige Treten, bei dem man sich einredet, man würde gerade Berge bezwingen, während man in Wahrheit nur gegen ein sehr ehrliches Schwungrad verhandelt. Danach noch ein paar Übungen hinterhergeschoben – genau diese Sorte Training, die nicht spektakulär aussieht, aber am nächsten Tag zuverlässig sagt: „Guten Morgen, ich bin dein Rücken. Wir reden.“
Wieder zu Hause gab’s dann die verdiente 30-Minuten-Ruhephase, ich nenne das ja gerne „strategisches Nichtstun“, weil es so klingt, als wäre es Teil eines ausgefeilten Plans und nicht einfach ein kurzer Moment, in dem ich mich wieder einsammle. Eine Kleinigkeit gegessen, damit der Magen nicht später im Stadion plötzlich anfängt, ein Solo zu spielen, und dann ging’s an die Bücherproduktion. Ich habe die Bücher rausgehauen, die ich schon vorbereitet hatte – also quasi die Buchfabrik angeworfen: Klick, Klick, fertig, nächstes. Das ist immer ein herrliches Gefühl, weil man da nicht mehr „anfängt“, sondern erntet. Vorarbeit zahlt sich aus, und plötzlich sieht es von außen aus, als wäre ich ein extrem produktiver Mensch, was ich natürlich gerne so stehen lasse.
Jetzt steht als nächstes Duschen auf, damit ich nicht mit dem Charme eines Fitnessstudios in die Pokalnacht starte, und dann geht’s wieder ab zum Fußball. Heute Abend spielt Bayer 04 zu Hause im Pokal gegen St. Pauli, und in meinem Kopf ist das so ein Spiel, bei dem es eigentlich nur zwei akzeptable Zustände gibt: Sieg oder kollektive Augenbrauenhochzieh-Krise. Alles andere als ein Sieg wäre enttäuschend, ganz klar – gerade zu Hause, gerade im Pokal, gerade gegen einen Gegner, bei dem man zwar Respekt haben sollte, aber bitte nicht die Dramaturgie „Und dann stolperten wir über unsere eigenen Erwartungen“ abspielen muss. Ich will heute kein Pokal-Märchen für die anderen, ich will ein solides, erwachsenes „Danke, erledigt“ – am besten mit einem frühen Tor, damit der Puls nicht die ganze Zeit auf „Nachspielzeit“ steht.
Und jetzt: duschen, ab ins Stadion, Pokalmodus an. Bitte einmal professionell gewinnen, Bayer. Ich habe schließlich schon Sport gemacht und Bücher produziert – irgendwer muss heute Abend noch liefern.
Dienstag, 3. Februar 2026
3.2.2026: Pokaltag mit Trainingslager, Buchfabrik und der Erwartung „Bitte keine Blamage“
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