Freitag im Urlaub heißt bei mir Markttag, das ist gesetzt wie der erste Kaffee am Morgen. Also nach dem Frühstück aufgemacht, ein bisschen schlendern, gucken, riechen, sich einreden, man „braucht“ eigentlich gar nichts – und dann normalerweise doch mit irgendeiner Tüte nach Hause kommen, die plötzlich sehr logisch wirkt. Und heute war es tatsächlich das erste Mal in all den Jahren, dass wir nichts gekauft haben. Das ist entweder beeindruckende Selbstbeherrschung oder ein Zeichen dafür, dass der Markt uns heute nicht richtig verführt hat. Wobei: Ganz stimmt „nichts“ ja nicht, denn Obst und Gemüse frisch für die nächste Woche ist ja die nobelste Form des Markteinkaufs: keine Deko, kein Schnickschnack, sondern die vernünftige Beute. Quasi ein Einkauf mit gutem Gewissen und Vitaminen als Trophäe. Und außerdem: Ihr habt noch vier Markttage vor euch – das klingt wie eine sehr beruhigende Drohung. Heute keine Beute heißt nicht „nie wieder“, es heißt nur: Wir haben noch vier Chancen, die Selbstdisziplin wieder abzuwählen.
Zu Hause dann ein wenig geruht und Podcasts gehört, danach Kaffee getrunken – das ist dieser Urlaubsrhythmus, den ich wirklich liebe: raus, ein bisschen Leben einsammeln, wieder rein, kurz runterfahren, und dann mit Kaffee wieder in den Modus „angenehm wach“. Jetzt noch ein bisschen an Büchern vorbereitet, also wieder diese sanfte Produktivität, die im Urlaub nicht nervt, sondern sich eher anfühlt wie „ich halte den Faden“. Und nachher geht’s zum Abendessen zu Paco – oder wie es heute wohl heißt: Coffe & Bar 29. Ich mag solche Orte, die zwar den Namen wechseln, aber im Kopf trotzdem für immer „Paco“ bleiben. Das ist wie bei alten Kneipen: Egal wie schick das Schild wird, die Erinnerung klebt dran wie ein guter Geruch nach früher.
Freitag, 27. Februar 2026
27.2.2026: Markttag ohne Beute: Ich war da, habe geschaut – und bin ausnahmsweise stark geblieben
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27.2.2026: Markttag ohne Beute: Ich war da, habe geschaut – und bin ausnahmsweise stark geblieben
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