Heute ist Montag, und da zum Glück kein früher Termin auf mich wartete, konnte ich den Tag einigermaßen entspannt beginnen. Also erst einmal etwas länger schlafen, anschließend in Ruhe frühstücken und danach die Sporttasche packen. Das Sportstudio stand auf dem Programm, und nach den vielen Stunden am Schreibtisch in den vergangenen Tagen war die Bewegung wieder genau der richtige Ausgleich.
Wieder zu Hause begann dann allerdings der deutlich weniger sportliche Teil des Tages. Die Abwicklung der Erbschaft meines Vaters beschäftigt mich schließlich nach wie vor, und heute waren wieder die Wertpapiere an der Reihe. Es ging darum, Bestände zu verkaufen, Gelder zu überweisen und die verschiedenen Vorgänge möglichst sauber abzuarbeiten. Eigentlich hatte ich gehofft, heute mit dem Thema komplett fertig zu werden, aber wie das bei der Erbschaft inzwischen fast schon Tradition ist, funktioniert nichts ganz so schnell und unkompliziert, wie man sich das vorher vorstellt.
Also habe ich verkauft, überwiesen, kontrolliert und mich durch die verschiedenen Vorgänge gearbeitet. Ganz fertig geworden bin ich leider nicht. Ein Rest bleibt also wieder für die nächsten Tage übrig. Aber zumindest ist erneut ein gutes Stück geschafft, und irgendwann muss diese Erbschaftsabwicklung schließlich tatsächlich einmal zu Ende sein. Ich bin inzwischen optimistisch, dass ich diesen historischen Moment noch erleben werde.
Morgen soll allerdings bewusst ein anderer Tag werden. Kerstin und ich wollen mal wieder nach Venlo und Roermond fahren. Ein bisschen durch die Geschäfte laufen, schauen, was es so gibt, vielleicht das eine oder andere einkaufen und einfach einen schönen Tag in den Niederlanden verbringen. Nach all den Steuererklärungen, Wertpapierverkäufen, Bankthemen und sonstigen organisatorischen Aufgaben ist ein kleiner Tapetenwechsel sicherlich keine schlechte Idee.
Ganz ohne Organisation wird allerdings auch der morgige Abend nicht auskommen. Dann wartet nämlich schon wieder mein alter Bekannter auf mich: der Koffer. Mittwoch und Donnerstag geht es erneut ins Büro nach Grevenmacher. Gefühlt habe ich in den vergangenen Wochen häufiger einen Koffer ein- und ausgepackt als manche Menschen ihre Spülmaschine.
Aber der Reihe nach. Für heute reicht es mit Wertpapieren und Überweisungen. Morgen gibt es erst einmal Venlo und Roermond, bevor anschließend wieder Hemden, Sportsachen, Ladegeräte und der ganze übrige Dienstreise-Hausrat im Koffer verschwinden.
Und vielleicht schaffe ich es sogar, einen ganzen Tag lang nicht über die Erbschaft nachzudenken. Das wäre zur Abwechslung auch einmal ganz schön.
Montag, 31. August 2026
31.8.2026: Montag zwischen Sportstudio, Wertpapieren und dem nächsten Koffer
Sonntag, 30. August 2026
30.8.2026: Sonntagsprogramm: Fahrrad, Podcasts und zum Nachtisch eine Steuererklärung
Heute ist Sonntag, und das bedeutet für mich zunächst einmal zwei ausgesprochen angenehme Dinge: lange schlafen und anschließend ausführlich frühstücken. Nach den vielen Terminen und Reisen der vergangenen Wochen genieße ich diese ruhigen Sonntagmorgen umso mehr. Kein Wecker, kein Zug nach Hamburg, keine Autobahn Richtung Grevenmacher und erst recht kein Containerterminal – einfach gemütlich in den Tag starten.
Nach dem Frühstück wollte ich allerdings nicht den ganzen Vormittag herumgammeln. Also habe ich mich aufs Fahrrad geschwungen und meine übliche Runde um den Unterbacher See und den Elbsee gedreht. Das Wetter spielte erfreulicherweise mit. Es blieb trocken, und inzwischen reicht mir das schon als Qualitätsmerkmal eines guten Fahrradtages. Hauptsache kein Regen von oben und die obligatorischen Kilometer können abgespult werden.
Wieder zu Hause ging es erst einmal unter die Dusche. Anschließend folgte der inzwischen ebenso obligatorische zweite Teil meines persönlichen Sonntagsprogramms: Podcast hören und ein wenig ausruhen. Nach der Fahrradrunde einfach hinlegen, die Kopfhörer aufsetzen und jemand anderem beim Reden zuhören – viel besser kann man einen Sonntagmittag kaum verbringen.
Am Nachmittag wurde es dann wieder etwas produktiver. Ich habe mich an den PC gesetzt und zunächst einige Dinge aktualisiert. Nachdem unser Internet endlich wieder zuverlässig funktioniert, bin ich zwar mit den meisten Updates inzwischen durch, aber irgendetwas findet sich bekanntlich immer, das noch aktualisiert, synchronisiert oder aufgeräumt werden möchte.
Ganz Feierabend ist allerdings noch nicht. Als Nächstes muss ich meine Vorlesungsunterlagen fertigstellen. Auch da möchte ich heute einen Haken hintersetzen, damit das Thema erledigt ist und ich nicht in den nächsten Tagen wieder hektisch daran arbeiten muss.
Und anschließend wartet noch ein alter Bekannter auf mich: die Steuererklärung meines Vaters. Nachdem ich mich zuletzt ausführlich mit 2023 beschäftigt habe, ist jetzt das Jahr 2024 an der Reihe. Andere Menschen beenden ihren Sonntag mit einem guten Film oder einem Glas Wein. Ich öffne offenbar freiwillig Steuerunterlagen. Jeder braucht schließlich ein Hobby.
Immerhin wäre es ein richtig gutes Gefühl, wenn ich auch dieses Thema ein ordentliches Stück weiterbekomme. Dann hätte der Sonntag tatsächlich alles geboten: ausschlafen, ausführlich frühstücken, Fahrrad fahren, Podcasts hören, ein paar Dinge am Rechner erledigen, Vorlesungsunterlagen fertigstellen – und zum großen Finale noch eine Steuererklärung.
Wer behauptet eigentlich, Sonntage seien zum Ausruhen da?
Samstag, 29. August 2026
29.8.2026: Ein Samstag, bei dem Bayer 04 die Stimmung gleich mit verlor
Den heutigen Tag hatte ich mir ehrlich gesagt ein bisschen anders vorgestellt. Eigentlich sollte es ein gemütlicher Samstag werden, gekrönt von einem erfolgreichen Bundesliga-Auftakt von Bayer 04. Schließlich ging es am ersten Spieltag zum Aufsteiger nach Elversberg, und da war ich schon davon ausgegangen, dass wir mit drei Punkten wieder nach Hause fahren würden. Aber Fußball und meine Erwartungen sind bekanntlich zwei Dinge, die nicht immer besonders harmonisch miteinander umgehen.
Dabei begann der Tag ausgesprochen entspannt. Gegen sieben Uhr war ich tatsächlich schon einmal wach und hatte kurz überlegt, einfach aufzustehen. Dann kam allerdings der Gedanke: Es ist Samstag, warum sollte ich das tun? Also habe ich mich noch einmal umgedreht und versucht weiterzuschlafen. Dieser Versuch war ausgesprochen erfolgreich. Als ich das nächste Mal ernsthaft auf die Uhr geschaut habe, war es plötzlich 10:30 Uhr. Aus „noch ein bisschen schlafen“ waren also mal eben dreieinhalb Stunden geworden. Aber nach den vielen Reisen und Terminen der vergangenen Wochen darf das auch einmal sein.
Danach haben wir erst einmal in aller Ruhe schön gefrühstückt. Anschließend wollte ich wenigstens noch etwas für die Fitness tun. Das Wetter beziehungsweise meine Motivation führten mich heute allerdings nicht auf die übliche Runde um Unterbacher See und Elbsee, sondern ins Gästezimmer. Dort habe ich mich für eine Stunde auf den Hometrainer gesetzt und ordentlich Fahrrad gefahren. Nicht ganz so abwechslungsreich wie draußen, aber immerhin effektiv – und Stau gibt es im Gästezimmer normalerweise auch keinen.
Nebenbei beziehungsweise danach habe ich noch das eine oder andere erledigt, bevor der sportliche Höhepunkt des Tages anstand. Zumindest hatte ich gedacht, dass es ein Höhepunkt werden würde.
Bayer 04 in Elversberg.
Was dann passierte, war allerdings eher geeignet, die gerade aufgebaute Wochenendstimmung gründlich zu beschädigen. Bis zur 70. Minute lag Bayer völlig verdient mit 0:3 zurück. Beim Aufsteiger. Am ersten Spieltag. Das muss man erst einmal schaffen. Immerhin kam die Mannschaft anschließend noch einmal zurück und machte aus dem 0:3 ein 2:3. Für ein paar Minuten konnte man sogar wieder hoffen, dass vielleicht doch noch irgendwie ein Punkt herausspringt.
Aber am Ende blieb es beim 2:3.
Und Niederlage ist nun einmal Niederlage. Ob man vorher 0:1 oder 0:3 zurückgelegen hat, interessiert in der Tabelle niemanden. Der Bundesliga-Auftakt ist damit gründlich misslungen, und meine Stimmung hat entsprechend einen kleinen Dämpfer bekommen. Nach all der Vorfreude auf die neue Saison hatte ich mir den ersten Spieltag definitiv anders vorgestellt.
Aber gut: Es ist genau ein Spiel gespielt. Noch bleiben genügend Möglichkeiten, es besser zu machen. Sehr viele sogar.
Jetzt schauen wir erst einmal, was es gleich zum Abendessen gibt. Danach wird der Abend hoffentlich deutlich entspannter als die 90 Minuten in Elversberg. Fußball ist schließlich wichtig – aber glücklicherweise nicht wichtig genug, um mir den ganzen Samstag zu verderben.
Ein leckeres Abendessen könnte jedenfalls schon erheblich zur Rehabilitation dieses Tages beitragen.
Freitag, 28. August 2026
28.8.2026: Ausschlafen, Bayer und endlich wieder richtiges Internet
Heute Morgen habe ich erst einmal richtig ausgeschlafen. Nach den beiden Tagen in Hamburg, der Konferenz, der Abendveranstaltung und natürlich der obligatorischen Rückreise mit kleinen Überraschungen der Deutschen Bahn war das auch dringend nötig. Kein Wecker, kein Zug, kein Termin am frühen Morgen – einfach liegen bleiben, bis der Körper der Meinung war, dass der Tag jetzt beginnen könnte.
Nach dem Frühstück wurde es dann zunächst einmal sportlich, allerdings nur vor dem Bildschirm. Ich habe mir die Pressekonferenz von Bayer 04 vor dem morgigen Spiel gegen Elversberg angeschaut. Schließlich muss man wissen, wie die Lage vor dem nächsten Bundesligaspiel aussieht und was Trainer und Mannschaft zu erzählen haben. Die Saison nimmt langsam richtig Fahrt auf, und natürlich bin ich gespannt, wie sich Bayer morgen schlägt.
Direkt anschließend ging es mit Fußball weiter. Die Europa-League-Auslosung stand auf dem Programm, und auch die musste natürlich verfolgt werden. Solche Auslosungen haben ja immer etwas Eigenartiges: Eigentlich passiert minutenlang relativ wenig, trotzdem sitzt man davor und wartet gespannt darauf, welcher Name als Nächstes aus irgendeiner Kugel gezogen wird. Am Ende kennt man jedenfalls die kommenden europäischen Aufgaben und kann schon einmal anfangen, über mögliche Reisen und Ergebnisse nachzudenken.
Nach so viel passivem Sport war anschließend eine meiner bewährten Disziplinen an der Reihe: Mittagsschlaf. Den habe ich mir heute ganz bewusst gegönnt. Nach den vergangenen Wochen mit Frachtschiffreise, Grevenmacher, Hamburg und vielen Terminen war ein ruhiger Tag genau das Richtige.
Am Nachmittag wartete dann allerdings noch ein größeres Projekt auf mich. Nachdem unser Internet nach dem Ausfall seit dem 11. August endlich wieder funktioniert, musste ich erst einmal all die Dinge nachholen, die in den vergangenen Wochen liegen geblieben waren. Es ist schon erstaunlich, was sich in gut zwei Wochen ansammelt, wenn zu Hause die normale Internetverbindung fehlt. Updates, Synchronisationen, Dateien, Geräte und Programme – gefühlt wollte heute alles gleichzeitig wieder Kontakt zur digitalen Außenwelt aufnehmen.
Also habe ich mich Stück für Stück durch den entstandenen Rückstau gearbeitet und versucht, meine technische Welt wieder auf den aktuellen Stand zu bringen. Nach den ganzen mobilen Hotspots und Extradaten der vergangenen Wochen fühlt sich ein funktionierendes WLAN plötzlich fast wie Luxus an.
Damit war der heutige Tag genau richtig: ausschlafen, Fußball schauen, Mittagsschlaf halten und anschließend den digitalen Reparaturstau der vergangenen Wochen abarbeiten. Kein Koffer musste gepackt werden, kein Zug erreicht und kein Containerterminal gefunden werden.
Und das Beste: Wenn heute Abend irgendein Gerät ein Update herunterladen möchte, darf es das einfach tun. Über WLAN.
Manchmal sind es wirklich die kleinen Dinge, die glücklich machen.
