Heute war wieder einer dieser Tage, die von außen vielleicht unscheinbar wirken, bei denen man abends aber feststellt: Da ist eigentlich eine ganze Menge passiert.
Der Start in den Tag begann direkt mit einem Webinar. Inhaltlich gab es offenbar keine bahnbrechenden neuen Erkenntnisse. Das ist ja manchmal auch ganz angenehm. Nicht jede Veranstaltung muss das berufliche Weltbild erschüttern. Manchmal reicht es völlig aus, festzustellen, dass man auf dem aktuellen Stand ist und sich nicht plötzlich mit zehn neuen Fachbegriffen oder fünf zusätzlichen Projekten auseinandersetzen muss. Insofern konnte das Webinar entspannt nebenherlaufen und erfüllte vor allem seinen Bildungsauftrag.
Danach ging es an die Post – und anschließend direkt wieder an das inzwischen wohl vertrauteste Dauerthema der letzten Monate: die Erbschaftsabwicklung. Zwei Stunden wurden erneut investiert. Und investiert ist hier vermutlich das richtige Wort, denn diese Zeit verschwindet nicht einfach. Sie bringt zwar selten unmittelbare Erfolgserlebnisse mit sich, aber jeder erledigte Brief, jedes eingereichte Dokument und jede geklärte Rückfrage bringt das Ganze ein Stück weiter. Trotzdem bleibt der Eindruck bestehen, dass Erbschaftsangelegenheiten ihre eigene Zeitrechnung besitzen und deutsche Bürokratie gerne in Etappen denkt.
Mittags stand dann ein deutlich spannenderer Termin an: ein Call mit einer Trendforscherin. Gemeinsam wird an einem geschäftlichen Projekt gearbeitet, das Mitte Juli weitergeht. Das klingt nach einer dieser Begegnungen, bei denen man den Blick bewusst nach vorne richtet – weg von Formularen und Nachweisen hin zu Fragen wie: Was kommt als Nächstes? Welche Entwicklungen werden relevant? Und wie lassen sich daraus konkrete Ideen und Projekte ableiten? Nach zwei Stunden Erbschaft dürfte das eine durchaus willkommene gedankliche Abwechslung gewesen sein.
Der Nachmittag stand dann wieder im Zeichen der Texte. Beiträge für eine Zeitschrift wurden fertiggestellt und abgegeben. Auch das ist ein Punkt, den man ruhig würdigen darf. Texte entstehen schließlich nicht einfach nebenbei. Sie müssen recherchiert, formuliert, überarbeitet und termingerecht abgegeben werden. Dass dieser Punkt heute von der Liste verschwunden ist, dürfte für eine gewisse innere Zufriedenheit sorgen.
Anschließend ging es direkt weiter mit den Buchprojekten. Auch hier zeigt sich wieder ein Muster: Selbst an Tagen, die bereits gut gefüllt sind, wird an den eigenen Projekten weitergearbeitet. Bücher schreiben und veröffentlichen scheint inzwischen weniger eine einzelne Tätigkeit als vielmehr ein dauerhafter Begleiter des Alltags zu sein.
Und jetzt wartet die wohlverdiente Belohnung des Tages.D ie restlichen Currywürste und Fritten von gestern. Normalerweise spricht man bei Resten eher von pragmatischer Verwertung. Aber Currywurst und Fritten gehören zu den wenigen Gerichten, die auch am zweiten Tag noch das Potenzial haben, Freude auszulösen. Vor allem dann, wenn man zuvor Webinar, Erbschaft, Trendforschung, Zeitschriftentexte und Buchprojekte unter einen Hut gebracht hat.
War der Tag produktiv? Ganz eindeutig: ja. Ein Webinar absolviert, die Post erledigt, zwei Stunden in die Erbschaft investiert, ein spannendes Projekt mit einer Trendforscherin vorangetrieben, Texte abgegeben und an Büchern gearbeitet. Das ist kein Tag, der durch große Dramatik glänzt, sondern durch konsequentes Vorankommen.
Und manchmal sind genau das die besten Tage: keine spektakulären Durchbrüche, aber viele kleine Schritte, die zusammen eine ziemlich beeindruckende Strecke ergeben.
Jetzt dürfen Currywurst und Fritten übernehmen. Schließlich muss Produktivität auch ordentlich gefeiert werden.
Mittwoch, 10. Juni 2026
10.6.2026: Der Tag, an dem die Erbschaft wieder gewann – aber die Currywurst auch
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