Montag, 2. März 2026

2.3.2026: Wolken, Kurzplatz und Kaltwasser-Drama: Urlaub mit Jahresbericht im Nacken

Heute war so ein Tag, der schon morgens klar gemacht hat: Strand wird’s nicht, mein Freund. Bewölkt, 14 Grad, also eher „Jacke-auf-Reißverschluss-zu“-Romantik als „Handtuch-raus-Sonnenbrille-auf“-Programm. Gestern Abend habe ich dann auch noch etwas länger Netflix geguckt, was natürlich wieder einmal zu dieser bewährten wissenschaftlichen Erkenntnis geführt hat: Serienfolgen werden nachts kürzer, der Schlaf aber leider auch. Entsprechend war ich heute später raus, und es war fast Mittag, als wir überhaupt gefrühstückt haben – ich nenne das ab jetzt nicht mehr „spät“, sondern „brunchartig mediterran angepasst“. Danach bin ich eine Runde Golf auf dem Kurzplatz in El Vendrell gespielt, was richtig gut war: frische Luft, ein bisschen Fokus, das beruhigende Geräusch von „Ball trifft Ball“ (oder zumindest das hoffnungsvolle Geräusch von „Ball trifft ungefähr Richtung Ziel“), und insgesamt einfach dieses Gefühl, dass man im Urlaub auch ohne Strand sehr anständig Zeit verbringen kann. Auf dem Rückweg habe ich noch getankt und ein bisschen Kuchen geholt, weil ich finde, Tankstelle und Kuchen sind die beiden Säulen moderner Stabilität: Das Auto läuft weiter und die Laune auch.

Zu Hause kam dann allerdings kurz das kleine Urlaubs-Realitäts-Insert: Das Wasser war nur kalt. Nichts bringt einen so schnell aus dem Urlaubszen in die Gegenwart wie eine Dusche, die plötzlich auf „Nordsee im Februar“ umstellt. Also habe ich direkt die Vermieterin angeschrieben, ihr Bruder kam vorbei und hat das repariert – und ich war ehrlich gesagt ziemlich dankbar, dass das so unkompliziert ging. Warmwasser ist nämlich keine Luxusfunktion, das ist im Urlaub Grundrecht, gleich nach „Baguette“ und „Kaffee“. Und jetzt, wo das wieder läuft, wartet leider der Teil des Tages, der nicht nach Urlaub klingt: Ich muss mich heute Abend dringend um den Jahresbericht für die Firma kümmern. Das ist so ein bisschen wie ein Elefant, der sich unauffällig in die Ferienwohnung gesetzt hat und so tut, als wäre er Deko. Ich werde das am besten so angehen, dass ich mir erst mal eine klare Struktur hinlege, dann in zwei bis drei konzentrierten Blöcken die wichtigsten Teile herunterarbeite (Zahlen, Kernaussagen, Feinschliff), und mir als Belohnung den Kuchen in Sichtweite stelle, damit ich zwischendurch nicht vergesse, dass ich offiziell immer noch im Urlaub bin.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

2.3.2026: Wolken, Kurzplatz und Kaltwasser-Drama: Urlaub mit Jahresbericht im Nacken

Heute war so ein Tag, der schon morgens klar gemacht hat: Strand wird’s nicht, mein Freund. Bewölkt, 14 Grad, also eher „Jacke-auf-Reißversc...