Donnerstag, 27. August 2026
27.8.2026: Das Internet lebt wieder – nur die Deutsche Bahn bleibt sich treu
Heute stand Tag zwei meiner Investmentkonferenz in Hamburg auf dem Programm. Gestern Abend war es bei der Abendveranstaltung erwartungsgemäß etwas später geworden. Aber es war wie eigentlich immer bei solchen Gelegenheiten ausgesprochen nett. Viele gute Gespräche, bekannte Gesichter und eine entspannte Atmosphäre – da schaut man eben nicht ständig auf die Uhr.
Nach dem Frühstück im Hotel wartete dann allerdings die eigentliche Sensation des Tages auf mich. Ich bekam die Nachricht, dass unser Internet zu Hause wieder funktionieren würde. Nach dem Ausfall seit dem 11. August klang das fast zu schön, um wahr zu sein. Deshalb habe ich sicherheitshalber erst einmal Kerstin angerufen und gefragt, ob es tatsächlich stimmt.
Und tatsächlich: Es funktioniert wieder!
Nach mehr als zwei Wochen mit mobilen Daten, Hotspots und allen möglichen Notlösungen ist das fast schon ein kleines technisches Wunder. Man merkt erst, wie selbstverständlich WLAN inzwischen zum Alltag gehört, wenn es plötzlich für mehr als zwei Wochen nicht mehr vorhanden ist.
Danach ging es wieder zur Konferenz. Der Tag war mit zahlreichen Meetings gut gefüllt, und ich habe viele Gespräche geführt. Mittags habe ich mich beim Essen allerdings bewusst etwas zurückgehalten. Schließlich hatte ich für den Abend bereits einen deutlich attraktiveren Plan: Auf dem Heimweg wollte ich in Solingen Döner mitbringen. Man muss schließlich Prioritäten setzen.
Zum Bahnhof in Hamburg kam ich pünktlich und zunächst sah alles danach aus, als könnte die Heimreise tatsächlich einmal ohne größere Bahn-Geschichte funktionieren. Dann schloss allerdings eine Tür des Zuges nicht richtig, sodass wir ungefähr zehn Minuten später losfuhren.
Bis Münster hatten wir diese Verspätung erstaunlicherweise wieder aufgeholt. Ich hätte es besser wissen müssen, als mich darüber zu freuen.
In Münster begann nämlich das große Fahrradtheater. Drei Fahrgäste wollten mit ihren Fahrrädern aussteigen, zwei andere wollten mit ihren Fahrrädern hinein. Eigentlich eine Aufgabe, die sich mit etwas gutem Willen in überschaubarer Zeit lösen lassen sollte. Stattdessen passierte minutenlang erstaunlich wenig. Irgendwann hatte der Zugchef offenbar genug und schloss die Türen.
Das wiederum fanden einige der beteiligten Damen weniger überzeugend – und zogen kurzerhand die Notbremse.
Damit war die mühsam aufgeholte Verspätung natürlich sofort wieder da. Aus dem kurzen Fahrradchaos wurden weitere 15 Minuten, und als ich schließlich in Solingen ankam, waren es wieder rund 25 Minuten Verspätung. Irgendwie schafft es die Deutsche Bahn zuverlässig, selbst aus einer zunächst pünktlichen Fahrt noch eine kleine Geschichte für mein Tagebuch zu produzieren.
Immerhin wartete anschließend die geplante Belohnung. Ich habe den Döner geholt, bin nach Hause gefahren und wir haben richtig lecker gegessen. Danach wurde der Koffer ausgepackt – inzwischen eine Tätigkeit, in der ich angesichts meiner vielen Reisen der vergangenen Wochen fast professionelle Routine entwickelt habe.
Jetzt beginnt allerdings ein ganz anderes Projekt. Nachdem das Internet endlich wieder funktioniert, müssen sämtliche Geräte wieder auf den aktuellen Stand gebracht werden. Computer, Tablets und was sonst noch alles in den vergangenen zwei Wochen nur eingeschränkt aktualisiert werden konnte, dürfen sich jetzt wieder nach Herzenslust mit dem Internet verbinden und ihre Updates herunterladen.
Damit endet ein langer, aber guter Konferenztag. Hamburg war interessant, die Abendveranstaltung schön, das Internet funktioniert wieder und der Döner hat geschmeckt.
Nur bei der Deutschen Bahn ist weiterhin alles beim Alten.
Und irgendwie beruhigt einen ja auch ein bisschen, wenn sich wenigstens eine Sache im Leben nicht verändert.
Mittwoch, 26. August 2026
26.8.2026: Mit 75 Minuten Verspätung nach Hamburg – und zu Hause wird endlich gebaggert
Heute Morgen ging es für mich relativ früh los, denn eine Investmentkonferenz in Hamburg stand auf dem Programm. Wirklich ausgeschlafen war ich allerdings nicht. Ich hatte in der vergangenen Nacht irgendwie schlecht geschlafen und war deshalb schon gegen halb sieben wach und schließlich auch aus dem Bett, obwohl mein Zug eigentlich erst gegen halb neun fahren sollte. Immerhin hatte ich dadurch morgens keinen Stress und konnte mich in aller Ruhe auf den Weg machen.
Die Betonung lag allerdings auf „eigentlich“. Denn aus der geplanten Abfahrt gegen halb neun wurde erst einmal Viertel vor neun. Damit hatte die Deutsche Bahn schon früh deutlich gemacht, dass sie auch heute gerne ein aktiver Bestandteil meines Tagebuchs sein wollte. Unterwegs wurde es dann noch etwas abwechslungsreicher. Irgendwo zwischen Bremen und Hamburg standen wir wegen einer Weichenstörung längere Zeit auf der Strecke herum. Am Ende summierte sich die Verspätung auf rund 75 Minuten. Nach meiner Frachtschiffreise bin ich bei verspäteten Abfahrts- und Ankunftszeiten allerdings inzwischen ziemlich gut trainiert. Ob Containerfrachter oder Deutsche Bahn – ein Fahrplan scheint manchmal eher eine grobe Idee für den Tagesablauf zu sein.
Irgendwann bin ich dann aber doch in Hamburg angekommen. Zunächst ging es ins Hotel, wo ich eingecheckt und meine Sachen abgestellt habe. Danach machte ich mich direkt auf den Weg zur Investmentkonferenz. Dort habe ich mir einige Meetings und Präsentationen angesehen und vor allem viele Leute getroffen. Genau das ist für mich ohnehin einer der wichtigsten Aspekte solcher Veranstaltungen. Natürlich sind die Vorträge interessant, aber mindestens genauso wertvoll sind die Gespräche dazwischen, wenn man alte Bekannte trifft, neue Kontakte knüpft und sich über die unterschiedlichsten Themen austauscht.
Jetzt steht gleich noch die Abendveranstaltung an. Erfreulicherweise liegt die Location nicht irgendwo am anderen Ende Hamburgs. Google Maps zeigt gerade einmal rund 600 Meter Fußweg bis zum Pelicano an. Das ist perfekt. Ich kann gemütlich hinlaufen und habe gleichzeitig einen entscheidenden strategischen Vorteil: Wenn ich irgendwann genug von der Veranstaltung habe, kann ich mich relativ unkompliziert wieder abseilen. Kein Taxi organisieren, keine lange Fahrt durch Hamburg – einfach 600 Meter zurück zum Hotel. So gefällt mir Veranstaltungsplanung.
Fast noch spannender als die Investmentkonferenz ist allerdings eine Nachricht von zu Hause. Seit dem 11. August funktioniert unser Internet nicht mehr, und inzwischen begleitet uns diese Geschichte schon länger, als mir lieb ist. Heute wurde bei uns offenbar endlich gebaggert. Nach all den Tagen des Wartens ist das zumindest ein sichtbares Zeichen dafür, dass tatsächlich irgendetwas passiert.
Jetzt hoffe ich natürlich, dass die Leitung beziehungsweise der betroffene Kanal vollständig freigelegt wurde und Vodafone erneut vorbeikommen kann, um endlich festzustellen, wo der Schaden tatsächlich liegt. Nach mehr als zwei Wochen ohne funktionierendes Festnetz-Internet wäre das langsam eine echte Errungenschaft.
Vielleicht passiert also morgen das kleine Wunder: Ich komme aus Hamburg nach Hause, öffne die Tür und das WLAN funktioniert wieder. Nach den Erfahrungen der vergangenen Wochen wäre ich allerdings schon zufrieden, wenn zumindest jemand genau weiß, welches Kabel eigentlich kaputt ist.
Für heute heißt es jetzt erst einmal: Rechner zu und ab zur Abendveranstaltung. 600 Meter Fußweg, ein paar interessante Gespräche, wahrscheinlich etwas zu essen und zu trinken – und wenn es reicht, sind es glücklicherweise auch nur wieder 600 Meter zurück.
Nach 75 Minuten Bahnverspätung habe ich mir zumindest einen Abend ohne weitere Weichenstörung verdient.
Dienstag, 25. August 2026
25.8.2026: Der Balkonschrank ist besiegt – und das Altglas musste dafür büßen
Heute Morgen ging es gegen neun Uhr raus aus den Federn. Und immerhin konnte ich mit einem kleinen Erfolgserlebnis vom Vorabend in den Tag starten: Wir haben die widerspenstige Leiste am Balkonschrank gestern tatsächlich noch hinbekommen. Der Balkonschrank hatte sich lange gewehrt, aber am Ende stand es dann doch 1:1 – oder eigentlich sogar 2:1 für uns, denn jetzt funktioniert wieder alles.
Die Aufräumaktion hatte allerdings Folgen. Beim Ausräumen des Schranks waren gestern jede Menge alte Getränke beziehungsweise Flaschen zum Vorschein gekommen, von denen einiges definitiv nicht mehr benötigt wurde. Nach einem kurzen Frühstück bestand meine erste Aufgabe deshalb darin, das angesammelte Altglas wegzubringen. Irgendwann muss man sich schließlich von den Dingen trennen, die jahrelang im hintersten Winkel eines Schranks darauf warten, vielleicht doch noch einmal gebraucht zu werden. Bei alten Getränkeflaschen ist diese Wahrscheinlichkeit allerdings überschaubar.
Wieder zu Hause habe ich meine Sporttasche gepackt und mich auf den Weg ins Fitnessstudio gemacht. Nach den vielen Stunden am Schreibtisch in den vergangenen Tagen tat die Bewegung richtig gut. Ein bisschen Sport gehört für mich inzwischen einfach dazu, und hinterher bin ich jedes Mal froh, dass ich mich aufgerafft habe.
Nach der Rückkehr habe ich mir dann ganz bewusst eine kleine Auszeit gegönnt. Einfach hinlegen, ein wenig abschalten und vermutlich den einen oder anderen Podcast hören – inzwischen fast schon ein fester Bestandteil meines Tagesprogramms.
Danach wurde es noch einmal etwas produktiver. Ich habe einige geschäftliche Dinge erledigt und damit zumindest ein paar Punkte von der weiterhin gut gefüllten To-do-Liste streichen können. Nach den vergangenen Bürotagen und Meetings gibt es davon schließlich weiterhin ausreichend.
Jetzt ist aber Feierabend. Der Balkonschrank funktioniert, das Altglas ist weg, Sport ist erledigt und auch geschäftlich habe ich noch etwas geschafft.
Und zur Belohnung gibt es heute Abend Hähnchen.
Manchmal braucht ein erfolgreicher Tag eben keine großen Höhepunkte. Ein reparierter Balkonschrank, ein leerer Altglasbestand und ein leckeres Abendessen reichen völlig aus.
Montag, 24. August 2026
24.8.2026: Podcast fertig, Balkonschrank 1:0 – aber das Spiel läuft noch
Heute ging es für meine Verhältnisse einigermaßen früh aus den Federn. Der Grund war ein fester Termin: Um 10 Uhr stand eine Podcast-Aufnahme auf dem Programm. Vorher musste ich mich natürlich noch ein wenig vorbereiten, die Themen durchgehen und dafür sorgen, dass ich zum Start der Aufnahme zumindest geistig vollständig anwesend war.
Die Aufnahme selbst hat gut funktioniert. Danach war die Arbeit allerdings noch lange nicht beendet. Ich habe den Podcast direkt geschnitten, optimiert und fertiggestellt. Damit ist das Thema für heute erfreulicherweise komplett erledigt und wir können die neue Folge morgen Nachmittag veröffentlichen. Genau so mag ich solche Projekte: aufnehmen, bearbeiten, fertigstellen, Haken dran.
Damit hätte der Tag eigentlich ausgesprochen produktiv weitergehen können. Allerdings hatte ich die Rechnung ohne mein heutiges Großprojekt gemacht: den Balkonschrank.
Dort war die Mittelschiene verrutscht. Eigentlich klingt das nach einer überschaubaren Reparatur. Schiene wieder an die richtige Stelle bringen, festschrauben, fertig. Zumindest in meiner theoretischen Vorstellung.
In der Praxis entwickelte sich daraus allerdings eine dieser Reparaturen, bei denen man nach einiger Zeit nicht mehr weiß, ob man gerade einen Schrank repariert oder versucht, ein bislang unbekanntes technisches Prinzip zu entschlüsseln. Egal, was ich probierte, die Schiene wollte einfach nicht so sitzen, wie sie sollte.
Irgendwann kam ich zu dem Schluss, dass wahrscheinlich die Schrauben das Problem sein könnten. Also ab zu OBI und neue Schrauben besorgt. Mit frischem Material und neuem Optimismus ging es zurück an den Balkonschrank. Das Ergebnis war allerdings ernüchternd: Auch mit den neuen Schrauben funktionierte es nicht.
Damit steht es nach dem heutigen Nachmittag eindeutig Balkonschrank gegen mich 1:0.
