Heute bin ich mal wieder nach Barcelona gefahren, und die erste Überraschung kam schon, bevor die Stadt überhaupt richtig losging: Die Fahrt mit der Bahn hat nichts gekostet, weil wir eine Bonus-Fahrkarte bekommen hatten. Das sind ja die schönsten Überraschungen – nicht philosophisch tief, aber sofort sympathisch. Ich fahre also in eine der teuersten Versuchungen Europas und starte den Tag mit dem seltenen Gefühl, im öffentlichen Verkehr mal nicht direkt finanziell gemaßregelt zu werden.
Barcelona selbst war heute voll mit Newcastle-Fans, weil die heute Abend bei Barça in der Champions League gespielt haben. Das war schon ein besonderes Stadtbild: Überall Trikots, Gruppen, Stimmen, Bierlaune und dieses internationale Fußball-Gewusel, bei dem man sofort merkt, dass heute nicht einfach nur ein normaler Stadtbummel-Tag ist. Ich finde das ja immer ganz unterhaltsam, solange keiner meint, eine Fußgängerzone sei eine persönliche Fankurve mit Vorfahrtsrecht.
Wie eigentlich immer bin ich dann von Passeig de Gràcia durch die Altstadt zum Hafen gelaufen und über die Rambla wieder zurück. Das ist inzwischen fast schon mein Barcelona-Ritual: ein verlässlicher Weg durch Schönheit, Menschenmassen und die ständige Versuchung, irgendwo stehen zu bleiben, zu gucken, einen Kaffee zu trinken oder einfach nur so zu tun, als würde ich hier halb wohnen. Die Altstadt hat ja diese besondere Gabe, mich gleichzeitig romantisch und leicht orientierungslos zu machen. Und der Hafen ist dann wieder der Moment, in dem alles etwas weiter wird, luftiger, entspannter, bevor es über die Rambla wieder zurück in das geordnete Chaos geht.
Am Ende hat Kerstin natürlich noch den einen oder anderen Textilladen besucht, was auf solchen Ausflügen ungefähr so sicher ist wie Touristen auf der Rambla. Ich sage immer „den einen oder anderen“, aber wir wissen beide, dass das eine sehr dehnbare Formulierung ist und in der Praxis irgendwo zwischen „nur mal kurz schauen“ und „wir brauchen einen strategischen Endspurt“ liegen kann. Ich bin da inzwischen ganz erfahren: geduldig bleiben, freundlich gucken, nicht zu früh fragen, ob es noch lange dauert.
Wieder zu Hause gab es dann Reste von gestern: Bratwurst und Spaghetti. Klingt im ersten Moment wie eine kulinarische Koalition, die man nicht in jeder Sterneküche serviert bekommt, war aber absolut okay. Im Urlaub schmecken Reste ja oft besser als sie theoretisch dürften, einfach weil man müde, zufrieden und nicht mehr entscheidungsfähig ist. Jetzt gucken wir Champions League im Fernsehen und legen die Beine hoch – genau richtig nach einem Tag mit Bahnbonus, Barcelona-Marsch, Fußballfans und Textilhandel. So darf ein Ausflug enden: erst Stadt, dann Sofa.
Mittwoch, 18. März 2026
18.3.2026: Barcelona gratis, Newcastle überall und ich wieder zuverlässig durch die Altstadt marschiert
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