Donnerstag, 27. August 2026

27.8.2026: Das Internet lebt wieder – nur die Deutsche Bahn bleibt sich treu

Heute stand Tag zwei meiner Investmentkonferenz in Hamburg auf dem Programm. Gestern Abend war es bei der Abendveranstaltung erwartungsgemäß etwas später geworden. Aber es war wie eigentlich immer bei solchen Gelegenheiten ausgesprochen nett. Viele gute Gespräche, bekannte Gesichter und eine entspannte Atmosphäre – da schaut man eben nicht ständig auf die Uhr.

Nach dem Frühstück im Hotel wartete dann allerdings die eigentliche Sensation des Tages auf mich. Ich bekam die Nachricht, dass unser Internet zu Hause wieder funktionieren würde. Nach dem Ausfall seit dem 11. August klang das fast zu schön, um wahr zu sein. Deshalb habe ich sicherheitshalber erst einmal Kerstin angerufen und gefragt, ob es tatsächlich stimmt.

Und tatsächlich: Es funktioniert wieder!

Nach mehr als zwei Wochen mit mobilen Daten, Hotspots und allen möglichen Notlösungen ist das fast schon ein kleines technisches Wunder. Man merkt erst, wie selbstverständlich WLAN inzwischen zum Alltag gehört, wenn es plötzlich für mehr als zwei Wochen nicht mehr vorhanden ist.

Danach ging es wieder zur Konferenz. Der Tag war mit zahlreichen Meetings gut gefüllt, und ich habe viele Gespräche geführt. Mittags habe ich mich beim Essen allerdings bewusst etwas zurückgehalten. Schließlich hatte ich für den Abend bereits einen deutlich attraktiveren Plan: Auf dem Heimweg wollte ich in Solingen Döner mitbringen. Man muss schließlich Prioritäten setzen.

Zum Bahnhof in Hamburg kam ich pünktlich und zunächst sah alles danach aus, als könnte die Heimreise tatsächlich einmal ohne größere Bahn-Geschichte funktionieren. Dann schloss allerdings eine Tür des Zuges nicht richtig, sodass wir ungefähr zehn Minuten später losfuhren.

Bis Münster hatten wir diese Verspätung erstaunlicherweise wieder aufgeholt. Ich hätte es besser wissen müssen, als mich darüber zu freuen.

In Münster begann nämlich das große Fahrradtheater. Drei Fahrgäste wollten mit ihren Fahrrädern aussteigen, zwei andere wollten mit ihren Fahrrädern hinein. Eigentlich eine Aufgabe, die sich mit etwas gutem Willen in überschaubarer Zeit lösen lassen sollte. Stattdessen passierte minutenlang erstaunlich wenig. Irgendwann hatte der Zugchef offenbar genug und schloss die Türen.

Das wiederum fanden einige der beteiligten Damen weniger überzeugend – und zogen kurzerhand die Notbremse.

Damit war die mühsam aufgeholte Verspätung natürlich sofort wieder da. Aus dem kurzen Fahrradchaos wurden weitere 15 Minuten, und als ich schließlich in Solingen ankam, waren es wieder rund 25 Minuten Verspätung. Irgendwie schafft es die Deutsche Bahn zuverlässig, selbst aus einer zunächst pünktlichen Fahrt noch eine kleine Geschichte für mein Tagebuch zu produzieren.

Immerhin wartete anschließend die geplante Belohnung. Ich habe den Döner geholt, bin nach Hause gefahren und wir haben richtig lecker gegessen. Danach wurde der Koffer ausgepackt – inzwischen eine Tätigkeit, in der ich angesichts meiner vielen Reisen der vergangenen Wochen fast professionelle Routine entwickelt habe.

Jetzt beginnt allerdings ein ganz anderes Projekt. Nachdem das Internet endlich wieder funktioniert, müssen sämtliche Geräte wieder auf den aktuellen Stand gebracht werden. Computer, Tablets und was sonst noch alles in den vergangenen zwei Wochen nur eingeschränkt aktualisiert werden konnte, dürfen sich jetzt wieder nach Herzenslust mit dem Internet verbinden und ihre Updates herunterladen.

Damit endet ein langer, aber guter Konferenztag. Hamburg war interessant, die Abendveranstaltung schön, das Internet funktioniert wieder und der Döner hat geschmeckt.

Nur bei der Deutschen Bahn ist weiterhin alles beim Alten.

Und irgendwie beruhigt einen ja auch ein bisschen, wenn sich wenigstens eine Sache im Leben nicht verändert.

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