Kerstin hat inzwischen unseren Nachbarn gefragt, ob er sich das Ganze einmal anschauen kann. Er will heute Abend vorbeikommen. Vielleicht sieht er innerhalb von drei Minuten das Problem, an dem ich mich heute gefühlt stundenlang abgearbeitet habe. Das wäre zwar ein wenig demütigend, aber inzwischen wäre mir ein funktionierender Balkonschrank deutlich wichtiger als mein handwerklicher Stolz.
So war der heutige Tag eine interessante Mischung aus Erfolg und Niederlage. Der Podcast ist aufgenommen, geschnitten und bereit zur Veröffentlichung. Beim Balkonschrank sieht die Bilanz dagegen etwas weniger überzeugend aus.
Aber noch ist der Tag nicht vorbei. Heute Abend kommt schließlich Verstärkung.
Vielleicht steht es danach ja doch noch 1:1.
Sonntag, 23. August 2026
23.8.2026: Sonntagsidylle mit Steuererklärung als Endgegner
Sonntag heißt für mich zunächst einmal: ausschlafen. Nach den vergangenen Tagen gab es heute Morgen keinen Grund, früh aus dem Bett zu springen, und entsprechend gemütlich begann der Tag. Danach stand ein ausgiebiges Sonntagsfrühstück auf dem Programm. Genau so muss ein Sonntag starten – ohne Hektik, ohne Termine und vor allem zunächst einmal ohne Finanzamt.
Nach dem Frühstück habe ich das gute Wetter genutzt und mich direkt aufs Fahrrad geschwungen. Natürlich ging es wieder auf meine übliche Runde um den Unterbacher See und den Elbsee. Die Strecke gehört inzwischen so fest zu meinem Wochenendprogramm, dass mein Fahrrad vermutlich auch ohne mich wüsste, wo es langgeht. Das Wetter spielte ebenfalls mit, und so waren die gut 20 Kilometer genau der richtige Ausgleich zum vielen Sitzen am Schreibtisch.
Wieder zu Hause folgte der zweite obligatorische Bestandteil eines gelungenen Sonntags: Mittagsschlaf. Ausnahmsweise blieb es heute tatsächlich bei ungefähr einer Stunde. Einfach hinlegen, abschalten und ein wenig schlafen – anschließend sieht die Welt meistens schon wieder deutlich freundlicher aus.
Danach gab es erst einmal einen Kaffee. Schließlich musste ich mich mental auf den weniger erholsamen Teil des Sonntags vorbereiten. Denn jetzt wartet wieder die Steuererklärung meines Vaters für 2023 auf mich.
Gestern habe ich bereits ungefähr fünf Stunden damit verbracht, mich durch Zahlen, Unterlagen und Formulare zu arbeiten. Heute soll nun endgültig Schluss damit sein. Das große Ziel lautet deshalb: finalisieren. Keine neuen Baustellen entdecken, keine weiteren fünf Stunden mit irgendwelchen Belegen verbringen und möglichst nicht an irgendeiner Stelle feststellen, dass noch ein Dokument fehlt.
Eigentlich ist die Kombination schon ein wenig absurd: ausschlafen, gemütlich frühstücken, bei schönem Wetter Fahrrad fahren, Mittagsschlaf halten, Kaffee trinken – und dann freiwillig eine Steuererklärung öffnen. Mehr kann man einen entspannten Sonntag vermutlich kaum sabotieren.
Aber wenn ich sie heute tatsächlich fertig bekomme, ist wieder ein großer Punkt erledigt. Und genau das ist die Motivation für die nächsten Stunden.
Also: Kaffee ausgetrunken, Unterlagen auf den Tisch und Rechner an. Jetzt wird diese Steuererklärung finalisiert.
Und danach ist wirklich Sonntag.
Samstag, 22. August 2026
22.8.2026: Erst Bayer-Sieg, dann Steuererklärung – dieser Samstag kannte keine Gnade
Obwohl es gestern Abend nach dem leckeren Essen im Fischhaus mit unseren Freunden doch etwas später geworden war, bin ich heute vergleichsweise früh aus den Federn gekommen. Offenbar hatte mein Körper beschlossen, dass Ausschlafen überschätzt wird. Also habe ich die frühe Stunde sinnvoll genutzt und bin bereits gegen neun Uhr zu meiner inzwischen schon obligatorischen Fahrradrunde aufgebrochen.
Natürlich ging es wieder um den Unterbacher See und den Elbsee. Die Runde macht mir immer wieder Spaß und ist inzwischen fast schon ein festes Wochenendritual. Auf dem Rückweg habe ich gleich noch Brötchen mitgebracht, sodass nach dem Sport ein schönes Frühstück auf mich wartete. So gefällt mir die Reihenfolge: erst ein paar Kilometer strampeln und sich anschließend mit frischen Brötchen belohnen.
Danach habe ich noch einige kleinere Dinge erledigt, bevor um 13 Uhr ein wichtiger Termin anstand. Bayer 04 spielte im DFB-Pokal in Wiesbaden, und natürlich musste ich mir das anschauen. Am Ende gab es einen Sieg – damit war zumindest der sportliche Teil des Tages erfolgreich erledigt.
Unser heimisches Internet hat allerdings weiterhin beschlossen, nicht am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Also musste für die Fußballübertragung wieder das mobile Datenvolumen herhalten. Wenn man ein komplettes Fußballspiel über Mobilfunk schaut, kann man beinahe dabei zusehen, wie die Gigabytes vom Konto verschwinden. Zum Glück habe ich inzwischen genügend Extradaten organisiert. Trotzdem wäre es langsam ganz nett, wenn unser WLAN aus seinem offenbar ausgedehnten Sommerurlaub zurückkehren würde.
Nach dem Spiel habe ich mich kurz hingelegt und anschließend in Ruhe einen Kaffee getrunken. Damit war der angenehme Teil des Nachmittags allerdings weitgehend beendet.
Denn danach wartete die Steuererklärung meines Vaters für 2023 auf mich.
Aus „ich schaue mir das mal an“ wurden am Ende ungefähr fünf Stunden. Fünf Stunden Formulare, Zahlen, Unterlagen und all die kleinen steuerlichen Besonderheiten, die einem immer genau dann begegnen, wenn man glaubt, langsam fertig zu sein. Nach der ganzen Erbschaftsabwicklung der vergangenen Monate hätte ich eigentlich gedacht, dass mich Papierkram nicht mehr überraschen kann. Das Finanzamt schafft es aber zuverlässig, diese Hoffnung zu zerstören.
Immerhin bin ich heute ein gutes Stück weitergekommen. Und nach fünf Stunden Steuererklärung habe ich mir jetzt definitiv eine Belohnung verdient.
Deshalb gibt es gleich Spaghetti Bolognese. Keine Formulare mehr, keine Steuerzahlen, kein Datenvolumen und hoffentlich auch keine unerwarteten To-dos.
Einfach nur einen großen Teller Nudeln.
Nach diesem Samstag ist das mehr als verdient.
Freitag, 21. August 2026
21.8.2026: Wenn das Internet Urlaub macht, müssen eben die Extradaten ran
Heute Morgen habe ich mir erst einmal erlaubt, etwas länger zu schlafen. Nach den vergangenen Tagen mit frühem Aufstehen, Autofahrten nach Grevenmacher, Hotelnächten und Büroterminen musste das einfach einmal sein. Es ist schon erstaunlich, wie gut sich das eigene Bett nach ein paar Nächten unterwegs anfühlt – und ich bin gespannt, was meine Schlaf-App dazu zu sagen hat.
Ganz ohne Beschäftigung ging es natürlich trotzdem nicht. Nach dem Frühstück habe ich zunächst ein wenig meine E-Mails gecheckt und geschaut, ob über Nacht noch irgendetwas Wichtiges aufgelaufen ist. Nach den beiden Bürotagen wollte ich zumindest sicherstellen, dass nichts Dringendes liegen geblieben ist.
Ein Thema begleitet uns allerdings weiterhin hartnäckig: Unser Internet funktioniert immer noch nicht. Inzwischen dauert mir das Ganze dann doch etwas zu lange. Also habe ich heute im Laufe des Tages bei Simon Mobile zusätzliche Daten eingerichtet. Wenn das Festnetz meint, eine längere Auszeit nehmen zu müssen, muss eben das Mobilfunknetz einspringen. Damit bin ich zumindest wieder etwas unabhängiger und kann vernünftig arbeiten, ohne ständig überlegen zu müssen, wie viele Daten ich gerade verbrauche.
Mittags waren Kerstin und ich gemeinsam einkaufen. Der Kühlschrank musste wieder etwas aufgefüllt werden, und damit ist auch diese Pflicht für das Wochenende erledigt.
Jetzt folgt allerdings erst einmal ein deutlich angenehmerer Programmpunkt: Ich werde mich für eine Stunde hinlegen und einen gepflegten Mittagsschlaf machen. Nach den vergangenen Wochen beherrsche ich diese Disziplin inzwischen ohnehin ziemlich professionell. Vermutlich läuft dazu wieder ein Podcast – wobei die Erfahrung zeigt, dass ich davon nach spätestens zehn Minuten nicht mehr allzu viel mitbekomme.
Heute Abend wird es dann gesellig. Wir treffen uns mit Freunden und gehen gemeinsam im Fischhaus essen. Darauf freue ich mich schon. Nach zwei Bürotagen und dem ganzen Hin und Her mit dem Internet ist ein entspannter Abend mit Freunden und leckerem Essen genau das Richtige.
Damit ist heute insgesamt ein angenehm ruhiger Tag: ausschlafen, ein paar E-Mails, das Internetproblem zumindest mit zusätzlichen Mobilfunkdaten überbrücken, einkaufen und jetzt Mittagsschlaf. Und anschließend Fisch essen mit Freunden.
Manchmal muss ein produktiver Tag eben nicht daran gemessen werden, wie viele To-dos man erledigt hat. Manchmal reicht es vollkommen, wenn das Handy genügend Daten hat, der Kühlschrank wieder voll ist und für den Abend ein Tisch im Fischhaus wartet.
Donnerstag, 20. August 2026
20.8.2026: 64 Prozent Schlaf, 100 Prozent neue To-dos
Mit dem Schlafen im Hotel werde ich wohl so schnell keine Erfolgsgeschichte schreiben. Heute Morgen zeigte meine Schlaf-App wieder einmal nur 64 Prozent Schlafqualität an. Nicht katastrophal, aber eben auch weit entfernt von den Werten, die ich zu Hause erreiche. Immerhin war das Frühstück wie gewohnt gut – und für Gesprächsstoff war ebenfalls gesorgt.
Beim Frühstück und später beim Auschecken musste ich nämlich erst einmal von meiner Frachtschiffreise erzählen. Nach einer solchen Woche gibt es natürlich einiges zu berichten: Containerterminals, Seegang, Kopenhagen, Danzig, der Nord-Ostsee-Kanal und all die kleinen Erlebnisse an Bord. Offenbar ist eine Frachtschiffreise doch etwas ungewöhnlicher als der klassische Sommerurlaub am Strand.
Gegen halb acht war ich bereits im Büro und konnte die ruhige Zeit am Morgen richtig produktiv nutzen. Einige Dinge ließen sich konzentriert abarbeiten, und zunächst hatte ich tatsächlich das Gefühl, dass meine To-do-Liste heute einmal deutlich kürzer werden könnte.
Dann kam allerdings das Meeting um elf Uhr.
Wie das bei solchen Besprechungen manchmal funktioniert, ging ich mit einer bestimmten Anzahl an Aufgaben hinein und kam mit deutlich mehr wieder heraus. Ich habe mir jedenfalls jede Menge neue To-dos eingefangen. Meine Aufgabenliste besitzt offenbar eine erstaunliche Regenerationsfähigkeit: Kaum streiche ich irgendwo zwei Punkte, wachsen an anderer Stelle vier neue nach.
Zur Stärkung gab es mittags Pizza. Die hatten wir gemeinsam bestellt, und nach dem Vormittag war das genau die richtige Entscheidung. Manche Probleme lassen sich zwar nicht mit Pizza lösen, aber sie sehen danach zumindest für ein paar Minuten weniger dramatisch aus.
Am Nachmittag haben wir uns dann intensiv damit beschäftigt, für viele der offenen Themen möglichst effiziente Lösungen zu finden. Gerade bei den zahlreichen wiederkehrenden Aufgaben lohnt es sich, einmal grundsätzlich darüber nachzudenken, wie wir Abläufe vereinfachen, strukturieren oder automatisieren können. Wenn aus den heutigen zusätzlichen To-dos am Ende bessere Prozesse entstehen, haben sie zumindest einen Sinn gehabt.
Jetzt reicht es allerdings für diese Woche. Der Rechner kann zu, die Tasche ist gepackt und ich mache mich auf den Heimweg. Gestern verlief die Fahrt nach Grevenmacher geradezu sensationell staufrei. Jetzt hoffe ich einfach, dass die Autobahn heute genauso freundlich zu mir ist.
Und dann freue ich mich vor allem auf mein eigenes Bett. Nach 64 Prozent Schlafqualität im Hotel möchte ich meiner Schlaf-App morgen früh gerne einmal wieder zeigen, was zu Hause möglich ist.
Mittwoch, 19. August 2026
19.8.2026: Vom Frachtschiff zurück ins Büro – und die Autobahn spielte tatsächlich mit
Heute stand wieder ein Bürotag in Grevenmacher auf dem Programm. Nach den vergangenen Tagen mit Frachtschiff, Häfen und Heimreise hat mich der normale Arbeitsalltag damit endgültig wieder. Und der begann früh: Bereits um halb sieben bin ich aus den Federn gekommen, kurz vor halb acht saß ich im Auto Richtung Luxemburg.
