Heute war es tatsächlich so weit: Meine Frachtschiffreise ist endgültig zu Ende gegangen und die Heimreise von Bremerhaven stand an. Nach all den Tagen auf See, in Häfen und auf dem Nord-Ostsee-Kanal fühlte sich das schon ein bisschen merkwürdig an. Gerade hatte ich mich an das Leben an Bord gewöhnt, und plötzlich hieß es Koffer nehmen und Abschied nehmen.
Nach dem letzten Frühstück an Bord ging es mit dem Shuttle zum Terminal. Dort begann allerdings gleich die erste Geduldsprobe des Tages. Wir brauchten ein Taxi, konnten aber keines bestellen und warteten entsprechend lange. Immerhin gab es währenddessen etwas zu sehen, denn parallel lag Mein Schiff 1 am Kai. Der Kontrast war schon interessant: hier das große Kreuzfahrtschiff und ich gerade frisch von meinem deutlich weniger touristischen Containerschiff herunter.
Irgendwann tauchte tatsächlich ein Taxi auf. Bevor noch jemand auf andere Gedanken kommen konnte, haben wir uns das kurzerhand geschnappt. Damit war die erste Hürde der Heimreise genommen und es ging weiter zum Bahnhof.
Bis Bremen lief anschließend alles erstaunlich gut. Ich hätte eigentlich misstrauisch werden müssen. Denn in Bremen erinnerte mich die Deutsche Bahn dann daran, dass zu einer ordentlichen Heimreise offenbar noch eine Verspätung gehört. Mein Zug hatte rund eine Stunde Verspätung. Also wieder warten. Nach den ständig wechselnden Abfahrtszeiten meines Frachtschiffs war ich allerdings bestens trainiert. Ob nun ein Schiff fünf Stunden später ablegt oder ein Zug eine Stunde später kommt – Geduld habe ich in den vergangenen Tagen ausreichend geübt.
Am Ende waren es etwa 75 Minuten Verspätung, mit denen ich schließlich in Solingen angekommen bin. Dort wartete Kerstin schon auf mich und hat mich abgeholt. Und damit war ich nach dieser wunderschönen Reise tatsächlich wieder fast zu Hause.
Dort gab es erst einmal ganz gemütlich Kaffee. Danach wurde der Koffer ausgepackt und langsam wieder vom Reise- in den Alltagsmodus umgeschaltet. Nach einer Woche aus der Kammer zu leben, fühlt sich selbst das Ausräumen eines Koffers plötzlich ein bisschen luxuriös an.
Nur unser Internet hat offenbar beschlossen, meine Rückkehr noch nicht zur Kenntnis zu nehmen. Es funktioniert immer noch nicht. Immerhin kann ich meine Bilder synchronisieren, und davon sind auf dieser Reise natürlich reichlich zusammengekommen. In den nächsten Tagen werde ich wahrscheinlich erst richtig merken, wie viele Fotos und Videos ich unterwegs gemacht habe.
Damit ist meine Frachtschiffreise nun wirklich vorbei. Hamburg, Kristiansand, Kopenhagen, Danzig, der Nord-Ostsee-Kanal und Bremerhaven liegen hinter mir. Dazu kamen Seegang, Containerterminals, Landgänge, gutes Essen, viele ruhige Stunden, jede Menge Podcasts und ganz neue Eindrücke vom Leben auf einem Frachtschiff.
Jetzt sitze ich wieder zu Hause, trinke meinen Kaffee und packe die letzten Sachen aus. Schön, wieder da zu sein.
Aber eines weiß ich jetzt schon: Diese Reise wird mir noch ziemlich lange im Kopf bleiben.
Montag, 17. August 2026
17.8.2026: Wieder festen Boden unter den Füßen – nur die Bahn schaukelte noch ein bisschen nach
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