Der Tag begann wie gewohnt – mit Frühstück, E-Mails und der stillen Hoffnung, dass der Rotwein von gestern Abend sich klammheimlich aus dem Körper geschlichen hat. Spoiler: Hat er nicht. Deshalb gab’s vormittags erstmal einen 60-Minuten-Mittagsschlaf – medizinisch dringend notwendig, seelisch voll verdient.
Danach ein Mittagessen der Extraklasse: Schnitzel mit Zwiebeln auf Brot – rustikal, deftig, ehrlich. Danach wurde noch ein bisschen gearbeitet, also Kollegenfragen beantwortet. Manche davon sogar mit echter Antwort, andere mit souveränem „Ich schau mal nach“.
Am Nachmittag wurde es dann ernst: Koffer gepackt, morgen steht in Frankfurt eine Vorlesung an. Bildungsauftrag in der Mainmetropole! Um halb sechs ging’s los zum Hbf Solingen, wo der erste kleine Rentnerreise-Moment auf mich wartete: Der Zug war pünktlich. Kein Witz. Kein Scherz. Keine Ausrede. PÜNKTLICH! Fast wäre ich vor Freude wieder ausgestiegen.
Kurz vor acht dann Ankunft in Frankfurt, eingecheckt im Hotel – mit der Routine eines Geschäftsreisenden, der genau weiß, wo der Fahrstuhl ist und wo das Kissen nicht knarzt. Und weil Dozenten auch mal Hunger haben, ging’s zum Thai-Restaurant: scharfe Nudeln, volles Aroma, halber Kreislaufalarm – aber lecker!
Zurück im Hotel noch ein Bier – zur Beruhigung der scharfen Nudeln und zur Würdigung des Tages – und dann: Folien durchsehen. Schließlich will man morgen nicht beim Begriff „Finanzstruktur“ ins Stottern kommen.
Rentner auf Reisen: Wer denkt, Ruhestand sei Ruhe, hat meine Woche nicht gesehen. Aber: Es macht Spaß. Und das ist mehr wert als jede PowerPoint.
Freitag, 11. April 2025
11.4.2025: Von Zwiebelbrot bis Zugwunder – der Dozent auf Dienstreise
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