Die erste positive Überraschung des Tages lieferte die Autobahn. Die Fahrt verlief tatsächlich komplett staufrei. Nach all meinen bisherigen Erfahrungen auf dieser Strecke ist das fast schon einen eigenen Tagebucheintrag wert. Auch der angekündigte Regen hielt sich lange zurück und erwischte mich erst kurz vor Bitburg. Damit war ich bereits kurz vor zehn Uhr im Büro – für die Strecke ein richtig guter Wert.
Nach einigen Tagen Abstinenz wartete dort natürlich zunächst mein E-Mail-Postfach auf mich. Also habe ich mir erst einmal einen vollständigen Überblick verschafft und alles durchgearbeitet, was während meiner Frachtschiffreise und der Tage danach aufgelaufen war. Erstaunlicherweise überlebt die Arbeitswelt ja auch eine Woche ohne mich, allerdings hinterlässt sie dabei gerne eine stattliche Anzahl ungelesener Nachrichten.
Anschließend habe ich mich mit meinem Kollegen zusammengesetzt. Wir sind verschiedene Themen durchgegangen und haben vor allem darüber gesprochen, was wir in unseren Abläufen noch optimieren können. Nach ein paar Tagen Abstand schaut man auf manche Dinge tatsächlich wieder etwas anders, und so entstanden direkt einige neue Ansätze. Hoffentlich diesmal nicht gleich wieder eine komplette Großfamilie neuer To-dos.
Mittags haben wir uns etwas beim Asiaten bestellt. Das Essen war nicht nur lecker, sondern auch ausgesprochen reichlich. Verhungern musste heute definitiv niemand. Wahrscheinlich war es sogar eine ganz gute Grundlage für das, was heute Abend noch kommt.
Nachher geht es nämlich wieder ins Hotel und damit zurück in meine übliche Grevenmacher-Routine. Vorher muss ich noch tanken und außerdem für meinen Freund Wolfgang Wein besorgen. Wenn ich schon in Luxemburg bin, lässt sich das schließlich hervorragend miteinander verbinden.
Im Hotel wartet anschließend noch der Fitnessraum auf mich. Nach dem langen Sitzen im Auto und im Büro wird ein bisschen Bewegung guttun. Danach dürfte allerdings endgültig Schluss für heute sein.
Es ist schon erstaunlich, wie schnell der Alltag wieder da ist. Vor wenigen Tagen stand ich noch auf einem Containerschiff und beobachtete die Fahrt durch den Nord-Ostsee-Kanal, heute sitze ich wieder im Büro, arbeite E-Mails ab, bespreche Optimierungen und kaufe auf dem Weg ins Hotel Wein für Wolfgang.
Aber auch das hat etwas Gutes: Der normale Rhythmus ist wieder da. Und wenn sogar die Fahrt nach Grevenmacher ohne einen einzigen Stau funktioniert, kann der Wiedereinstieg eigentlich gar nicht so schlecht sein.
Dienstag, 18. August 2026
18.8.2026: Vom Frachtschiff direkt zurück zum Koffer – der Alltag hat mich wieder
Heute Morgen habe ich erst einmal etwas länger geschlafen. Das war allerdings nicht ausschließlich der Erholung nach meiner Frachtschiffreise geschuldet. Nach der weitgehenden Alkoholabstinenz an Bord hatte ich mir gestern Abend zu Hause erst einmal ein Bier gegönnt – und anschließend offenbar einen Becherovka zu viel. Man könnte auch sagen: Meine Trinkfestigkeit hat während der Reise ein wenig unter der mangelnden Trainingspraxis gelitten. Jedenfalls war Ausschlafen heute eine ziemlich gute Entscheidung.
Nach einem kurzen Frühstück meldete sich dann relativ schnell der berufliche Alltag zurück. Ich habe mit meinem Chef telefoniert und schon einmal die wichtigsten Themen besprochen. Schließlich stehen morgen und übermorgen wieder zwei Bürotage in Grevenmacher an, und nach meiner Abwesenheit gibt es einiges zu erledigen. Die schöne Zeit auf dem Frachtschiff ist damit endgültig vorbei – jetzt warten wieder Richtlinien, Protokolle, Termine und die diversen anderen kleinen Freuden des Berufslebens.
Bevor ich mich allerdings wieder vollständig dem Schreibtisch hingebe, ging es heute erst einmal ins Sportstudio. Nach einer Woche an Bord hatte ich richtig Lust darauf, mich wieder ordentlich zu bewegen. Das Training hat entsprechend viel Spaß gemacht und tat nach den vielen Stunden auf dem Schiff richtig gut. Auch wenn ich dort viel an Deck unterwegs war: Ein Fitnessstudio ersetzt ein Containerschiff dann doch nicht ganz.
Auf dem Rückweg habe ich noch einen kurzen Zwischenstopp bei Lidl eingelegt und ein paar Kleinigkeiten eingekauft. Wieder zu Hause war anschließend erst einmal Kaffee angesagt. Manche Dinge ändern sich eben auch nach einer Frachtschiffreise nicht.
Danach wurde es noch einmal produktiv. Ich habe einige Texte fertiggestellt und abgegeben und damit schon wieder die ersten Punkte von meiner nach dem Urlaub erwartungsgemäß gewachsenen Aufgabenliste streichen können. Das gute Gefühl, etwas erledigt zu haben, war also ziemlich schnell wieder da.
Und jetzt stehe ich schon wieder vor einem alten Bekannten: meinem Koffer. Gestern habe ich ihn nach der Rückkehr aus Bremerhaven ausgepackt, heute wird er bereits wieder gefüllt. Besonders lange durfte er sich also nicht von unserer gemeinsamen Reise erholen. Morgen früh geht es für zwei Tage nach Grevenmacher, und dort wartet einiges an Arbeit auf mich.
So schnell kann der Wechsel gehen: Gestern noch Bilder von Kristiansand, Kopenhagen, Danzig und dem Nord-Ostsee-Kanal sortiert, heute Fitnessstudio und Texte, morgen wieder Luxemburg.
Die Frachtschiffreise fühlt sich dadurch schon fast ein wenig unwirklich an. Zum Glück habe ich genügend Fotos und Videos gemacht, um mir zu beweisen, dass ich tatsächlich unterwegs war.
Jetzt wird aber erst einmal fertig gepackt. Und heute Abend lasse ich den Becherovka vorsichtshalber in der Flasche. Morgen früh möchte schließlich nicht nur der Koffer nach Grevenmacher – ich muss auch noch mit.
Montag, 17. August 2026
17.8.2026: Wieder festen Boden unter den Füßen – nur die Bahn schaukelte noch ein bisschen nach
Heute war es tatsächlich so weit: Meine Frachtschiffreise ist endgültig zu Ende gegangen und die Heimreise von Bremerhaven stand an. Nach all den Tagen auf See, in Häfen und auf dem Nord-Ostsee-Kanal fühlte sich das schon ein bisschen merkwürdig an. Gerade hatte ich mich an das Leben an Bord gewöhnt, und plötzlich hieß es Koffer nehmen und Abschied nehmen.
Nach dem letzten Frühstück an Bord ging es mit dem Shuttle zum Terminal. Dort begann allerdings gleich die erste Geduldsprobe des Tages. Wir brauchten ein Taxi, konnten aber keines bestellen und warteten entsprechend lange. Immerhin gab es währenddessen etwas zu sehen, denn parallel lag Mein Schiff 1 am Kai. Der Kontrast war schon interessant: hier das große Kreuzfahrtschiff und ich gerade frisch von meinem deutlich weniger touristischen Containerschiff herunter.
Irgendwann tauchte tatsächlich ein Taxi auf. Bevor noch jemand auf andere Gedanken kommen konnte, haben wir uns das kurzerhand geschnappt. Damit war die erste Hürde der Heimreise genommen und es ging weiter zum Bahnhof.
Bis Bremen lief anschließend alles erstaunlich gut. Ich hätte eigentlich misstrauisch werden müssen. Denn in Bremen erinnerte mich die Deutsche Bahn dann daran, dass zu einer ordentlichen Heimreise offenbar noch eine Verspätung gehört. Mein Zug hatte rund eine Stunde Verspätung. Also wieder warten. Nach den ständig wechselnden Abfahrtszeiten meines Frachtschiffs war ich allerdings bestens trainiert. Ob nun ein Schiff fünf Stunden später ablegt oder ein Zug eine Stunde später kommt – Geduld habe ich in den vergangenen Tagen ausreichend geübt.
Am Ende waren es etwa 75 Minuten Verspätung, mit denen ich schließlich in Solingen angekommen bin. Dort wartete Kerstin schon auf mich und hat mich abgeholt. Und damit war ich nach dieser wunderschönen Reise tatsächlich wieder fast zu Hause.
Dort gab es erst einmal ganz gemütlich Kaffee. Danach wurde der Koffer ausgepackt und langsam wieder vom Reise- in den Alltagsmodus umgeschaltet. Nach einer Woche aus der Kammer zu leben, fühlt sich selbst das Ausräumen eines Koffers plötzlich ein bisschen luxuriös an.
Nur unser Internet hat offenbar beschlossen, meine Rückkehr noch nicht zur Kenntnis zu nehmen. Es funktioniert immer noch nicht. Immerhin kann ich meine Bilder synchronisieren, und davon sind auf dieser Reise natürlich reichlich zusammengekommen. In den nächsten Tagen werde ich wahrscheinlich erst richtig merken, wie viele Fotos und Videos ich unterwegs gemacht habe.
Damit ist meine Frachtschiffreise nun wirklich vorbei. Hamburg, Kristiansand, Kopenhagen, Danzig, der Nord-Ostsee-Kanal und Bremerhaven liegen hinter mir. Dazu kamen Seegang, Containerterminals, Landgänge, gutes Essen, viele ruhige Stunden, jede Menge Podcasts und ganz neue Eindrücke vom Leben auf einem Frachtschiff.
Jetzt sitze ich wieder zu Hause, trinke meinen Kaffee und packe die letzten Sachen aus. Schön, wieder da zu sein.
Aber eines weiß ich jetzt schon: Diese Reise wird mir noch ziemlich lange im Kopf bleiben.
Sonntag, 16. August 2026
16.8.2026: Der letzte volle Tag an Bord – einmal quer durch den Nord-Ostsee-Kanal
So langsam geht meine Frachtschiffreise tatsächlich zu Ende. Ein bisschen schade ist das schon, denn inzwischen habe ich mich an das Leben an Bord, die Kammer, die Mahlzeiten und sogar die ständig wechselnden Fahrpläne gewöhnt. Heute stand aber noch einmal ein echtes Highlight auf dem Programm: die Fahrt durch den Nord-Ostsee-Kanal.
Gestern Abend bin ich extra etwas früher schlafen gegangen, weil ich eigentlich die Schleusung in Kiel-Holtenau beobachten wollte. Als ich in der Nacht das erste Mal auf meine Uhr beziehungsweise die Informationen zur Fahrt geschaut habe, hieß es weiterhin, dass wir gegen 4:30 Uhr schleusen würden. Also habe ich mich beruhigt noch einmal umgedreht und weitergeschlafen.
Als ich dann gegen drei Uhr wieder wach wurde, stellte ich allerdings fest: Wir waren längst durch die Schleuse und bereits ungefähr sechs Kilometer im Nord-Ostsee-Kanal unterwegs. So viel also zum Thema 4:30 Uhr. Eigentlich hätte ich es nach dieser Reise besser wissen müssen. Fahrpläne und Frachtschiffe führen eben eine eher lockere Beziehung miteinander.
Wenn ich die Schleusung schon verpasst hatte, wollte ich wenigstens die ungewöhnliche Uhrzeit nutzen. Also bin ich runter beziehungsweise nach draußen gegangen und habe die Fahrt durch den Nord-Ostsee-Kanal in der frühen Morgenstimmung genossen. Dabei entstanden natürlich jede Menge Videos. Wann hat man schon einmal die Gelegenheit, mitten in der Nacht beziehungsweise am frühen Morgen von einem Containerschiff aus durch den Kanal zu fahren?
Besonders schön wurde es gegen sechs Uhr in Rendsburg. Erst vor rund vier Wochen waren wir dort noch im Hotel, als wir auf dem Weg zu unserer Reise nach Hallig Hooge waren. Damals habe ich vom Ufer beziehungsweise vom Hotel aus die Schiffe auf dem Nord-Ostsee-Kanal beobachtet. Heute war es genau umgekehrt: Diesmal stand ich selbst auf einem Frachtschiff und fuhr an Rendsburg vorbei. Das war schon ein ziemlich besonderer Moment.
Danach gab es wieder das ausgiebige Frühstück an Bord. Und anschließend musste ich dem frühen Aufstehen Tribut zollen. Ich habe mich noch einmal hingelegt – aus dem geplanten kurzen Ausruhen wurden dann ungefähr zwei Stunden Schlaf. Das durfte heute aber auch sein.
Den restlichen Vormittag bis zum Mittagessen habe ich weitgehend draußen verbracht und die Fahrt durch den Kanal genossen. Es gibt dort ständig etwas zu sehen: entgegenkommende Schiffe, kleine Fähren, Häuser direkt am Wasser und immer wieder Menschen, die stehen bleiben und den großen Schiffen hinterherschauen.
Gegen halb eins gab es wie gewohnt Mittagessen. Zunächst Graupensuppe und anschließend Nackensteak mit Kroketten und russischem Salat. Der Nachtisch wäre zwar ebenfalls noch möglich gewesen, aber irgendwann muss selbst ich kapitulieren. Das Essen an Bord ist einfach reichlich, und diesmal habe ich vernünftigerweise auf den Nachtisch verzichtet.
