Heute war ein Tag mit angenehm spätem Start und trotzdem erstaunlich viel Bewegung in der Sache. Erst einmal ausschlafen, was nach den letzten Tagen mit Werkstatt, Einkauf, Büro, Sport, Podcasts, Fußballfrust und Möbelaktivitäten auch völlig verdient war. Man kann schließlich nicht jeden Morgen aufspringen, als hätte der Wecker einen Börsengang angekündigt. Danach wurden ein paar Dinge erledigt, also genau diese kleinen Alltagsbausteine, die einzeln unspektakulär wirken, aber zusammengenommen verhindern, dass das Leben irgendwann aussieht wie ein schlecht gepflegter Eingangskorb.
Dann folgte die sportliche Pflichtübung: 60 Minuten zu Hause auf dem Hometrainer. Das ist eine sehr ehrliche Form von Bewegung, weil man eine Stunde strampelt, ohne auch nur einen Meter voranzukommen, und trotzdem hinterher sagen darf: „Ich habe etwas getan.“ Der Hometrainer ist ja im Grunde das perfekte Symbol moderner Selbstdisziplin: Man fährt nirgendwohin, aber immerhin konsequent. Anschließend gab es 60 Minuten Podcast hören, was gewissermaßen die geistige Ergänzung zur körperlichen Pedalarbeit war. Erst die Beine, dann die Ohren. Oder anders gesagt: Der Körper bekam Kreislauf, der Kopf bekam Inhalt.
Danach stand die Zweitliga-Konferenz auf dem Programm, mit dem Abstieg von Fortuna Düsseldorf. Da gibt es tatsächlich schlechtere Nachrichten, zumindest aus einer gewissen rot-schwarzen Leverkusener Betrachtungsrichtung. Fußball ist ja nicht nur Ergebnissport, sondern auch kleine emotionale Buchhaltung: Was der eigene Verein liegen lässt, kann der Fußballgott gelegentlich durch fremdes Unglück leicht abfedern. Nicht schön, nicht edel, aber sehr menschlich. Bayer hat gestern nur 1:1 gespielt und die Champions League verpasst, aber wenn Fortuna gleichzeitig den Fahrstuhl nach unten nimmt, fühlt sich die Fußballwelt immerhin kurz wieder etwas sortierter an.
Zwischendurch wurde dann auch noch der neue Bürostuhl zusammengeschraubt. Das ist keine Nebensache, sondern ein handwerklicher Charaktertest mit Schrauben, Anleitung und vermutlich mindestens einem Moment, in dem man ein Bauteil anschaut und denkt: „Du gehörst hier irgendwohin, aber du sagst mir nicht wohin.“ Wenn der Stuhl jetzt steht, ist das ein echter Fortschritt. Nicht nur, weil man künftig besser sitzt, sondern weil so ein Karton samt Einzelteilen sonst wochenlang in der Wohnung herumsteht und einen jedes Mal stumm beurteilt, wenn man daran vorbeigeht.
Und als wäre das nicht genug, wurden endlich die Kisten in den Keller geschafft. Das ist einer dieser Punkte, die auf To-do-Listen gerne alt werden wie Rotwein, aber deutlich weniger Freude machen. Kisten in den Keller bringen klingt banal, hat aber eine enorme psychologische Wirkung. Plötzlich ist wieder Platz. Plötzlich sieht ein Bereich der Wohnung weniger nach Zwischenlager eines kleinen Umzugsunternehmens aus. Und plötzlich fragt man sich, warum man das nicht schon früher gemacht hat, was allerdings eine gefährliche Frage ist, die man an Sonntagen besser nicht zu gründlich verfolgt.
War der Tag produktiv? Ja, eindeutig. Er begann gemütlich, aber er blieb nicht liegen. Es wurde erledigt, trainiert, gehört, Fußball verarbeitet, ein Bürostuhl montiert und Stauraumordnung hergestellt. Das ist eine sehr solide Mischung aus Erholung, Bewegung, Haushalt und kleiner sportlicher Schadenfreude. Kein Tag mit großem Feuerwerk, aber einer mit vielen nützlichen Häkchen. Und manchmal ist genau das die beste Sonntagsbilanz: ausgeschlafen, gestrampelt, aufgeräumt, gesessen wird künftig besser – und die Kisten sind endlich da, wo sie hingehören.
Sonntag, 17. Mai 2026
17.5.2026: Der Tag, an dem der Hometrainer Dienst tat und die Kisten endlich Kellerluft schnupperten
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