Heute endet offiziell das Strohwitwerdasein, und man merkt sofort, dass der Tag allein deshalb schon eine andere Grundstimmung hat. Gut geschlafen, morgens ein wenig aufgeräumt – nicht aus Putzwut, sondern aus dem ganz pragmatischen Gedanken heraus, dass Kerstin nach zwei Wochen bei Julia und Familie heute wieder nach Hause kommt und man einen gewissen Mindeststandard an Zivilisation wahren möchte. Erstmal ganz in Ruhe Kaffee getrunken, Koffer ausgepackt, Geschichten ausgetauscht und dieses angenehme Gefühl genossen, dass wieder jemand im Haus ist, der Dinge kommentiert, von denen man selbst gar nicht wusste, dass sie kommentierenswert sind.
Der Vormittag war trotzdem erstaunlich produktiv. Ich habe noch drei Bücher fertiggestellt, sauber abgeschlossen, Häkchen dran, weg damit. Diese Art von Produktivität fühlt sich immer ein bisschen so an, als würde man innerlich Platz schaffen, genau passend zu dem Gedanken, dass heute auch im echten Leben wieder jemand „einzieht“.
Heute Abend geht es dann zum Fußball nach Leverkusen. Bayer 04 spielt das letzte Spiel gegen Villarreal und muss gewinnen, um weiterzukommen. Also keine gemütliche Veranstaltung, sondern europäischer Ernst mit Hoffnung, Nervosität und diesem leichten Ziehen im Magen, das man nur bei solchen Spielen bekommt. Ein Tag also, der gleich doppelt endet: das Strohwitwerkapitel zu Hause – und hoffentlich nicht die internationale Saison im Stadion.
Mittwoch, 28. Januar 2026
28.1.2026: Das Ende der Einsamkeit und ein Abend mit europäischem Ernst
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