Heute Morgen hieß es früh raus aus den Federn, denn heute sollte es nun wirklich losgehen: meine Frachtschiffreise. Nach einer Woche Verspätung war endlich der Tag gekommen, an dem aus Planung, Warten und ständigem Verschieben tatsächlich eine Reise werden sollte.
Kurz nach sieben habe ich den Bus genommen, und zunächst lief auch alles wunderbar nach Plan. Pünktlich angekommen, weiter Richtung Solingen – und dort meldete sich dann erwartungsgemäß die Deutsche Bahn zu Wort. Der Anschlusszug hatte gefühlt schon rund 15 Minuten Verspätung, und aus diesen 15 Minuten wurde im Laufe der Fahrt immer mehr. Als ich schließlich Hamburg-Harburg erreichte, war daraus ungefähr eine Stunde geworden.
Zum Glück hatte ich genügend Zeit eingeplant. Deshalb konnte ich die Sache erstaunlich gelassen sehen. Hauptsache Hamburg erreichen, alles andere würde sich schon finden.
Von Harburg aus ging es mit dem Taxi weiter zum Containerterminal. Gegen 14 Uhr bin ich dort ausgestiegen – allerdings nicht ganz dort, wo ich eigentlich hätte aussteigen sollen. Mein Taxifahrer hatte mich auf der falschen Seite abgesetzt, sodass ich mit meinem Gepäck erst einmal eine kleine zusätzliche Hafenwanderung einlegen durfte. Wahrscheinlich gehört auch das zur authentischen Frachtschiffreise: Bevor man mit dem Schiff fährt, muss man sich das Einschiffen erst einmal erlaufen.
Irgendwann hatte ich dann aber den richtigen Eingang gefunden und konnte am Containerterminal einchecken. Danach ging es mit dem Shuttle weiter zum Schiff. Und plötzlich war der Moment tatsächlich da: Ich war am Ziel.
Jetzt sitze ich hier unten an Bord und warte erst einmal auf weitere Instruktionen. Noch ist alles neu. Ich muss herausfinden, wo was ist, wie der Tagesablauf funktioniert und natürlich, wo ich überhaupt hinmuss. Genau dieses Gefühl hatte ich mir von der Reise erhofft: etwas völlig anderes als der normale Alltag.
Eine kleine Überraschung gab es übrigens auch beim Liegeplatz. Ursprünglich war immer vom Burchardkai beziehungsweise Tollerort die Rede gewesen, tatsächlich liegen wir nun aber am Eurogate. Bei Frachtschiffen scheint eben nicht nur die Abfahrtszeit eine gewisse Flexibilität zu besitzen, sondern offenbar auch der Abfahrtsort.
Wenn alles nach Plan läuft, bleiben wir noch bis heute Abend hier am Eurogate. Danach heißt es irgendwann: Leinen los. Dann geht es die Elbe hinunter, hinaus auf die Nordsee und weiter Richtung Kristiansand in Norwegen.
Und genau darauf freue ich mich jetzt. Nach all den Verschiebungen, den Planänderungen, dem Kofferpacken, der Zugverspätung und der unfreiwilligen Ehrenrunde am Containerterminal bin ich endlich da.
Jetzt kann die Frachtschiffreise wirklich beginnen. Und irgendwie bin ich gerade gleichzeitig neugierig, gespannt und ein bisschen aufgeregt. Aber genau deshalb mache ich diese Reise schließlich.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen