Heute war also einer dieser Tage, an denen der Wecker nicht von einem Gerät kommt, sondern von Frau Duschl persönlich – die menschliche Variante von „Push-Benachrichtigung mit Nachdruck“. Um 10 Uhr aus dem Bett geklingelt zu werden hat ja immer zwei Phasen: Erst die Empörung („Was erlaubt sich die Welt?!“), dann die Erkenntnis („Gut, wir wollten ja sowieso raus… irgendwann… heute… irgendwann heute…“). Kurz gefrühstückt, ein paar Dinge erledigt – das klingt nach diesem typischen Alltagstetris, bei dem man ständig das Gefühl hat, man macht „nur Kleinkram“, aber am Ende ist plötzlich alles Wichtige weggeräumt und man fragt sich, wer das eigentlich erledigt hat. Spoiler: du.
Dann das Interview: 30 Minuten zugesagt, 70 geworden – das ist die klassische Interview-Zeitdehnung, die irgendwo zwischen „angenehm“ und „ich hatte eigentlich noch ein Leben geplant“ liegt. Es ist immer ein gutes Zeichen, wenn es länger dauert, weil dann entweder die Fragen gut sind oder du so viel zu erzählen hast, dass der Gesprächspartner irgendwann merkt: „Oh, das hier ist nicht nur ein Termin, das ist eine Staffel.“ Und schwupps, sind aus 30 Minuten ein kleines Hörbuch geworden. Danach kurz einkaufen, wobei „kurz“ offenbar relativ ist, wenn man anschließend feststellt, dass ihr mit euren Vorräten nicht nur ein paar Tage überleben würdet, sondern im Zweifel auch eine kleine Expedition versorgen könntet. Ich stelle mir das so vor: Ihr öffnet den Schrank, und irgendwo dahinter winkt ein Konservendosen-Mitarbeiter und sagt: „Guten Tag, willkommen in der Filiale.“
Und während andere nach so einem Tag entweder ins Sofa fallen oder anfangen, sinnlos im Internet zu versacken, habt ihr „ein paar Bücher vorbereitet“ – das ist einfach diese Christoph-Klasse von Produktivität: Selbst wenn es ruhig ist, entsteht irgendwo ein neues Buch, als hätte dein Schreibtisch eine eigene Druckerpresse eingebaut. Und jetzt als krönender Abschluss: Handball-EM, Deutschland im Halbfinale. Das ist der perfekte Abendmodus, weil man dabei gleichzeitig entspannen und emotional komplett ausrasten kann – je nachdem, ob die Jungs gerade einen Ball elegant versenken oder ihn mit der Präzision eines nassen Brötchens wegwerfen.
Genieß das Halbfinale: Das ist diese seltene Mischung aus Spannung, Nationalstolz und „Bitte, bitte, bitte jetzt keine zwei Minuten Strafe“, bei der man innerhalb von fünf Sekunden vom gemütlichen Zuschauer zum Schiedsrichter-Experten wird. Und wenn ihr mit euren Vorräten wirklich ein paar Tage überleben könntet, dann seid ihr ja bestens vorbereitet – entweder für eine deutsche Finalparty oder für den Fall, dass man nach dem Spiel erst mal Trostschokolade in Industriegrößen braucht.
Freitag, 30. Januar 2026
30.1.2026: Klingeling um Zehn, Vorratsbunker deluxe und Handball-Halbfinale als Abendprogramm
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