Heute bin ich morgens raus und habe erst mal das gemacht, was nach außen unglaublich erwachsen und organisiert klingt, sich in der Praxis aber oft wie eine kleine Verwaltungs-Odyssee anfühlt: Autotermine koordiniert. Reifenwechsel bei beiden Autos, dazu TÜV und Batterie checken – also einmal das komplette Programm, bei dem ich innerlich immer hoffe, dass alle Beteiligten mitspielen und nicht plötzlich noch irgendein mysteriöses Geräusch entdeckt wird, das vorher natürlich nie da war. Aber immerhin: Das ist jetzt angestoßen, und allein das gibt mir schon das Gefühl, dem Alltag nicht völlig hilflos ausgeliefert zu sein.
Danach ging’s ins Sportstudio, und das war richtig gut. Ich mag das immer, wenn nach so einem organisatorischen Vormittag noch etwas kommt, bei dem ich nicht telefonieren, koordinieren oder irgendeinen Termin jonglieren muss, sondern einfach hingehe, mich bewege und am Ende merke: So, jetzt habe ich wenigstens auch körperlich etwas getan und nicht nur Kalender geschoben wie ein Disponent mit leichtem Koffeinüberschuss.
Auf dem Rückweg habe ich bei Lidl für Kerstin noch ein paar Spritzringe besorgt, was ich für eine sehr vernünftige und gleichzeitig sympathische Zwischenmission halte. Es gibt ja Erledigungen, die rein funktional sind, und dann gibt es welche, die direkt gute Laune mitbringen. Spritzringe gehören eindeutig in die zweite Kategorie. Zu Hause gab’s dann erst mal Kaffee, also die offizielle Belohnung dafür, dass ich bis dahin schon einiges weggearbeitet hatte, bevor es hieß: eine Stunde ausruhen. Das ist bei mir inzwischen fast schon ein festes Element, nicht aus Faulheit, sondern aus kluger Selbstverwaltung. Ein bisschen runterfahren, kurz durchatmen, und danach funktioniert der Rest des Tages einfach besser.
Jetzt stehen noch ein paar Termine koordinieren, Mails checken und das eine oder andere organisieren auf dem Programm – also genau diese Sorte Nachmittagsarbeit, die nie spektakulär aussieht, aber trotzdem dafür sorgt, dass das Leben nicht auseinanderfällt wie ein schlecht aufgebautes Ikea-Regal. Nachher muss ich dann noch Sperrmüll raussetzen, was immer ein ganz eigenes Ritual ist: Dinge, die jahrelang irgendwo herumstanden und sich erfolgreich als „könnte man vielleicht noch mal brauchen“ getarnt haben, treten endlich ihren letzten Gang an. Ich finde das immer gleichzeitig befreiend und leicht absurd, weil man sich fragt, warum man manche Sachen überhaupt so lange aufgehoben hat.
Und heute Abend gibt’s dann Fußball. Genau richtig. Nach Autoterminen, Sport, Lidl, Kaffee, Ausruhen, Mails und Sperrmüll ist Fußball die verdiente Abendverlängerung – der Moment, in dem ich nichts mehr organisieren muss, sondern einfach nur noch gucken, meckern, hoffen oder genießen darf. Insgesamt also ein sehr voller, aber ziemlich runder Tag: viel weggeschafft, ein bisschen für die Figur getan, Spritzringe als kultureller Höhepunkt und am Ende Sport im Fernsehen. So lässt sich der Alltag durchaus aushalten.
Mittwoch, 15. April 2026
15.4.2026: Zwischen TÜV-Taktik, Spritzringen und Sperrmüll: Ich nenne das einen sehr deutschen Produktivitätstag
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