Dienstag, 11. August 2026

11.8.2026: Von ordentlich Geruckel bis Kopenhagen – genau dafür bin ich auf Frachtschiffreise

Das war heute wirklich ein richtig cooler Tag. Wobei der heutige Tag eigentlich schon gestern Abend in Kristiansand begonnen hat. Als wir dort abgelegt haben, hatte der Kapitän angekündigt, dass es am Anfang „ein bisschen ruckeln“ könnte. Nun ja, ich habe inzwischen gelernt, dass Kapitäne offenbar eine etwas andere Definition von „ein bisschen“ haben als ich. Denn fairerweise muss man sagen: Es hat nicht nur am Anfang geruckelt, sondern eigentlich bis heute Morgen. Das Schiff rollte ordentlich, und man merkte ziemlich deutlich, dass wir auf See waren. Aber erstaunlicherweise hat mir das überhaupt nichts ausgemacht. Im Gegenteil: Irgendwie gehört genau das zu einer Frachtschiffreise dazu. Wenn ich überhaupt nichts vom Meer merken wollte, hätte ich schließlich auch zu Hause auf meinem neuen Sofa sitzen bleiben können.

Gestern Abend habe ich es mir erst einmal in meiner Kammer gemütlich gemacht. Kabine sagt man auf einem Frachtschiff schließlich nicht – ich lerne ja dazu. Also lag ich in meiner Kammer, habe noch ein paar Sachen bei Netflix geschaut und mich irgendwann schlafen gelegt. Trotz des Rollens habe ich erstaunlich ruhig geschlafen. Natürlich bin ich zwischendurch das eine oder andere Mal wach geworden, wenn das Schiff wieder etwas stärker zur Seite rollte, aber insgesamt war das überhaupt kein Problem. Irgendwann gewöhnt man sich offenbar daran, dass das Bett nachts ein kleines Eigenleben entwickelt.

Heute Morgen ging es dann wieder zum Frühstück. Eier gehören hier inzwischen offensichtlich zur Grundversorgung, und heute gab es Spiegeleier mit Bacon. So kann ein Tag auf See durchaus beginnen. Nach dem Frühstück konnte ich dann wieder beobachten, wie wir uns langsam unserem nächsten Ziel näherten: Kopenhagen.

Gegen 13:30 Uhr waren wir schließlich da und machten im Hafen fest. Diesmal gab es im Gegensatz zu Kristiansand die Nachricht, auf die ich gehofft hatte: Landgang war möglich. Also hatte ich mich vorher schon beim Koch – oder beim „Cooky“, wie man hier offenbar sagt – vom Abendessen abgemeldet. Wenn ich schon in Kopenhagen von Bord darf, möchte ich schließlich nicht nach zwei Stunden zurückrennen müssen, nur weil unten das Abendessen auf dem Tisch steht.

Gemeinsam mit Knut ging es dann in die Stadt. Und das war genau das, was ich mir unter dieser Reise vorgestellt hatte: Mit dem Frachtschiff irgendwo ankommen, das Terminal verlassen und plötzlich mitten in einer europäischen Hauptstadt unterwegs sein. Wir sind eine schöne Runde durch Kopenhagen gelaufen, angefangen am Rathausplatz und von dort weiter Richtung Hafen. Natürlich durfte ein Spaziergang durch die bekannten Ecken der Stadt nicht fehlen. Gerade der Bereich am Wasser gehört für mich in Kopenhagen einfach dazu. Anschließend führte uns unsere Runde noch zur Marmorkirche, bevor es langsam wieder zurück Richtung Terminal und damit zurück zu unserem schwimmenden Zuhause ging.

Genau diese Mischung macht die Reise im Moment für mich so besonders. Gestern noch Kristiansand, allerdings ohne Landgang, anschließend eine Nacht mit ordentlich Bewegung auf dem Schiff und heute plötzlich zu Fuß durch Kopenhagen. Es gibt keinen klassischen Kreuzfahrtplan mit Unterhaltung, Buffet und organisierter Ausflugsgruppe. Stattdessen weiß ich morgens manchmal noch gar nicht genau, wie der Tag aussehen wird. Und genau das gefällt mir.

Jetzt bin ich wieder zurück an Bord. Wir bleiben noch bis morgen gegen 13 Uhr hier in Kopenhagen. Damit liegt eine weitere Nacht im Hafen vor uns, bevor es anschließend weitergeht. Ich bin gespannt, wie die nächste Etappe wird und was auf dem Weg zum nächsten Hafen passiert.

Für heute reicht es aber erst einmal. Ich gehe jetzt noch eine rauchen, schaue ein bisschen auf den Hafen und genieße einfach das Gefühl, auf einem Frachtschiff mitten in Kopenhagen zu sitzen.

Und wenn ich ehrlich bin: Genau für solche Tage habe ich diese Reise gebucht.

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