Heute Morgen habe ich erst einmal etwas länger geschlafen. Das war allerdings nicht ausschließlich der Erholung nach meiner Frachtschiffreise geschuldet. Nach der weitgehenden Alkoholabstinenz an Bord hatte ich mir gestern Abend zu Hause erst einmal ein Bier gegönnt – und anschließend offenbar einen Becherovka zu viel. Man könnte auch sagen: Meine Trinkfestigkeit hat während der Reise ein wenig unter der mangelnden Trainingspraxis gelitten. Jedenfalls war Ausschlafen heute eine ziemlich gute Entscheidung.
Nach einem kurzen Frühstück meldete sich dann relativ schnell der berufliche Alltag zurück. Ich habe mit meinem Chef telefoniert und schon einmal die wichtigsten Themen besprochen. Schließlich stehen morgen und übermorgen wieder zwei Bürotage in Grevenmacher an, und nach meiner Abwesenheit gibt es einiges zu erledigen. Die schöne Zeit auf dem Frachtschiff ist damit endgültig vorbei – jetzt warten wieder Richtlinien, Protokolle, Termine und die diversen anderen kleinen Freuden des Berufslebens.
Bevor ich mich allerdings wieder vollständig dem Schreibtisch hingebe, ging es heute erst einmal ins Sportstudio. Nach einer Woche an Bord hatte ich richtig Lust darauf, mich wieder ordentlich zu bewegen. Das Training hat entsprechend viel Spaß gemacht und tat nach den vielen Stunden auf dem Schiff richtig gut. Auch wenn ich dort viel an Deck unterwegs war: Ein Fitnessstudio ersetzt ein Containerschiff dann doch nicht ganz.
Auf dem Rückweg habe ich noch einen kurzen Zwischenstopp bei Lidl eingelegt und ein paar Kleinigkeiten eingekauft. Wieder zu Hause war anschließend erst einmal Kaffee angesagt. Manche Dinge ändern sich eben auch nach einer Frachtschiffreise nicht.
Danach wurde es noch einmal produktiv. Ich habe einige Texte fertiggestellt und abgegeben und damit schon wieder die ersten Punkte von meiner nach dem Urlaub erwartungsgemäß gewachsenen Aufgabenliste streichen können. Das gute Gefühl, etwas erledigt zu haben, war also ziemlich schnell wieder da.
Und jetzt stehe ich schon wieder vor einem alten Bekannten: meinem Koffer. Gestern habe ich ihn nach der Rückkehr aus Bremerhaven ausgepackt, heute wird er bereits wieder gefüllt. Besonders lange durfte er sich also nicht von unserer gemeinsamen Reise erholen. Morgen früh geht es für zwei Tage nach Grevenmacher, und dort wartet einiges an Arbeit auf mich.
So schnell kann der Wechsel gehen: Gestern noch Bilder von Kristiansand, Kopenhagen, Danzig und dem Nord-Ostsee-Kanal sortiert, heute Fitnessstudio und Texte, morgen wieder Luxemburg.
Die Frachtschiffreise fühlt sich dadurch schon fast ein wenig unwirklich an. Zum Glück habe ich genügend Fotos und Videos gemacht, um mir zu beweisen, dass ich tatsächlich unterwegs war.
Jetzt wird aber erst einmal fertig gepackt. Und heute Abend lasse ich den Becherovka vorsichtshalber in der Flasche. Morgen früh möchte schließlich nicht nur der Koffer nach Grevenmacher – ich muss auch noch mit.
Dienstag, 18. August 2026
18.8.2026: Vom Frachtschiff direkt zurück zum Koffer – der Alltag hat mich wieder
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