Fast direkt nach dem Mittagessen begann dann die Schleusung in Brunsbüttel. Nachdem ich Kiel-Holtenau verschlafen hatte, wollte ich mir diese Schleuse natürlich auf keinen Fall entgehen lassen. Also stand ich draußen und konnte das gesamte Manöver beobachten.
Inzwischen sind wir durch die Schleuse durch und wieder auf der Elbe beziehungsweise auf dem Weg Richtung Bremerhaven. Dort sollen wir heute Abend eintreffen.
Und damit wird es jetzt tatsächlich Zeit, langsam den Koffer zu packen.
Morgen früh wechseln wir in Bremerhaven noch einmal das Terminal, und anschließend werde ich von Bord gehen. Dann endet eine Reise, auf die ich mich lange gefreut hatte und die am Ende sogar noch eine Woche später begann als ursprünglich geplant.
Hamburg, Kristiansand, Kopenhagen, Danzig, Ostsee, Nord-Ostsee-Kanal, Brunsbüttel und schließlich Bremerhaven – dazu Nächte mit und ohne Seegang, Landgänge, Containerlärm, gutes Essen, viele Gespräche und unglaublich viele Eindrücke.
Noch ist die Reise nicht ganz vorbei. Eine letzte Nacht an Bord liegt noch vor mir.
Aber morgen heißt es tatsächlich: Koffer nehmen, Gangway runter und wieder zurück in den normalen Alltag. Und ich glaube schon jetzt, dass mir das leichte Brummen des Schiffes ein bisschen fehlen wird.
Samstag, 15. August 2026
15.8.2026: Ein Seetag zum Genießen – und plötzlich heißt das Ziel Bremerhaven
Heute Morgen um zwei Uhr war es dann tatsächlich so weit: Wir haben Danzig verlassen. Aus den ursprünglich einmal genannten Abfahrtszeiten war am Ende also zwei Uhr nachts geworden. Nach einer Woche auf dem Frachtschiff überrascht mich das inzwischen allerdings kaum noch. Ich habe gelernt: Ein Fahrplan ist hier eine durchaus interessante Information – die Wirklichkeit entscheidet aber der Hafen.
Damit lag heute ein kompletter Seetag vor uns. Unser nächstes Ziel ist Kiel-Holtenau, das wir voraussichtlich in der kommenden Nacht gegen zwei Uhr erreichen werden. Dort wartet dann eines der Highlights dieser Reise auf mich: die Schleusung in den Nord-Ostsee-Kanal. Laut Fahrplan ist unsere Schleusenzeit allerdings erst für 4:30 Uhr vorgesehen. Es könnte also sein, dass wir vor Kiel noch ein wenig warten müssen. Aber auch darin habe ich inzwischen ausreichend Übung.
Auf die Fahrt durch den Nord-Ostsee-Kanal freue ich mich ganz besonders. Bislang waren es vor allem die Häfen und die Fahrten über Nord- und Ostsee, die diese Reise geprägt haben. Jetzt mit einem großen Containerschiff durch den Kanal zu fahren, die Schleusen zu erleben und die Landschaft direkt vom Schiff aus vorbeiziehen zu sehen, wird sicherlich noch einmal etwas völlig anderes. Dafür werde ich wahrscheinlich auch zu einer Uhrzeit aufstehen, zu der normale Menschen noch nicht einmal darüber nachdenken, wo die Kaffeemaschine steht.
Den heutigen Seetag habe ich jedenfalls richtig genossen. Kein Landgang, keine großen Pläne und kein Gedanke daran, irgendwo zu einer bestimmten Uhrzeit sein zu müssen. Ich habe viel gelesen, Podcasts gehört, ein paar Dinge erledigt und ansonsten einfach das Leben an Bord genossen. Nach den vergangenen Tagen fühlt sich das inzwischen erstaunlich vertraut an. Man kennt die Abläufe, weiß, wann es Essen gibt, wo man seine Ruhe hat und an welchen Stellen man einfach nur stehen und aufs Meer schauen kann.
Natürlich wurde auch heute wieder hervorragend für uns gekocht. Mittags gab es einen leckeren Eintopf, genau das Richtige für einen Tag auf See. Abends wartete dann Schweinefilet auf uns. Über das Essen kann ich mich auf dieser Reise wirklich nicht beschweren. Eher muss ich aufpassen, dass ich nach der Reise nicht ein zusätzliches Gepäckstück für mich selbst buchen muss.
Eine wichtige Entscheidung haben Knut und ich heute ebenfalls getroffen. Wir werden die Reise bereits am Montagmorgen in Bremerhaven beenden. Ursprünglich wäre das Schiff dort noch ungefähr einen Tag liegen geblieben, bevor es anschließend weiter nach Hamburg gegangen wäre. Für uns hätte das bedeutet: einen zusätzlichen Hafentag abwarten, noch einmal nach Hamburg fahren und von dort wieder die Heimreise antreten.
Das ergibt für meine Terminplanung wenig Sinn. Also steigen wir in Bremerhaven aus. Damit endet meine Frachtschiffreise zwar etwas früher als ursprünglich gedacht, aber ich habe trotzdem die komplette große Runde erlebt: Hamburg, Kristiansand, Kopenhagen, Danzig, Ostsee, Nord-Ostsee-Kanal und schließlich Bremerhaven. Das kann sich wirklich sehen lassen.
Jetzt freue ich mich aber erst einmal auf die kommende Nacht. Irgendwann gegen zwei Uhr sollten wir Kiel-Holtenau erreichen, irgendwann danach hoffentlich in die Schleuse fahren und anschließend beginnt die Passage durch den Nord-Ostsee-Kanal.
Schlafen kann ich zu Hause schließlich wieder. So eine Einfahrt in den Nord-Ostsee-Kanal erlebt man auf einem Containerschiff schließlich nicht jeden Sonntagmorgen.
Freitag, 14. August 2026
14.8.2026: Danzig, die große Kunst des Wartens – und ein neuer Podcast entsteht
Heute haben wir tatsächlich den kompletten Tag in Danzig verbracht. Eigentlich war vorgesehen, dass wir bereits gegen 16 Uhr wieder ablegen. Aber wenn ich auf dieser Frachtschiffreise eines gelernt habe, dann dies: Abfahrtszeiten haben manchmal eher den Charakter einer unverbindlichen Absichtserklärung. Inzwischen steht die nächste Variante fest: Morgen früh um fünf Uhr soll es weitergehen. Mal schauen, ob Schiff, Hafen und Container das genauso sehen.
Aber der Reihe nach. Nach dem Frühstück wollte ich eigentlich noch einmal von Bord und zumindest für kurze Zeit raus. Große touristische Ambitionen hatte ich gar nicht. Mir hätten ungefähr 20 Minuten gereicht, um ein paar Zigaretten und etwas zu trinken zu kaufen. Allerdings stellte sich heraus, dass ein Taxi ewig gebraucht hätte, um überhaupt bis zum Terminal zu kommen. Für einen 20-minütigen Einkauf eine halbe Weltreise zu organisieren, erschien mir dann doch etwas übertrieben. Also habe ich beschlossen, einfach an Bord zu bleiben.
Den Vormittag konnte ich trotzdem hervorragend nutzen. Ich habe Podcasts gehört, Zeitungen gelesen und mich meinen Büchern gewidmet. Langweilig wird mir an Bord erstaunlicherweise überhaupt nicht. Im Gegenteil: Ich genieße diese Phasen, in denen einfach einmal niemand etwas von mir möchte und ich selbst entscheiden kann, ob ich lese, höre, nach draußen schaue oder an irgendeiner neuen Idee bastle.
Mittags wartete dann wieder unser Koch mit der nächsten Mahlzeit. Als Vorspeise gab es eine Rote-Bete-Suppe oder zumindest etwas, das ziemlich stark in diese Richtung ging. Wie auch immer der korrekte Name lautete: Sie war richtig lecker. Anschließend gab es – schließlich ist Freitag – Lachs mit Kartoffeln. Auch das hat wieder hervorragend geschmeckt.
Eigentlich sollte unser Schiff gegen 18:30 Uhr noch einmal das Terminal wechseln. Danach war vorgesehen, auf Reede zu gehen. Aber auch dieser Plan entwickelte während des Tages ein gewisses Eigenleben. Aus 18:30 Uhr wurde irgendwann ungefähr 20 Uhr. Mittlerweile nehme ich solche Änderungen ziemlich gelassen. Ich muss schließlich nicht navigieren. Ich muss nur dort sein, wo das Schiff gerade ist – und das gelingt mir bislang ausgesprochen zuverlässig.
Das Abendessen habe ich heute ganz bewusst ausfallen lassen. Dreimal täglich warm und reichlich zu essen ist mir auf Dauer einfach zu viel. Also habe ich mir unten eine Scheibe Brot mit Käse gemacht. Das hat völlig gereicht und war nach dem üppigen Mittagessen genau das Richtige.
Und natürlich wäre ich nicht ich, wenn aus einem ruhigen Tag nicht schon wieder ein neues Projekt entstehen würde. Gerade sitze ich an der Vorbereitung eines neuen Podcasts rund um deutsche Kfz-Kennzeichen. „Kennzeichen Klugscheißer“ oder „Klugscheißer-Kennzeichen“ – über die endgültige Reihenfolge lässt sich vielleicht noch diskutieren. Die ersten Kapitel beziehungsweise Folgenideen sind jedenfalls bereits geschrieben. Ausgerechnet auf einem Containerschiff in Danzig entsteht also gerade ein neuer Podcast. Warum auch nicht?
Parallel dazu werden die Aufnahmen meiner Dashcam auf das Notebook kopiert. Inzwischen ist einiges an Bild- und Videomaterial von der Reise zusammengekommen. Ich möchte mir anschauen, was davon brauchbar ist und ob ich daraus bereits etwas zusammenstellen kann. Vielleicht entsteht aus dieser Reise am Ende deutlich mehr als nur ein Tagebuch.
Jetzt wird der Abend langsam ruhig. Wenn der aktuelle Plan tatsächlich Bestand hat, heißt es morgen früh um fünf Uhr: Leinen los in Danzig. Danach liegen ungefähr 24 Stunden Fahrt vor uns, bis wir Kiel-Holtenau und damit die Schleuse zum Nord-Ostsee-Kanal erreichen.
Und irgendwie freue ich mich darauf. Nach Kristiansand, Kopenhagen und Danzig beginnt damit langsam die letzte große Etappe dieser Frachtschiffreise. Aber bevor ich sentimental werde, warten erst einmal Ostsee, Kiel und der Nord-Ostsee-Kanal.
Vorausgesetzt natürlich, fünf Uhr bedeutet diesmal tatsächlich fünf Uhr.
Donnerstag, 13. August 2026
13.8.2026: Danzig erreicht – und selbst der Kapitän ist zum ersten Mal hier
Nach einer angenehm ruhigen Überfahrt sind wir heute nach ziemlich genau 24 Stunden Fahrzeit in Danzig angekommen. Gegen halb zwei war es so weit und wir haben festgemacht. Die Fahrt von Kopenhagen hierher verlief wirklich entspannt. Kein größerer Seegang, kein nächtliches Herumrollen in der Kammer und damit eigentlich genau die Art von Überfahrt, die man sich wünschen kann.
Besonders interessant fand ich heute ein Gespräch mit dem Kapitän. Er erzählte mir nämlich, dass selbst er noch nie mit diesem Schiff in Danzig gewesen ist. Der Grund ist ganz einfach: Danzig lag offenbar schon seit Ewigkeiten nicht mehr auf der Route. Damit bin also nicht nur ich hier auf Entdeckungstour, sondern zumindest ein bisschen auch der Kapitän. Das hätte ich bei Beginn meiner Reise nicht unbedingt erwartet.
Nach dem Anlegen wollte ich eigentlich direkt von Bord gehen und meinen Landgang starten. Aber so einfach funktioniert das auf einer Frachtschiffreise eben nicht. Irgendwie klappte es zunächst nicht mit der Freigabe, sodass ich mich schon damit abgefunden hatte, Danzig möglicherweise wieder nur vom Schiff aus zu sehen.
Kurz vor dem Abendessen tauchte dann allerdings der Agent auf und brachte die gute Nachricht: Um 18 Uhr könnte ich gemeinsam mit der Mannschaft das Terminal verlassen. Da wir aber ohnehin bis morgen gegen 17 Uhr in Danzig liegen sollen, habe ich direkt nachgefragt, ob ich nicht auch morgen früh von Bord gehen könne. Das wäre schließlich deutlich entspannter, als heute Abend noch für ein paar Stunden loszuziehen.
Und tatsächlich: Der Agent bestätigte mir, dass das möglich ist.
Damit steht der Plan für morgen. Nach dem Frühstück soll es gegen acht Uhr von Bord gehen. Dann habe ich genügend Zeit, mir Danzig in Ruhe anzusehen. Nach Kristiansand, wo gar kein Landgang möglich war, und Kopenhagen mit meinem schönen Stadtspaziergang freue ich mich jetzt besonders darauf, auch Danzig zu Fuß zu erkunden.
Den heutigen Tag habe ich deshalb ganz bewusst ruhig verbracht. Ich habe viel gelesen, einige Podcasts gehört und mich bei YouTube umgesehen. Natürlich bleibt es bei mir selten beim einfachen Anschauen. Schnell entstehen wieder neue Ideen, und ehe ich mich versehe, überlege ich schon, was man daraus für eigene Projekte machen könnte. Selbst auf einem Frachtschiff gelingt es mir offenbar nicht vollständig, den Ideenmodus auszuschalten.
