Freitag, 27. März 2026

27.3.2026: Abschied auf Raten: Ich kaufe Knoblauch, höre Podcasts und tue so, als wäre Kofferpacken keine emotionale Disziplin

Heute heißt es langsam Abschied nehmen, und das ist immer so ein seltsamer Urlaubstag: Ich bin noch da, ich lebe noch voll im Segur-Rhythmus, aber irgendwo im Hinterkopf läuft schon dieses leise „morgen ist Schluss“ mit. Nach dem Frühstück bin ich noch einmal auf den Markt gegangen, einfach weil das dazugehört und weil man am vorletzten Tag ja nicht plötzlich so tun muss, als wäre man schon innerlich im Wohnzimmer zu Hause. Gekauft habe ich diesmal fast nichts – außer Knoblauch. Das finde ich ehrlich gesagt sehr passend: fünf Wochen Spanien, unzählige Baguettes, Spaziergänge, Kaffee, Marktbesuche, und am Ende nehme ich Knoblauch mit. Nicht Souvenir-Kitsch, nicht großes Pathos, sondern eine Knolle. Bodenständig bis zum Schluss.

Danach habe ich noch ein paar aktuelle Podcasts gehört, also den Kopf noch einmal angenehm beschäftigt, während der Tag langsam in diese typische Abreise-Vorbereitung kippt. Jetzt gibt’s erst mal Kaffee, und dann heißt es Koffer packen. Das ist ja immer der Moment, in dem ich feststelle, dass sich Kleidung, Einkäufe, Kabel, Ladegeräte und diese ganzen „ach, das lege ich erst mal da hin“-Dinge in einer Ferienwohnung heimlich vermehren wie Kaninchen. Packen ist im Urlaub nie einfach nur Packen, es ist auch eine kleine Inventur des eigenen Lebens auf Zeit: Was kam mit, was blieb liegen, was muss noch irgendwie in die Tasche, und warum wirkt der Koffer plötzlich kleiner als vor fünf Wochen?

Heute Abend geht’s dann noch einmal zum Chinesen, was ich für einen sehr würdigen Schlusspunkt halte. Das ist zuverlässig, lecker und genau das Richtige für einen letzten Abend, an dem ich nicht mehr groß experimentieren will. Danach geht’s dann auch nicht ganz so spät ins Bett – was vernünftig ist, auch wenn solche Vorsätze am letzten Urlaubsabend immer ein bisschen nach „diesmal wirklich“ klingen. Aber morgen ist Heimreise, also ist heute der richtige Abend für einen ruhigen Ausklang: noch einmal essen gehen, noch einmal durchatmen, noch einmal genießen, bevor dann wieder der Modus „Auto, Strecke, Zuhause“ übernimmt.

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