Auch die zweite Nacht im Hotel war wieder keine Offenbarung. 67 Prozent Schlafqualität meldete meine App, aber immerhin war ich trotzdem schon um halb acht im Büro. Schließlich stand heute die nächste Runde mit der Internen Revision auf dem Programm, und da wollte ich lieber rechtzeitig vor Ort sein. Nach dem gestrigen Prüfungstag wusste ich ja bereits ungefähr, was mich erwarten würde.
Eigentlich lief es heute auch ganz ordentlich. Der Prüfer war wieder im Haus, wir haben Fragen beantwortet, Unterlagen herausgesucht und versucht, möglichst alles zu seiner Zufriedenheit zu klären. Allerdings bestätigte sich dabei einmal mehr eine alte Erfahrung: Wir haben gefühlt 1.000 Dokumente, und ausgerechnet das 1.001. möchte er sehen. Man kann noch so gut vorbereitet sein, irgendwo findet sich garantiert eine Unterlage, die gerade nicht griffbereit ist oder von der bisher niemand wusste, dass sie überhaupt gebraucht wird.
So verbrachten wir wieder einen guten Teil des Tages damit, Dinge zusammenzusuchen, zu erklären und nachzuliefern. Insgesamt war es aber durchaus erträglich, und die ganz großen Überraschungen blieben zum Glück aus. Ganz abgeschlossen ist das Thema allerdings noch nicht. Nächsten Donnerstag kommt der Prüfer wieder. Offenbar hat er Gefallen an unseren Unterlagen gefunden. Vielleicht sollte ich ihm bis dahin einfach schon einmal Dokument Nummer 1.001 bereitlegen. Sicher ist sicher.
Um halb fünf habe ich mich dann endlich auf den Heimweg gemacht. Nach drei Tagen in Luxemburg freute ich mich wirklich darauf, wieder nach Hause zu kommen. Leider hatten offenbar noch ein paar andere Menschen dieselbe Idee. Freitagabend und Ferienbeginn in Nordrhein-Westfalen – eine Kombination, die für Autofahrer ungefähr so erfreulich ist wie eine zusätzliche Prüfungsanforderung kurz vor Feierabend.
Statt der üblichen zwei Stunden habe ich für die Rückfahrt drei Stunden gebraucht. Immerhin war das noch eine Verbesserung gegenüber der Hinfahrt am Mittwoch, als ich ganze vier Stunden unterwegs gewesen war. Zusammengerechnet also sieben Stunden Autobahn für eine Strecke, die normalerweise insgesamt vier Stunden dauern sollte. Da kann man sich schon fragen, ob sich nicht langsam eine Bahnverbindung oder gleich ein Zweitwohnsitz in Grevenmacher lohnen würde.
Jetzt bin ich jedenfalls endlich wieder zu Hause und froh, dass ich für heute weder einen Prüfer noch eine Autobahn sehen muss. Ganz Feierabend ist allerdings noch nicht, denn zunächst müssen die mitgebrachten Unterlagen sortiert und die Sachen wieder an ihren Platz geräumt werden. Nach drei Tagen Hotel und Büro sammelt sich erstaunlich viel an, obwohl ich eigentlich nur mit einem Koffer losgefahren bin.
Danach freue ich mich aber darauf, endlich wieder mit Kerstin zu Hause zu sein und den Freitagabend gemütlich ausklingen zu lassen.
Und sollte heute noch jemand Dokument Nummer 1.002 suchen, kann er sich gerne bis Montag gedulden. Mein Schreibtisch hat jetzt Wochenende.
Freitag, 16. Oktober 2026
16.10.2026: 1.000 Unterlagen reichen nicht – und auf der Autobahn waren offenbar alle unterwegs
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