Mit dem Schlafen im Hotel werde ich wohl so schnell keine Erfolgsgeschichte schreiben. Heute Morgen zeigte meine Schlaf-App wieder einmal nur 64 Prozent Schlafqualität an. Nicht katastrophal, aber eben auch weit entfernt von den Werten, die ich zu Hause erreiche. Immerhin war das Frühstück wie gewohnt gut – und für Gesprächsstoff war ebenfalls gesorgt.
Beim Frühstück und später beim Auschecken musste ich nämlich erst einmal von meiner Frachtschiffreise erzählen. Nach einer solchen Woche gibt es natürlich einiges zu berichten: Containerterminals, Seegang, Kopenhagen, Danzig, der Nord-Ostsee-Kanal und all die kleinen Erlebnisse an Bord. Offenbar ist eine Frachtschiffreise doch etwas ungewöhnlicher als der klassische Sommerurlaub am Strand.
Gegen halb acht war ich bereits im Büro und konnte die ruhige Zeit am Morgen richtig produktiv nutzen. Einige Dinge ließen sich konzentriert abarbeiten, und zunächst hatte ich tatsächlich das Gefühl, dass meine To-do-Liste heute einmal deutlich kürzer werden könnte.
Dann kam allerdings das Meeting um elf Uhr.
Wie das bei solchen Besprechungen manchmal funktioniert, ging ich mit einer bestimmten Anzahl an Aufgaben hinein und kam mit deutlich mehr wieder heraus. Ich habe mir jedenfalls jede Menge neue To-dos eingefangen. Meine Aufgabenliste besitzt offenbar eine erstaunliche Regenerationsfähigkeit: Kaum streiche ich irgendwo zwei Punkte, wachsen an anderer Stelle vier neue nach.
Zur Stärkung gab es mittags Pizza. Die hatten wir gemeinsam bestellt, und nach dem Vormittag war das genau die richtige Entscheidung. Manche Probleme lassen sich zwar nicht mit Pizza lösen, aber sie sehen danach zumindest für ein paar Minuten weniger dramatisch aus.
Am Nachmittag haben wir uns dann intensiv damit beschäftigt, für viele der offenen Themen möglichst effiziente Lösungen zu finden. Gerade bei den zahlreichen wiederkehrenden Aufgaben lohnt es sich, einmal grundsätzlich darüber nachzudenken, wie wir Abläufe vereinfachen, strukturieren oder automatisieren können. Wenn aus den heutigen zusätzlichen To-dos am Ende bessere Prozesse entstehen, haben sie zumindest einen Sinn gehabt.
Jetzt reicht es allerdings für diese Woche. Der Rechner kann zu, die Tasche ist gepackt und ich mache mich auf den Heimweg. Gestern verlief die Fahrt nach Grevenmacher geradezu sensationell staufrei. Jetzt hoffe ich einfach, dass die Autobahn heute genauso freundlich zu mir ist.
Und dann freue ich mich vor allem auf mein eigenes Bett. Nach 64 Prozent Schlafqualität im Hotel möchte ich meiner Schlaf-App morgen früh gerne einmal wieder zeigen, was zu Hause möglich ist.
Donnerstag, 20. August 2026
20.8.2026: 64 Prozent Schlaf, 100 Prozent neue To-dos
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