Währenddessen läuft draußen der eigentliche Zweck unseres Aufenthalts auf Hochtouren. Container werden gelöscht und neue geladen. Erstaunlicherweise bekomme ich davon im Moment gar nicht besonders viel mit. Nach der ziemlich geräuschvollen Nacht in Kopenhagen hatte ich eigentlich damit gerechnet, dass es hier ähnlich wird.
Allerdings ist der heutige Hafenaufenthalt noch nicht ganz so ruhig, wie er im Moment wirkt. Gegen 23 Uhr steht nämlich noch ein kleiner Umzug an. Wir wechseln innerhalb des Hafens das Terminal. Das bedeutet: Leinen los, einmal auf die gegenüberliegende Seite fahren, dort wieder anlegen und anschließend geht das Löschen und Laden der Container weiter.
Auch das ist wieder so ein Erlebnis, das diese Reise für mich besonders macht. Auf einem Kreuzfahrtschiff würde vermutlich niemand nachts um elf sagen: Wir fahren jetzt einmal kurz auf die andere Seite des Hafens, weil dort noch ein paar Container warten. Hier gehört genau das zum normalen Arbeitsalltag.
Ich werde mir das Manöver nach Möglichkeit natürlich anschauen. Und danach hoffe ich auf eine einigermaßen ruhige Nacht, denn morgen möchte ich früh raus. Nach dem Frühstück wartet endlich Danzig auf mich.
Heute war damit vielleicht kein spektakulärer Tag, aber genau diese ruhigen Stunden gehören für mich inzwischen genauso zu dieser Reise. Lesen, Podcasts hören, neue Ideen entwickeln, zwischendurch auf den Hafen schauen und beobachten, wie ein Containerschiff seinen ganz normalen Arbeitsalltag absolviert.
Und morgen tausche ich dann für ein paar Stunden Stahl, Container und Terminal gegen Danzig ein.
Mittwoch, 12. August 2026
12.8.2026: Der Tag, an dem die Abfahrtszeit in Kopenhagen zum beweglichen Ziel wurde
Wir liegen immer noch in Kopenhagen. Eigentlich sollten wir heute um 13 Uhr ablegen. Dann hieß es zwischenzeitlich 16 Uhr, später wurde daraus wieder 13:30 Uhr. Ich lerne auf dieser Frachtschiffreise immer mehr, dass Abfahrtszeiten offenbar eher als freundliche Orientierungshilfe zu verstehen sind. Los geht es eben dann, wenn die Container geladen sind, der Hafen fertig ist und alle anderen Voraussetzungen stimmen. Der Fahrgast – also ich – spielt bei dieser Entscheidung vermutlich eine eher überschaubare Rolle.
Aber genau das gehört zu dieser Reise dazu. Auf einem Frachtschiff richtet sich schließlich nichts nach einem touristischen Fahrplan. Hier werden Container transportiert, und ich darf dabei sein. Also warte ich einfach ab, wann sich unter uns wieder etwas bewegt und wir Kopenhagen tatsächlich verlassen.
Die nächste Etappe führt uns nach Danzig, wo wir morgen Nachmittag ankommen sollen. Für die Überfahrt sieht es ausgesprochen gut aus. Es soll insgesamt ziemlich ruhig bleiben. Lediglich auf Höhe von Bornholm könnte es mit Windstärke drei bis vier etwas windiger werden. Nach meinen bisherigen Erfahrungen dürfte mich das allerdings kaum beeindrucken. Die Überfahrt von Kristiansand nach Kopenhagen hat schließlich deutlich mehr geruckelt, und selbst damit bin ich erstaunlich gut zurechtgekommen.
Inzwischen habe ich ohnehin festgestellt, dass ich nachts auf See fast lieber schlafe als im Hafen. Eigentlich würde man zunächst das Gegenteil vermuten. Wenn das Schiff auf See ein wenig rollt, bewegt sich schließlich ständig die ganze Kammer mit. Aber dieses gleichmäßige Rollen empfinde ich inzwischen eher als angenehm.
Im Hafen sieht das ganz anders aus. Dort liegt das Schiff zwar still, dafür beginnt draußen das große Konzert der Containerlogistik. Container werden angehoben, abgesetzt und verschoben, irgendwo piept immer etwas und zwischendurch gibt es einen ordentlichen Schlag, bei dem man kurz überlegen kann, ob gerade ein Container verladen wurde oder das halbe Schiff auseinandergefallen ist. Besonders nachts bekommt man dabei einen ziemlich guten Eindruck davon, dass man eben nicht in einem schwimmenden Hotel, sondern auf einem arbeitenden Containerschiff unterwegs ist.
Aber genau deshalb bin ich hier. Die Geräusche, die wechselnden Abfahrtszeiten, die Hafenarbeit und das Leben an Bord gehören genauso zu dieser Reise wie die Landgänge und die Stunden draußen auf See. Ich bekomme jeden Tag mehr davon mit, wie dieser Transportbetrieb tatsächlich funktioniert – und dass dabei manches eben nicht minutengenau planbar ist.
Jetzt warte ich also darauf, dass Kopenhagen langsam hinter uns verschwindet. Irgendwann heute Nachmittag wird es hoffentlich heißen: Leinen los und Kurs auf Danzig. Dann freue ich mich wieder auf eine Nacht auf See, diesmal vermutlich mit wenig Wind und ruhigem Wasser.
Und vielleicht ist es tatsächlich so: Während andere Menschen für eine ruhige Nacht möglichst absolute Stille brauchen, freue ich mich inzwischen darauf, wenn endlich die Containerkräne aufhören und stattdessen nur noch das Schiff ein bisschen rollt.
Dienstag, 11. August 2026
11.8.2026: Von ordentlich Geruckel bis Kopenhagen – genau dafür bin ich auf Frachtschiffreise
Das war heute wirklich ein richtig cooler Tag. Wobei der heutige Tag eigentlich schon gestern Abend in Kristiansand begonnen hat. Als wir dort abgelegt haben, hatte der Kapitän angekündigt, dass es am Anfang „ein bisschen ruckeln“ könnte. Nun ja, ich habe inzwischen gelernt, dass Kapitäne offenbar eine etwas andere Definition von „ein bisschen“ haben als ich. Denn fairerweise muss man sagen: Es hat nicht nur am Anfang geruckelt, sondern eigentlich bis heute Morgen. Das Schiff rollte ordentlich, und man merkte ziemlich deutlich, dass wir auf See waren. Aber erstaunlicherweise hat mir das überhaupt nichts ausgemacht. Im Gegenteil: Irgendwie gehört genau das zu einer Frachtschiffreise dazu. Wenn ich überhaupt nichts vom Meer merken wollte, hätte ich schließlich auch zu Hause auf meinem neuen Sofa sitzen bleiben können.
Gestern Abend habe ich es mir erst einmal in meiner Kammer gemütlich gemacht. Kabine sagt man auf einem Frachtschiff schließlich nicht – ich lerne ja dazu. Also lag ich in meiner Kammer, habe noch ein paar Sachen bei Netflix geschaut und mich irgendwann schlafen gelegt. Trotz des Rollens habe ich erstaunlich ruhig geschlafen. Natürlich bin ich zwischendurch das eine oder andere Mal wach geworden, wenn das Schiff wieder etwas stärker zur Seite rollte, aber insgesamt war das überhaupt kein Problem. Irgendwann gewöhnt man sich offenbar daran, dass das Bett nachts ein kleines Eigenleben entwickelt.
Heute Morgen ging es dann wieder zum Frühstück. Eier gehören hier inzwischen offensichtlich zur Grundversorgung, und heute gab es Spiegeleier mit Bacon. So kann ein Tag auf See durchaus beginnen. Nach dem Frühstück konnte ich dann wieder beobachten, wie wir uns langsam unserem nächsten Ziel näherten: Kopenhagen.
Gegen 13:30 Uhr waren wir schließlich da und machten im Hafen fest. Diesmal gab es im Gegensatz zu Kristiansand die Nachricht, auf die ich gehofft hatte: Landgang war möglich. Also hatte ich mich vorher schon beim Koch – oder beim „Cooky“, wie man hier offenbar sagt – vom Abendessen abgemeldet. Wenn ich schon in Kopenhagen von Bord darf, möchte ich schließlich nicht nach zwei Stunden zurückrennen müssen, nur weil unten das Abendessen auf dem Tisch steht.
Gemeinsam mit Knut ging es dann in die Stadt. Und das war genau das, was ich mir unter dieser Reise vorgestellt hatte: Mit dem Frachtschiff irgendwo ankommen, das Terminal verlassen und plötzlich mitten in einer europäischen Hauptstadt unterwegs sein. Wir sind eine schöne Runde durch Kopenhagen gelaufen, angefangen am Rathausplatz und von dort weiter Richtung Hafen. Natürlich durfte ein Spaziergang durch die bekannten Ecken der Stadt nicht fehlen. Gerade der Bereich am Wasser gehört für mich in Kopenhagen einfach dazu. Anschließend führte uns unsere Runde noch zur Marmorkirche, bevor es langsam wieder zurück Richtung Terminal und damit zurück zu unserem schwimmenden Zuhause ging.
Genau diese Mischung macht die Reise im Moment für mich so besonders. Gestern noch Kristiansand, allerdings ohne Landgang, anschließend eine Nacht mit ordentlich Bewegung auf dem Schiff und heute plötzlich zu Fuß durch Kopenhagen. Es gibt keinen klassischen Kreuzfahrtplan mit Unterhaltung, Buffet und organisierter Ausflugsgruppe. Stattdessen weiß ich morgens manchmal noch gar nicht genau, wie der Tag aussehen wird. Und genau das gefällt mir.
Jetzt bin ich wieder zurück an Bord. Wir bleiben noch bis morgen gegen 13 Uhr hier in Kopenhagen. Damit liegt eine weitere Nacht im Hafen vor uns, bevor es anschließend weitergeht. Ich bin gespannt, wie die nächste Etappe wird und was auf dem Weg zum nächsten Hafen passiert.
Für heute reicht es aber erst einmal. Ich gehe jetzt noch eine rauchen, schaue ein bisschen auf den Hafen und genieße einfach das Gefühl, auf einem Frachtschiff mitten in Kopenhagen zu sitzen.
Und wenn ich ehrlich bin: Genau für solche Tage habe ich diese Reise gebucht.
Montag, 10. August 2026
10.8.2026: Kristiansand – angekommen, aber leider nur vom Schiff aus
Heute Morgen sind wir tatsächlich pünktlich um sieben Uhr in Kristiansand angekommen. Meine erste richtige Nacht auf See liegt damit hinter mir – und die verlief erstaunlich ruhig. Eigentlich hatte ich damit gerechnet, dass die Nordsee mir zumindest einmal zeigen würde, wer hier das Sagen hat. Aber nichts dergleichen. Vielleicht hat es in der Nacht einmal für fünf Minuten ein bisschen gewackelt, mehr war da nicht. Wenn das Seegang sein soll, darf es von mir aus gerne so weitergehen.
Kurz vor sieben bin ich aufgestanden und erst einmal unter die Dusche gegangen. Als ich anschließend nach unten kam, hatten wir bereits festgemacht. Das ging alles erstaunlich schnell und unspektakulär. Plötzlich lag Kristiansand direkt vor uns und der erste norwegische Hafen dieser Reise war erreicht.
Leider gab es dann eine kleine Enttäuschung: Landgang ist hier nicht möglich. Ich hatte mich eigentlich darauf gefreut, ein wenig durch Kristiansand zu laufen und mir die Stadt anzusehen. Aber bei einer Frachtschiffreise läuft eben nicht alles so wie bei einer Kreuzfahrt. Der Fahrplan des Schiffes und die Regeln im jeweiligen Hafen bestimmen das Programm – und wenn kein Landgang möglich ist, bleibt man eben an Bord.
Langweilig wurde es trotzdem nicht. Wir hatten wieder Internet, sodass ich ein paar Dinge erledigen und mich beschäftigen konnte. Außerdem gibt es an Bord inzwischen immer mehr zu entdecken. Ich merke, dass ich langsam ein Gefühl für die Abläufe bekomme und nicht mehr bei jeder Tür überlegen muss, ob ich dahinter überhaupt etwas zu suchen habe.
Mittags wartete wieder das Essen auf uns. Zunächst gab es eine Suppe und anschließend Hähnchen mit Curry. Das hat unser Koch richtig gut gemacht. Überhaupt gefällt mir das Essen an Bord bisher sehr gut. Es ist bodenständig, ordentlich und genau das Richtige nach ein paar Stunden frischer Seeluft.
Jetzt liegen wir noch einige Stunden in Kristiansand. Geplant ist, dass wir gegen 19 Uhr wieder ablegen und anschließend Kurs auf Kopenhagen nehmen. Bis dahin werde ich noch ein wenig nach draußen gehen, mir einen schönen Platz suchen und lesen. Genau das gehört für mich inzwischen zu den angenehmsten Momenten dieser Reise: draußen sitzen, aufs Wasser beziehungsweise auf den Hafen schauen, etwas lesen und einfach einmal nichts tun müssen.
Um halb sechs gibt es bereits Abendessen. Danach möchte ich schauen, ob ich das Ablegen von der Brücke aus verfolgen kann. Das wäre natürlich noch einmal etwas ganz anderes, als einfach nur irgendwo an Deck zu stehen. Zu beobachten, wie so ein großes Containerschiff den Hafen verlässt und von der Brücke aus Kurs auf das nächste Ziel nimmt, gehört schließlich genau zu den Erlebnissen, wegen denen ich diese Reise machen wollte.
Der erste komplette Tag an Bord gefällt mir jedenfalls richtig gut. Die Überfahrt war ruhig, das Essen schmeckt, ich kann entspannen und bekomme gleichzeitig einen Einblick in eine Welt, die man als normaler Reisender kaum zu sehen bekommt. Schade nur, dass Kristiansand heute lediglich Kulisse geblieben ist.
Aber das Schiff wartet schließlich nicht auf meinen Stadtbummel. Heute Abend heißt es wieder: Leinen los – nächster Halt Kopenhagen.
Sonntag, 9. August 2026
9.8.2026: Erster Seetag – Ein perfekter Start an Bord der MS Beate
Der Sonntag hätte als erster Tag an Bord der MS Beate kaum schöner sein können. Heute Morgen haben wir Hamburg kurz nach sechs Uhr verlassen. Natürlich wollte ich mir die Ausfahrt auf der Elbe nicht entgehen lassen. Es war ein besonderer Moment, langsam den Hamburger Hafen hinter sich zu lassen und zu wissen, dass die eigentliche Reise nun beginnt. Zuvor durfte ich noch einen Blick auf die Brücke werfen – immer wieder faszinierend zu sehen, von wo aus ein solches Schiff gesteuert wird.
Den Vormittag habe ich fast ausschließlich draußen verbracht. Besonders auf dem A-Deck am Heck lässt sich die Fahrt wunderbar genießen. Einfach dort sitzen, den Blick über die Elbe schweifen lassen, die frische Seeluft einatmen und die vorbeiziehende Landschaft auf sich wirken lassen – genau dafür macht man schließlich eine Frachtschiffreise.
Mittags wartete dann ein leckeres Drei-Gänge-Menü auf uns. Los ging es mit einer Gemüsesuppe, danach gab es ein saftiges Steak mit Kroketten und Brokkoli. Auf den Nachtisch habe ich diesmal verzichtet. Stattdessen war erst einmal ein kleiner Mittagsschlaf angesagt. Die viele frische Seeluft macht erstaunlich müde – allerdings auf eine sehr angenehme Art.
Nach dem Aufwachen gönnte ich mir einen Kaffee und drehte anschließend noch eine gemütliche Runde über das Schiff. Bis zum Abendessen verbrachte ich wieder einige Zeit auf dem A-Deck und genoss die Sonne, die Ruhe und das Gefühl, einfach unterwegs zu sein.
Zum Abendessen standen Spaghetti Bolognese auf dem Speiseplan – ein schöner Abschluss eines rundum gelungenen Tages. Jetzt werde ich noch ein paar Zeitungen lesen, bevor ich später zum Sonnenuntergang noch einmal auf die Brücke gehe. Dort hoffe ich, einige stimmungsvolle Fotos machen zu können.
Der erste Tag an Bord hätte wirklich kaum besser verlaufen können. Die Hektik des Alltags scheint schon jetzt weit entfernt zu sein, und langsam stellt sich genau das ein, worauf ich mich so lange gefreut habe: entschleunigen, die Seeluft genießen und jeden Augenblick dieser besonderen Reise bewusst erleben.
Samstag, 8. August 2026
8.8.2026: Endlich an Bord – und die Deutsche Bahn wollte natürlich auch noch mitspielen
Heute Morgen hieß es früh raus aus den Federn, denn heute sollte es nun wirklich losgehen: meine Frachtschiffreise. Nach einer Woche Verspätung war endlich der Tag gekommen, an dem aus Planung, Warten und ständigem Verschieben tatsächlich eine Reise werden sollte.
Kurz nach sieben habe ich den Bus genommen, und zunächst lief auch alles wunderbar nach Plan. Pünktlich angekommen, weiter Richtung Solingen – und dort meldete sich dann erwartungsgemäß die Deutsche Bahn zu Wort. Der Anschlusszug hatte gefühlt schon rund 15 Minuten Verspätung, und aus diesen 15 Minuten wurde im Laufe der Fahrt immer mehr. Als ich schließlich Hamburg-Harburg erreichte, war daraus ungefähr eine Stunde geworden.
Zum Glück hatte ich genügend Zeit eingeplant. Deshalb konnte ich die Sache erstaunlich gelassen sehen. Hauptsache Hamburg erreichen, alles andere würde sich schon finden.
Von Harburg aus ging es mit dem Taxi weiter zum Containerterminal. Gegen 14 Uhr bin ich dort ausgestiegen – allerdings nicht ganz dort, wo ich eigentlich hätte aussteigen sollen. Mein Taxifahrer hatte mich auf der falschen Seite abgesetzt, sodass ich mit meinem Gepäck erst einmal eine kleine zusätzliche Hafenwanderung einlegen durfte. Wahrscheinlich gehört auch das zur authentischen Frachtschiffreise: Bevor man mit dem Schiff fährt, muss man sich das Einschiffen erst einmal erlaufen.
Irgendwann hatte ich dann aber den richtigen Eingang gefunden und konnte am Containerterminal einchecken. Danach ging es mit dem Shuttle weiter zum Schiff. Und plötzlich war der Moment tatsächlich da: Ich war am Ziel.
Jetzt sitze ich hier unten an Bord und warte erst einmal auf weitere Instruktionen. Noch ist alles neu. Ich muss herausfinden, wo was ist, wie der Tagesablauf funktioniert und natürlich, wo ich überhaupt hinmuss. Genau dieses Gefühl hatte ich mir von der Reise erhofft: etwas völlig anderes als der normale Alltag.
Eine kleine Überraschung gab es übrigens auch beim Liegeplatz. Ursprünglich war immer vom Burchardkai beziehungsweise Tollerort die Rede gewesen, tatsächlich liegen wir nun aber am Eurogate. Bei Frachtschiffen scheint eben nicht nur die Abfahrtszeit eine gewisse Flexibilität zu besitzen, sondern offenbar auch der Abfahrtsort.
Wenn alles nach Plan läuft, bleiben wir noch bis heute Abend hier am Eurogate. Danach heißt es irgendwann: Leinen los. Dann geht es die Elbe hinunter, hinaus auf die Nordsee und weiter Richtung Kristiansand in Norwegen.
Und genau darauf freue ich mich jetzt. Nach all den Verschiebungen, den Planänderungen, dem Kofferpacken, der Zugverspätung und der unfreiwilligen Ehrenrunde am Containerterminal bin ich endlich da.
Jetzt kann die Frachtschiffreise wirklich beginnen. Und irgendwie bin ich gerade gleichzeitig neugierig, gespannt und ein bisschen aufgeregt. Aber genau deshalb mache ich diese Reise schließlich.
Freitag, 7. August 2026
7.8.2026: Der Tag, an dem die Vorfreude endlich größer war als die Geduld
Morgen ist es endlich so weit: Meine Frachtschiffreise beginnt. Gut, eigentlich sollte sie schon vor einer Woche starten, aber wegen der Verzögerungen im Fahrplan wurde der Beginn verschoben. Umso größer ist jetzt die Vorfreude, denn heute kam endlich die Nachricht, auf die ich so lange gewartet hatte. Morgen Nachmittag soll ich am Burchardkai in Hamburg an Bord gehen.
Damit steht auch der Ablauf für morgen fest. Früh aufstehen, mit dem Intercity um 8:30 Uhr Richtung Hamburg-Harburg fahren und von dort aus mit dem Taxi weiter zum Containerterminal. Allein der Gedanke daran sorgt schon für ein leichtes Kribbeln. So eine Frachtschiffreise macht man schließlich nicht alle Tage, und ich merke schon, dass die Aufregung langsam steigt.
Trotz der Vorfreude war heute noch einiges zu erledigen. Am Vormittag habe ich zunächst ein paar geschäftliche Dinge abgearbeitet. Es war gut, noch möglichst viele offene Punkte zu erledigen, bevor ich für einige Tage nicht erreichbar sein werde.
Anschließend sah das Wetter deutlich besser aus, als zunächst angekündigt. Diese Gelegenheit wollte ich nutzen und bin noch einmal eine Runde um den Unterbacher See und den Elbsee gefahren. Die Fahrradtour hat richtig Spaß gemacht. Natürlich durfte dabei auch das Sammeln einiger Munzees nicht fehlen. Wenn ich ohnehin unterwegs bin, gehören die inzwischen einfach dazu.
Nach der Tour meldete sich dann der Hunger. Also habe ich mir eine Pizza gemacht. Ganz geschafft habe ich sie allerdings nicht. Der Rest wartet jetzt auf das Abendessen – praktisch, wenn man sich die zweite Mahlzeit gleich selbst vorbereitet hat.
Den Nachmittag habe ich genutzt, um weiter an einigen meiner kleinen App-Projekte zu basteln. Es macht mir im Moment richtig Spaß, Anwendungen für den eigenen Bedarf zu entwickeln und dabei immer wieder Neues zu lernen. Ich bin gespannt, welche Ideen mir während der kommenden Reise noch kommen werden.
Bevor der Computer heute endgültig ausgeschaltet wird, steht allerdings noch eine Datensicherung an. Sicher ist sicher – gerade vor einer längeren Reise möchte ich alles ordentlich gesichert wissen.
Der Koffer ist inzwischen ebenfalls gepackt. Jetzt stellt sich nur noch die Frage, wie ich die mitgebrachten Süßigkeiten für die Mannschaft am besten unterbringe, ohne dass sie unterwegs zerdrückt werden. Irgendwie wird das schon funktionieren.
Morgen klingelt dann bereits um sechs Uhr der Wecker. Kurz nach sieben geht es Richtung Solingen, von dort weiter mit dem Zug nach Hamburg und anschließend zum Hafen. Und wenn alles nach Plan läuft, beginnt morgen Nachmittag endlich das Abenteuer, auf das ich mich seit Monaten freue.
Wenn ich auf den heutigen Tag zurückblicke, dann war er vor allem von Vorfreude geprägt. Die letzten Vorbereitungen sind erledigt, der Koffer steht bereit und jetzt trennen mich nur noch eine Nacht und eine Zugfahrt von einer Reise, die sicherlich viele spannende Eindrücke und Geschichten bereithalten wird. Ich bin gespannt, was mich an Bord erwartet.
Donnerstag, 6. August 2026
6.8.2026: Der Tag, an dem Ausschlafen und Produktivität erstaunlich gut zusammenpassten
Heute war einer dieser Tage, die zeigen, dass Ausschlafen und Produktivität sich überhaupt nicht ausschließen. Ganz im Gegenteil. Ich habe den Morgen erst einmal ruhig begonnen und richtig ausgeschlafen. Nach einem kurzen Frühstück gab es gleich noch eine gute Nachricht: Die Kaffeemaschine funktioniert wieder. Damit war die kleine Krise der vergangenen Tage glücklicherweise schon wieder Geschichte.
Anschließend habe ich meine Sportsachen gepackt und mich auf den Weg ins Fitnessstudio gemacht. Unterwegs habe ich noch einen kleinen Zwischenstopp eingelegt und Bernd den Kaffee vorbeigebracht, den ich ihm aus Luxemburg mitgebracht hatte. So war auch das erledigt.
Im Sportstudio standen zunächst 30 Minuten auf dem Fahrrad auf dem Programm. Danach folgten noch einige Übungen an den Geräten. Nach dem Training fühlte ich mich richtig gut und hatte das Gefühl, mit neuer Energie in den restlichen Tag starten zu können.
Wieder zu Hause blieb ich allerdings nicht lange. Ich packte ein paar Sachen zusammen und machte mich noch einmal auf den Weg. Leergut und Altglas mussten weggebracht werden, und wenn ich ohnehin schon unterwegs war, habe ich bei Aldi gleich noch ein paar Kleinigkeiten für das Mittagessen eingekauft.
Nach dem Essen war endlich wieder Zeit für eine meiner liebsten kleinen Auszeiten. Eine Stunde lang habe ich einen Podcast gehört und einfach einmal abgeschaltet. Diese Mischung aus Ruhe und neuen Ideen tut mir immer wieder gut.
Am Nachmittag wurde es dann wieder kreativ. Ich habe weiter versucht, einige Spiele zu programmieren. Es macht Spaß, dabei Neues zu lernen und Schritt für Schritt zu sehen, wie aus einer Idee langsam ein funktionierendes Spiel entsteht. Es gibt zwar noch einiges zu verbessern, aber ich merke, dass ich mit jedem Versuch dazulerne.
Später zog es mich noch einmal nach draußen. Rund eine Stunde war ich in Hilden unterwegs und habe Munzees gesammelt. Auf dem Rückweg führte mich der Weg noch bei Norma vorbei. Dort besorgte ich mir eine Lasagne als unkompliziertes Abendessen. Und wenn schon Sonderangebote locken: Eine Flasche Becherovka durfte ebenfalls mit nach Hause kommen.
Jetzt wird es langsam Zeit, den Koffer zu packen. Wenn alles nach Plan läuft, beginnt am Samstagmorgen endlich meine Frachtschiffreise. Die Vorfreude wächst mit jedem Tag. Lieber packe ich heute schon alles in Ruhe zusammen, als morgen in letzter Minute nach dem Ladegerät oder der Regenjacke zu suchen.
Vorher möchte ich allerdings noch meine begonnenen Spiele weiter programmieren. Erst wenn das erledigt ist, wird der Computer ausgeschaltet und der Abend ganz entspannt ausklingen gelassen.
Wenn ich auf den heutigen Tag zurückblicke, dann war er ausgesprochen abwechslungsreich. Sport, kleine Erledigungen, Podcasts, Programmieren, Munzee und die Vorbereitungen auf die bevorstehende Reise – mehr als genug für einen Tag, der eigentlich mit Ausschlafen begonnen hat. Jetzt kann das Abenteuer Frachtschiffreise langsam kommen.
Mittwoch, 5. August 2026
5.8.2026: Der Tag, an dem ich mir den Feierabend verdient hatte
Der Morgen begann heute wie fast jede Hotelnacht endet – mit der inzwischen schon traditionellen Frage an meine Schlaf-App: „Wie war die Schlafqualität?“ Die Antwort lautete diesmal 69 Prozent. Kein Spitzenwert, aber immerhin deutlich besser als die 49 Prozent der vergangenen Woche. Wahrscheinlich werde ich mich trotzdem nie daran gewöhnen, dass Hotelbetten und ich einfach keine enge Freundschaft schließen.
Nach dem gewohnt guten Frühstück war ich bereits gegen halb acht im Büro. Die erste Stunde verlief angenehm ruhig, sodass ich direkt konzentriert arbeiten konnte. Und genau so ging es den ganzen Tag weiter.
Heute war einer dieser Arbeitstage, an denen man am Abend wirklich sieht, was man geschafft hat. Ich habe viele Bausteine für die monatlichen Protokolle fertiggestellt und zugeliefert. Außerdem konnte ich zwei Richtlinien beziehungsweise Politiken, die bis Ende des Monats fertig sein müssen, als erste Entwürfe ausarbeiten. Gerade diese konzeptionellen Arbeiten machen zwar viel Mühe, aber es ist ein gutes Gefühl, wenn am Ende ein belastbarer Entwurf auf dem Bildschirm steht.
Mittags gab es zur Belohnung eine leckere Pizza. Nach den vielen Salaten der vergangenen Dienstreisen durfte es heute ruhig einmal etwas Deftigeres sein. Manchmal ist Pizza eben genau das richtige Mittagessen für einen produktiven Arbeitstag.
Jetzt geht es nach Hause. Dort erwartet mich allerdings niemand, denn Kerstin ist noch bis Sonntag in Bremen. Ich bin also für ein paar Tage Strohwitwer. Lange bleibt das allerdings nicht so, denn schon am Samstag beginnt – wenn alles nach Plan läuft – endlich meine Frachtschiffreise. Die Vorfreude darauf wächst von Tag zu Tag.
Für heute Abend habe ich deshalb keinen großen Plan mehr. Ich glaube, ich stelle mir erst einmal ein schön kaltes Bier in den Kühlschrank, lehne mich zurück und gönne mir anschließend noch einen Sambuca. Nach zwei erfolgreichen Bürotagen in Grevenmacher darf der Feierabend heute ruhig ein wenig genussvoller ausfallen.
Wenn ich auf den heutigen Tag zurückblicke, dann war er genau so, wie ich mir einen Arbeitstag wünsche: produktiv, strukturiert und mit dem Gefühl, wichtige Themen ein gutes Stück vorangebracht zu haben. Jetzt beginnt der gemütliche Teil der Woche – und die Gedanken richten sich langsam immer mehr auf das Abenteuer, das am Wochenende vor mir liegt.
Dienstag, 4. August 2026
4.8.2026: Der Tag, an dem ausgerechnet die Kaffeemaschine streikte
Heute stand wieder ein Bürotag in Grevenmacher auf dem Programm. Der Wecker klingelte bereits um sieben Uhr, und eigentlich sollte der Tag wie immer mit einer Tasse Kaffee beginnen. Eigentlich. Denn ausgerechnet heute hatte die Kaffeemaschine beschlossen, ihren Dienst zu verweigern. Im Moment habe ich noch keine Ahnung, woran es liegt oder wie ich das Problem lösen kann. Kein idealer Start in den Tag – vor allem für jemanden, der morgens gerne erst einmal einen Kaffee trinkt.
Trotz des etwas holprigen Beginns ging es gegen acht Uhr auf die Straße. Zum Glück sind Sommerferien, und das machte sich auf den Autobahnen deutlich bemerkbar. Der Verkehr war angenehm entspannt, sodass ich bereits gegen halb elf im Büro ankam. So darf die Fahrt nach Grevenmacher gerne öfter verlaufen.
Wie immer begann der Arbeitstag zunächst damit, die wichtigsten Unterlagen und E-Mails zu sortieren und einen Überblick über die anstehenden Aufgaben zu gewinnen. Danach arbeitete ich mich Schritt für Schritt durch die verschiedenen Themen.
Mittags gönnte ich mir wieder etwas Leckeres vom Asiaten. Das hat inzwischen fast schon Tradition und ist eine willkommene Pause im Arbeitsalltag.
Der Nachmittag stand dann ganz im Zeichen der inhaltlichen Arbeit. Ich bereitete verschiedene Defizite auf, formulierte Texte für ein Protokoll und arbeitete mehrere Themen weiter aus. Solche Aufgaben sind zwar oft eher Detailarbeit, aber sie sorgen dafür, dass Projekte sauber dokumentiert und nachvollziehbar abgeschlossen werden können.
Jetzt geht es gleich ins Hotel. Vorher stehen allerdings noch zwei kurze Stopps auf dem Programm. Zunächst muss das Auto wieder betankt werden, und anschließend möchte ich noch Kaffee für meinen Freund Bernd besorgen.
Im Hotel wartet dann wieder meine inzwischen fest etablierte Abendroutine. Zuerst geht es für 60 Minuten in den Fitnessraum aufs Fahrrad. Nach einem langen Bürotag ist das genau der richtige Ausgleich. Anschließend lasse ich mir den mitgebrachten Wurstsalat schmecken – eine unkomplizierte und leckere Mahlzeit für den Abend.
Danach werde ich es mir mit dem MacBook gemütlich machen und noch ein wenig mit ChatGPT experimentieren. Es gibt immer wieder neue Funktionen und Ideen zu entdecken, und ich bin gespannt, welche Möglichkeiten sich heute Abend wieder ergeben. Je länger ich damit arbeite, desto mehr Anwendungsfälle fallen mir ein.
Wenn ich auf den heutigen Tag zurückblicke, dann war er insgesamt sehr gelungen. Die Kaffeemaschine hat zwar versucht, mir den Morgen zu vermiesen, aber dafür verlief die Fahrt angenehm entspannt, die Arbeit war produktiv und jetzt freue ich mich auf einen ruhigen Abend mit etwas Sport, gutem Essen und ein wenig Zeit zum Ausprobieren neuer KI-Ideen.
Montag, 3. August 2026
3.8.2026: Der Tag, an dem Lea ihren dritten Geburtstag feierte
Heute war ein ganz besonderer Tag, denn unsere kleine Lea hatte Geburtstag. Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht – heute ist sie schon drei Jahre alt geworden. Natürlich wurde dieser Tag in Bremen gebührend gefeiert.
Schon vor dem Frühstück durfte Lea ihre Geschenke auspacken. Die Freude war ihr dabei deutlich anzusehen. Mit leuchtenden Augen wurde jedes Paket geöffnet und jedes neue Spielzeug sofort begutachtet. Genau solche Momente machen Geburtstage mit kleinen Kindern so besonders.
Nach dem gemeinsamen Frühstück bin ich mit Tim noch zum Wertstoffhof gefahren. Ein paar Dinge mussten entsorgt werden, damit in der Wohnung wieder etwas Ordnung einkehrt. Solche Aufgaben gehören zwar nicht unbedingt zu den Höhepunkten eines Geburtstags, aber wenn man sie gemeinsam erledigt, sind auch sie schnell geschafft.
Am Nachmittag stand dann der gemütliche Teil des Tages im Mittelpunkt. Vor dem Kaffeetrinken haben wir noch Amelie abgeholt, sodass die Geburtstagsrunde komplett war. Gemeinsam verbrachten wir noch einige schöne Stunden, bevor für mich leider schon wieder die Rückreise anstand.
Gegen halb fünf brachte mich Kerstin zum Bremer Hauptbahnhof. Von dort aus ging es mit dem Zug zurück nach Hause. Ganz ohne Verspätung wollte die Deutsche Bahn den Tag dann doch nicht beenden – rund zwanzig Minuten später als geplant kam mein Zug schließlich an. Im Vergleich zu manch anderen Bahnreisen war das allerdings noch durchaus akzeptabel.
Jetzt bin ich wieder zu Hause angekommen. Zunächst heißt es umpacken, denn lange bleibt der Koffer nicht stehen. Morgen früh geht es bereits wieder weiter – zwei Bürotage in Grevenmacher stehen auf dem Programm. Nach dem schönen Familienwochenende fällt der Wechsel zurück in den Arbeitsalltag zwar nicht ganz leicht, aber so ist das nun einmal.
Wenn ich auf den heutigen Tag zurückblicke, dann bleibt vor allem die Freude über Leas dritten Geburtstag. Die strahlenden Kinderaugen, das gemeinsame Frühstück, ein schöner Familiennachmittag und anschließend die Heimreise – ein gelungener Abschluss des Wochenendes. Morgen beginnt dann wieder der Büroalltag, bevor schon die nächste Reise auf mich wartet.
Sonntag, 2. August 2026
2.8.2026: Der Tag, an dem in Bremen einfach Sommer war
Heute war ein herrlich entspannter Sonntag in Bremen. Alle haben erst einmal ausgeschlafen – die Kinder genauso wie die Erwachsenen. Entsprechend ruhig begann der Tag. Niemand hatte es eilig, und so wurde aus dem Frühstück fast schon ein Mittagessen. Erst gegen 12 Uhr saßen wir gemeinsam am Tisch und starteten ganz gemütlich in den Tag.
Am frühen Nachmittag bin ich dann mit Tim und Luisa zur Waterfront gefahren. Die beiden wollten ins Kino, während ich die Zeit auf meine ganz eigene Art genutzt habe. Statt Popcorn und Film hieß es für mich: Munzee spielen. So konnte jeder das machen, worauf er gerade Lust hatte, und wir hatten alle unseren Spaß.
Wieder zu Hause angekommen war das Erste, was ich brauchte, ein schön kaltes Getränk. Bei den sommerlichen Temperaturen tat das richtig gut. Julia ist anschließend mit den Kindern nach unten an den Pool gegangen. Für die Kleinen gibt es bei diesem Wetter natürlich kaum etwas Schöneres, als im Wasser zu planschen und sich abzukühlen.
Währenddessen läuft auch in der Küche schon die Vorbereitung für den Abend. Kerstin macht ihren leckeren Nudelsalat, der bei einem Grillabend einfach dazugehört. Der Duft aus der Küche macht jetzt schon Appetit.
Heute Abend wird dann gemeinsam gegrillt. Genau solche Sommerabende mag ich besonders: mit der Familie zusammensitzen, gutes Essen genießen, die Kinder spielen sehen und einfach den Alltag für ein paar Stunden vergessen.
Wenn ich auf den heutigen Tag zurückblicke, dann war er genau das, was ein Sommersonntag sein sollte. Ausschlafen, gemeinsam frühstücken, ein kleiner Ausflug, etwas Munzee spielen, Pool, Nudelsalat und gleich ein gemütlicher Grillabend. Mehr Sommer geht eigentlich kaum.
Samstag, 1. August 2026
1.8.2026: Der Tag, an dem Luisa wieder nach Hause durfte
Heute stand die Fahrt nach Bremen auf dem Programm. Nachdem Luisa die vergangenen Tage bei uns verbracht hatte, ging es nun wieder zurück zu ihren Eltern. Der Tag begann deshalb ganz entspannt. Am Vormittag haben wir es ruhig angehen lassen, ein bisschen gegammelt und den letzten gemeinsamen Morgen ohne Zeitdruck genossen.
Bevor wir losfahren konnten, standen noch die üblichen Vorbereitungen an. Ich war noch schnell tanken, anschließend wurden die Koffer gepackt und alles verstaut. Irgendwann war dann alles bereit, sodass wir gegen 15 Uhr losfahren konnten.
Die Fahrt verlief erfreulich unkompliziert. Für die rund 300 Kilometer brauchten wir etwa drei Stunden – das ist für diese Strecke wirklich ein gutes Ergebnis. Keine langen Staus, keine größeren Verzögerungen und damit eine entspannte Anreise.
In Bremen angekommen, wurden wir herzlich begrüßt. Es ist immer schön, wenn nach der Autofahrt der gemütliche Teil des Tages beginnt. Gemeinsam mit Tim bin ich anschließend noch einkaufen gefahren. Für morgen ist Grillen geplant, also mussten natürlich noch ein paar Zutaten besorgt werden.
Heute Abend bleibt die Küche allerdings kalt. Stattdessen gibt es ganz unkompliziert Pizza – nach einer Anreise genau das Richtige. Man muss schließlich nicht jeden Tag aufwendig kochen.
Sobald die Kinder später im Bett sind, freuen wir Erwachsenen uns noch auf einen gemütlichen Abend. Einfach zusammensitzen, ein wenig erzählen und die gemeinsame Zeit genießen. Gerade solche Abende sind oft die schönsten, weil sie ganz ohne großes Programm auskommen.
Wenn ich auf den heutigen Tag zurückblicke, dann war es ein klassischer Reisetag: entspannt gestartet, problemlos angekommen und jetzt beginnt das Familienwochenende in Bremen. Morgen wartet dann schon der Grillabend – vorausgesetzt, das Wetter spielt genauso gut mit wie heute der Verkehr.
16.9.2026: Erbschaft, Podcasts und schon wieder Koffer – Frankfurt ruft
Heute Morgen habe ich mir erst einmal etwas gegönnt, was in den vergangenen Tagen deutlich zu kurz gekommen ist: Schlaf. Bis neun Uhr bin ic...
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